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Collage aus zweifarbiger Grafik eines Menschen und einem Blutdruckmessgerät
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Zu hoch? Zu niedrig? Wenn der Blutdruck nicht in Balance ist

Bluthochdruck ist eine große Belastung für das Herz und macht uns auf Dauer krank. Er ist Risikofaktor Nummer 1 für Herz-Kreislauferkrankungen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte, und fast jeder Dritte ist in Deutschland davon betroffen – das sind etwa 20 bis 30 Millionen Menschen.

Wie entsteht Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist eine Erkrankung des Gefäßsystems, bei der die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch sind. Ab einem Wert von 140/90 mmHG sprechen Ärzte in der Regel von der sogenannten Hypertonie. Bei 95 Prozent der Patienten mit Bluthochdruck liegt eine essenzielle oder primäre arterielle Hypertonie vor. Das bedeutet, dass keine andere Erkrankung Ursache für den Bluthochdruck ist. Er entsteht durch das Zusammenspiel von erblichen Anlagen und ungünstigen Lebensstilfaktoren. Die vier einflussreichsten Faktoren sind:

Charakteristisch für Bluthochdruck ist, dass er lange Zeit unbemerkt bleiben kann. Besteht er bereits eine Weile, kann er beispielsweise zu Kopfschmerzen, Schwindel, starkem Herzklopfen, Herzstolpern oder zu Luftnot bei Belastung führen. Vor allem ältere Personen leider unter Bluthochdruck: Drei von vier Menschen zwischen 70 und 79 Jahren haben einen zu hohen Blutdruck.

Die Ursachen des Bluthochdrucks im Überblick:

Beeinflussbare Lebensstilfaktoren:

  • Übergewicht
  • Zu viel Salz (Natriumchlorid)
  • Zu wenig Gemüse und Obst
  • Zu viel Alkohol
  • Bewegungsmangel
  • Zu viel Stress
  • Rauchen
  • Medikamente: Schmerz-/Rheumamittel (Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Meloxicam, Indometacin, Piroxicam), Verhütungsmittel (Pille), Cortison
  • zu viel Lakritz (enthält blutdrucksteigernde Stoffe)

Innere Ursachen:

  • Erbliche Veranlagung
  • Schnarchen und Atempausen im Schlaf (Schlafapnoe)
  • Nierenerkrankungen
  • Durchblutungsstörungen der Niere
  • Anomalien der Gefäße (Aortenisthmusstenose)
  • Erhöhte Hormonproduktion (Aldosteron, Adrenalin, Noradrenalin, Schilddrüsenhormone, Cortison)

Bluthochdruck – und jetzt? Gesunder Lebensstil und Medikamente

Das wichtigste und wirksamste Mittel gegen einen leichten bis mittelschweren Blutdruck ist in der Regel ein gesunder Lebensstil. Häufig reichen Alltagsveränderungen wie gesündere Kost und regelmäßige Bewegung schon aus, um den Blutdruck auf normale Werte zu senken. Hat der Patient nach drei Monaten auf diese Weise allerdings keine unbedenklichen Werte erreicht, sind üblicherweise Medikamente zur Blutdrucksenkung notwendig. Wird eine schwere Hypertonie festgestellt, müssen sofort Medikamente zum Einsatz kommen, um lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen.

angeschlagene junge Frau hält in einer Hand ihre Brille und reibt sich mit der anderen die Augen vor Erschöpfung.

Niedriger Blutdruck – Wann besteht Handlungsbedarf?

Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, kalte Hände und Füße sowie blasse Gesichtsfarbe – vor allem junge, schlanke Frauen leiden unter einem zu niedrigen Blutdruck, der sich häufig mit diesen Symptomen bemerkbar macht. Bei der sogenannten Hypotonie fließt nicht genügend Blut in alle Teile des Körpers. Der systolische Blutdruck liegt unterhalb von 100 mmHg. Haben gesunde Menschen einen niedrigen Blutdruck, der jedoch noch im Normalbereich liegt, müssen sie sich keine Gedanken machen: Sie haben sogar eine tendenziell höhere Lebenserwartung als Menschen mit erhöhtem Blutdruck im Normalbereich. Ein extrem niedriger Blutdruck kann jedoch gefährlich werden. Dann erhalten betroffene Zellen und Organe nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe. Die Folge: Sie können nicht mehr richtig arbeiten. Ein sehr niedriger Blutdruck kann lebensbedrohlich sein, da er zu einem Kreislaufschock führen kann.

Niedriger Blutdruck – was sind die Ursachen und was hilft dagegen?

Die Ursachen sind häufig nicht erkennbar. Als Auslöser kommen bestimmte Herzkrankheiten, ein zu geringes Blutvolumen oder eine Erweiterung der kleinen Arterien in Frage.
Wer einen niedrigen Blutdruck hat und nur ab und zu die oben genannten Symptome bemerkt, kann häufig mit folgenden Tipps Abhilfe schaffen:

• Morgens langsam aufstehen, evtl. auf der Bettkante einen halben Liter Wasser trinken
• Hitze (Sauna oder Belastung im Sommer) meiden
• Keine zu üppigen Mahlzeiten (kohlenhydratarm) einnehmen und kein/wenig Alkohol konsumieren
• Prophylaktisch ausreichend trinken und Salz aufnehmen
• Mit erhöhtem Oberkörper schlafen
• Gut angepasste Stützstrümpfe tragen
• Ausdauersport betreiben

Tritt durch diese Maßnahmen keine Besserung ein und kehren die Beschwerden immer wieder, sollten Sie sich auf jeden Fall ärztlichen Rat holen. Auch Ohnmachtsanfälle sollten Sie nicht in Eigenregie behandeln.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

Bildnachweis

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