Startseite Gesundheit Warum Minusgrade unser Herz nicht kalt lassen und welche Gefahren drohen
kleines rotes Herz im Schnee
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Wunschthema: Herz und Kälte

Rote Nasen, kalte Hände und kribbelnde Füße – bei frostigen Temperaturen spüren wir die Kälte deutlich am Körper. Aber das Herz? Ist doch gut geschützt vor Minusgraden, oder? Ganz so ist es leider nicht. Während gesunde Menschen in der Regel sorglos durch Eis und Schnee stapfen dürfen, müssen Herzpatienten auf der Hut sein. Ihnen kann die Kälte empfindlich schaden und im schlimmsten Fall sogar einen Herzinfarkt auslösen.

Aber wie ist das möglich? Das Herz liegt gut eingebettet und im Verborgenen zwischen den Lungenflügeln. Kein Windhauch kann es erreichen. Dennoch findet die Kälte ihren Weg zu dem gut versteckten Organ – vor allem dann, wenn das Herz bereits vorgeschädigt ist:

Grafik und Texterklärung wie ein Herz funktioniert

Zahl der Herzinfarkte steigt bei starker Kälte

Die Grafik zeigt: Herzpatienten müssen im Winter aufpassen. Denn tatsächlich steigt an sehr kalten Tagen die Zahl der Herzinfarkte an, wie eine Langzeitstudie an mehr als 280.000 Patienten gezeigt hat.

Wer ist besonders gefährdet?

Dürfen wir also bei Minusgraden nicht mehr vor die Tür gehen? Doch niemand muss zum Stubenhocker werden! Bewegung an der frischen Luft ist für jeden wichtig – auch für Herzpatienten. Dennoch gibt es Menschen, die bei extremer Kälte besonders gut auf ihr Herz aufpassen sollten.

  • Zu den Risikogruppen gehören:
    Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK)
    KHK= Verengung der Herzkranzgefäße
  • Patienten mit Angina-Pectoris-Beschwerden
    Angina Pectoris = Brustenge-Gefühl durch Sauerstoffmangel des Herzens
  • Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben oder unter hohem Blutdruck leiden

Auch wer nicht zu diesen Risikogruppen gehört, sollte sich den Gefahren durch Kälte bewusst sein. Denn auch vermeintlich Gesunde können von jetzt auf gleich bei Minusgraden einen Herzinfarkt erleiden – zum Beispiel dann, wenn bereits eine koronare Herzkrankheit vorliegt, diese aber noch nicht erkannt wurde. Das kann durchaus der Fall sein, denn verengte Herzkranzgefäße können sehr lange – sogar Jahrzehnte – unentdeckt bleiben. Deshalb gilt als Faustregel für alle: Stellen sich bei Kälte Symptome wie Herzstechen, Brustenge oder Atemnot ein, sollte man zügig einen Arzt aufsuchen und die Beschwerden abklären lassen.

Herzinfarkt durch Kälte?

  • So erkennen Sie Warnhinweise und erste Anzeichen

    Bei einem Herzinfarkt verschließen sich ein oder mehrere Herzkranzgefäße, sodass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Die lebensgefährliche Krankheit kann völlig aus heiterem Himmel kommen und auch Menschen treffen, die nie zuvor mit Herzproblemen zu tun hatten. Viele Betroffene deuten die Symptome eines Herzinfarkts nicht richtig – was fatale Folgen haben kann: Je mehr Zeit bis zur Behandlung vergeht, desto niedriger sind die Chancen, sich von einem Herzinfarkt zu erholen. Deshalb ist es besonders wichtig, erste Symptome zu erkennen und ernst zu nehmen.

    Die häufigsten Herzinfarkt-Symptome bei Männern

     

    • Starke Schmerzen im Brustkorb
      Sie treten überwiegend im Brustkorb oder auch ausschließlich hinter dem Brustbein auf. Sie halten in der Regel länger als fünf Minuten an und können auch in andere Körperregionen wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder zwischen die Schulterblätter ausstrahlen.
    • Engegefühl im Herzbereich
      Viele Patienten spüren einen massiven Druck oder ein starkes Einschnürungsgefühl im Bereich des Herzens.
    • Heftiges Brennen im Brustkorb
    • Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im Oberbauch
    • Angstschweiß mit kalter, fahler Haut

     

    Herzinfarkt-Symptome bei Frauen

     

    Frostige Temperaturen sorgen nicht nur für laufende Nasen und andere Erkältungssymptome, sondern sie lassen auch die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle in die Höhe steigen.

    Bei Frauen macht sich ein Herzinfarkt häufig mit eher unklaren Symptomen bemerkbar. Der typische starke Brustschmerz kann beispielsweise komplett ausbleiben. Viele Patientinnen berichten hingegen von unspezifischen Symptomen wie Übelkeit, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch und Erbrechen.

  • Herzinfarkt – und jetzt? Schnell handeln rettet Leben!

    Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Wer schnell Hilfe bekommt, hat die Chance die Krankheit vollkommen unbeschadet zu überleben. Unbehandelt führt der Infarkt hingegen häufig zu unwiderruflichen Herzschäden oder zum Tod. Aber was ist im Notfall zu tun? Hier erfahren Sie es Schritt für Schritt:

    Notrufnummer 112 wählen

    Erkennen Sie an sich selbst oder einer anderen Person mögliche Herzinfarktsymptome, zögern Sie keinesfalls, den Rettungsdienst zu rufen. Falsche Scheu ist hier fehl am Platz – auch wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich tatsächlich um einen Herzinfarkt handelt.

    Erste Hilfe leisten

    Bis der Rettungswagen eintrifft, gibt es einiges, was Sie selbst tun können und auch sollten, um anderen zu helfen:

    • Lagern Sie die betroffene Person möglichst bequem und mit leicht erhöhtem Oberkörper.
    • Öffnen Sie einengende Kleidung, um die Atmung zu erleichtern.
    • Öffnen Sie das Fenster.
    • Reden Sie beruhigend auf die betroffene Person ein und lassen Sie sie nicht allein.Bei einem Herzinfarkt besteht immer das Risiko, dass der Patient einen Herzstillstand erleidet. In der Regel merken Sie das daran, dass die Person bewusstlos wird. Tritt dieser Fall ein, müssen Sie sofort Wiederbelebungsmaßnahmen in Form einer Herzdruckmassage einleiten. Viele Menschen trauen sich jedoch nicht und haben Angst, Schäden anzurichten. Doch seien Sie beruhigt: Sie können die Lage lediglich verbessern. Bei der Herzdruckmassage können zwar tatsächlich Rippen brechen – doch das ist fast schon eine unvermeidliche Begleiterscheinung und in der lebensbedrohlichen Situation eines Herzstillstandes ein eher kleines Problem. Wie die Herzdruckmassage funktioniert, erklärt zum Beispiel die Deutsche Herzstiftung.

    Behandlung im Rettungswagen und Krankenhaus

    Ist der Notarzt eingetroffen, wird er erste Notfallmaßnahmen einleiten – zum Beispiel eine Kanüle in die Vene legen, um Zugang zum Kreislauf zu bekommen. Ein EKG sollte möglichst noch vor Ort geschrieben werden. Außerdem wird der Notarzt Schmerzmedikamente verabreichen. Häufig wird noch auf der Fahrt ins Krankenhaus entschieden, mit welcher Behandlung es im Krankenhaus weitergeht – in der Regel wird entweder während einer Herzkatheter-Untersuchung ein Stent gesetzt, um das verschlossene Herzkranzgefäß zu öffnen oder es wird eine Bypass-Operation durchgeführt.

    Nachsorge in der Reha

    Betroffenen wird nach einem Herzinfarkt in der Regel eine Reha empfohlen. Ziel der Reha ist es, die Patienten wieder fit für den Alltag zu machen und ein gesundes Maß an Bewegung ins Leben zu integrieren. Außerdem geht es darum, Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht zu erkennen und in Zukunft möglichst zu vermeiden. Patienten erhalten darüber hinaus Tipps für eine gesündere Ernährung.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

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