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modernes Wohnzimmer mit vielen Grünpflanzen

Zimmerpflanzen für mehr Wohlbefinden

So ruhig wie ein Möbelstück und so lebendig wie ein Haustier: Zimmerpflanzen schmücken unsere Wohnungen, denn durch den Anblick von Grün und Natur fühlen wir uns entspannt.

„Mein Heim ist meine Burg“ besagt ein englisches Sprichwort. Um ihr Zuhause als sicheren und vor allem gemütlichen Ort des Rückzugs zu empfinden, investieren viele Menschen in schöne Möbel und Einrichtungsaccessoires. Zu den wichtigsten Begleitern eines schönen Zuhauses zählen auch Zimmerpflanzen.

Laut einer Umfrage aus 2020 hegen und pflegen 74 Prozent der Deutschen Pflanzen in ihrer Wohnung, Frauen und Männer dabei nahezu gleichermaßen begeistert. Das Grün darf auch im Garten, auf Balkonen, Terrassen und in Blumenkästen am Fenster sprießen, die Pflanze neben Tisch und Stuhl ist jedoch der absolute Spitzenreiter.

Statistik Zimmerpflanzen

junges Mädchen topft Pflanzen um

Tipps zur richtigen Pflege von Zimmerpflanzen

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  • Wo kann man sich als Laie informieren?

    Beratungsgespräch in einem Gartencenter

    Es gibt ein großes Angebot an Fachliteratur und Fachzeitschriften zum Thema Zimmerpflanzen. Auch zahlreiche Blogs widmen sich den unterschiedlichen Aspekten heimischen Gärtnerns. Dort werden vor allem Trends einem ersten Belastungstest unterzogen. Kompetente Ansprechpartner findet man natürlich im Gärtnereifachgeschäft.

  • Braucht es spezielle Lampen?

    unterschiedliche Zimmerpflanzen in Fensternähe

    Licht ist lebensnotwendig für Zimmerpflanzen. Sonst verkümmern sie, da die Photosynthese nicht mehr funktioniert. Die meisten Pflanzen sollten deshalb an einem Fensterplatz stehen. Da dies nicht in jeder Wohnung möglich ist, bieten spezielle Pflanzenleuchten eine Alternative. Energiesparlampen, kaltweiße Leuchtstoffröhren und spezielle LED-Lichter sind ähnlich wirksam und eine günstigere Variante.

  • Welches Wasser empfiehlt sich zum Gießen?

    Frau gießt einen Blumentopf

    Wasser aus dem Wasserhahn bringt alles mit, was die Pflanze braucht. Allerdings sollte es bereits etwas abgestanden sein, zum einen, damit es Raumtemperatur annimmt, zum anderen, damit sich eventuell enthaltener Kalk absetzen kann. Zu kaltes Wasser stresst die Pflanzen, zu heißes würde die empfindlichen Wurzeln verbrennen. Über abgestandenes Mineralwasser aus der Flasche freut sich jede Pflanze, denn die Mineralstoffe wirken als kleiner Extradünger.

  • Normale Blumenerde oder lieber Hydrokultur?

    Pflanzen, Erde und Hydrokultur auf einem Tisch

    Zimmerpflanzen in Hydrokultur müssen nur alle paar Wochen gegossen werden. Deshalb kommen die roten Tonkügelchen vor allem jenen Wohnungsbesitzern entgegen, denen die regelmäßige Wassergabe nicht entspricht. Auch Allergiker sind besser beraten mit Zimmerpflanzen in Blähton statt Blumenerde. Jedoch sind Hydrokulturpflanzen viel mehr auf Mineralien und Nährstoffe angewiesen, die durch speziellen Dünger zugegeben werden müssen. Die Entscheidung ist auch eine Preisfrage, da das Hydrokulturverfahren teurer ist als herkömmliche Pflanzsysteme.

junge Frau entspannt mit geschlossenen Augen in einem lichtdurchfluteten Raum mit Zimmerpflanzen

Lüften verbessert die Raumluft schneller

Zimmerpflanzen wird oft bescheinigt, dass sie für gesunde Raumluft sorgen würden. Tatsächlich erzeugen sie wie jeder Baum im Wald Sauerstoff durch Photosynthese, den sie in die Luft abgeben. Das trifft allerdings nur auf gesunde Pflanzen zu, die genügend Licht und Wasser erhalten. Um die Kohlendioxidsättigung der Raumluft auszugleichen, die durch das Atmen entsteht, ist der freigesetzte Sauerstoff jedoch nicht ausreichend.

Die Erkenntnis von Forschern, dass manche Pflanzen Schadstoffe aus der Luft herausfiltern, ist ebenso umstritten. Denn die Ergebnisse aus Studien mit Zimmerpflanzen und flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft waren nur unter Laborbedingungen zufriedenstellend. Deshalb reicht der beliebte Ficus Benjamini in Wohnzimmer wohl nicht aus, um das in bestimmten Wandfarben oder in Plastik- und Gummibestandteilen vorkommende Benzol aufzunehmen oder um schädliche und riechende Formaldehyde zu neutralisieren, die aus Teppichböden, Fußbodenversiegelungen, Pressholzprodukten, Isolierungen oder Möbeln ausdampfen können. Einen zuverlässigen und zügigen Luftaustausch im Raum garantiert immer noch regelmäßiges gründliches Lüften bei offenen Fenstern.

Frau besprüht Pflanzen mit Mundschutz

Zimmerpflanzen können Allergien auslösen

In seltenen Fällen werden Zimmerpflanzen sogar zu schlechten Wohnungsgenossen. Menschen mit Allergien sind gut beraten, bestimmte Pflanzen zu meiden, die eine Kontaktallergie oder andere Reizungen auslösen. Oft sind Korbblütler wie Usambaraveilchen, Astern, Zinnien oder Margariten, ebenso Wolfsmilchgewächse wie der Weihnachtsstern die Ursache.

Wo Feuchtigkeit im Spiel ist, entstehen oft auch Schimmelpilze. Werden deren Sporen eingeatmet, reagieren sensible Menschen mit Atemwegsbeschwerden, allergischem Schnupfen, tränenden Augen, Husten und Atemnot bis hin zu Asthma. Deshalb sollten Zimmerpflanzen nie übermäßig gegossen werden. Wenn die Feuchtigkeit nicht abfließen kann, entsteht in der Blumenerde ein idealer Nährboden für Schimmel, erkennbar an weißlichen Flecken. Abhilfe verspricht hier nur, auf die Pflanzen in der Wohnung zu verzichten oder sie wenigstens schnell umzutopfen.

Junger Mann entspannt in einem Sessel in einem Raum mit vielen Pflanzen

Optische Wohltat und akustische Bremse

Gesunde, tiefgrüne oder blühende Zimmerpflanzen sind eine Augenweide. Nicht zu verkennen sind die Vorteile, die diese „vegetabilen“ Mitbewohner auf akustischer Ebene bieten. Denn Zimmerpflanzen sind ideale Schallschlucker. Das macht sie vor allem in Büros mit mehreren Nutzern und im Homeoffice so beliebt, denn hier können sie eine harmoniefördernde Lösung für das geteilte Raum- und Arbeitsklima ermöglichen.

Modernes Loft mit einem vertikalen grünen Garten als Raumtrenner

Wohntrends in Grün

Grünlilie, Yuccapalme und Alpenveilchen? Die Zeiten dieser braven Zimmerpflanzen aus den Wirtschaftswunderjahren auf der Fensterbank sind vorbei. Heute findet man in Trendhaushalten völlig neue Möglichkeiten der Begrünung. Ob als Raumtrenner in großen Pflanztrögen, ob freihängend in dekorativen Schalen, als grünes Bild oder gar als beeindruckende vertikale Pflanzwand – Zimmerpflanzen sind schickes innenarchitektonisches Detail. Inzwischen sind viele raumsparende Rankhilfen und Pflanzelemente auch für den Normalhaushalt und -geldbeutel erhältlich, die Hydrowände, Moosbilder und modulare Begrünungssysteme ermöglichen. Eine Wohltat fürs Auge und fürs Gemüt!

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | eMagazin

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