Typische Winter-Infekte in Schach halten
Gesundheit

Wenn die Kälte in den Körper kriecht ...

Gerade in der (nass-)kalten Jahreszeit haben Grippe und Erkältung, Magen-Darm-Infekte oder Ohr-, Mandel- und Nebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) Hochkonjunktur. Warum eigentlich?

Das liegt zum einen daran, dass wir uns in dieser Zeit zum Beispiel häufiger in geschlossenen und schlecht gelüfteten Räumen aufhalten, in denen sich Viren und andere Krankheitserreger geradezu tummeln und dort in viel größeren Mengen vorkommen als zum Beispiel draußen im Freien. Auch die Enge von Bus und (U-)Bahn oder überfüllte Wartezimmer beim Arzt oder im Krankenhaus erhöhen die Ansteckungsgefahr. Denn durch Husten- und Niesanfälle befreit sich der Körper zwar von den lästigen Eindringlingen; Viren & Co kommen so aber auch dem unmittelbaren Nachbarn bedrohlich nahe und können über die Schleimhaut der Atemwege schnell in dessen Blutkreislauf landen.

Keime überleben in der Kälte länger

Dabei ist Kälte an sich nie die eigentliche Ursache einer Infektion. In der Kälte können aber Keime und Krankheitserreger besser überleben bzw. länger aktiv bleiben: Influenza-Viren zum Beispiel, die Erreger der „echten“ Grippe, sind bei warmen Temperaturen nur wenige Stunden infektiös. Demgegenüber sind sie jedoch bei null Grad und unter null Grad sogar wochen- oder monatelang ansteckend.
Bei niedrigen Temperaturen konzentriert der Körper außerdem das Blut in seinem Zentrum, um möglichst wenig Wärme zu verlieren. Die Durchblutung zum Beispiel der Hände, Füße, aber auch der Schleimhäute von Mund, Rachen und Nase wird gedrosselt. Weniger Blut bedeutet aber auch, dass zum Beispiel weniger Abwehrzellen und Antikörper in diese Körperregionen gelangen. Eindringende Keime, Viren & Co haben es deshalb leichter, sich festzusetzen, zu vermehren und den Körper anzugreifen.
Hinzu kommt noch, dass die Luft im Winter trockener ist, denn kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Wird sie in Räumen mit Heizung oder Klimaanlage zusätzlich aufgewärmt, trocknet dies die Nasen- und Rachenschleimhäute noch weiter aus, die dadurch wiederum erneut anfälliger für die typischen Winterinfekte werden.

Winterinfekte: Häufig attackieren Viren das Immunsystem

Die Symptome sind vielfältig: Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Fieber, Müdigkeit und ein allgemeines Schwächegefühl. Es kann aber auch zu Schwindel (Kreislaufbeschwerden), Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und/oder Erbrechen mit Durchfall kommen.
Eine Erkältung zum Beispiel entwickelt sich meist langsam über ein oder zwei Tage mit zunächst Kratzen im Hals, häufigem Niesen oder einer laufenden Nase. Entstehen keine Komplikationen wie zum Beispiel eine Verlagerung der Entzündung in die Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder die Bronchien – Ärzte sprechen in solchen Fällen gerne von einem Etagenwechsel – dann klingt ein grippaler Infekt, wie eine Erkältung im medizinischen Fachjargon heißt, auch nach sieben bis zehn Tagen wieder ab. Ganz im Gegensatz hierzu steht das Krankheitsgeschehen bei einer „echten“ Grippe (Influenza): Betroffenen geht es meist sehr schnell, in der Regel innerhalb von Stunden, extrem schlecht mit hohem Fieber (bis zu 41° C), Schweißausbrüchen, Schüttelfrost, Glieder- und starken stechenden Kopfschmerzen. Eine Influenza kann tödlich verlaufen und dauert oft mehrere Wochen an.
Auslöser dieser typischen Winterinfekte sind in beiden Fällen Viren. Bei einer Erkältung sind mittlerweile über 200 verschiedene Erreger bekannt (Rhino-, Corona-, Adeno- und Respiratory-Syncytial-Viren). Bei der „echten“ Grippe gibt es jedoch nur einen Erregertypus: das sogenannte Influenza-Virus, das jedoch sehr wandlungsfähig ist, und deshalb vom menschlichen Immunsystem schwer zu packen bzw. zu erkennen ist.

Über zwei Wege kommt es zur Ansteckung

Die Übertragung der zum Teil sehr gefährlichen (Krankheits-)Erreger geschieht über zwei Wege. Zum einen werden Viren, Keime und Co über die Luft eingeatmet. Dann spricht man von einer sogenannten Tröpfcheninfektion. Viel häufiger aber haften die kleinen Angreifer zum Beispiel auf Gegenständen und die Ansteckung erfolgt dann über die Hände, weil beispielsweise kontaminierte Flächen berührt und anschließend ins Gesicht, an Nase oder Mund gefasst wird, sogenannte Schmierinfektion. Und sowohl bei Erkältung als auch bei Durchfall zum Beispiel bilden immer die Schleimhäute in Mund, Nase und Rachen das Haupt-Einfallstor, worüber die jeweiligen Erreger in den Körper gelangen und dann typische Winterinfekte auslösen.

Michaela Del Savio

Redakteurin, BARMER
Unternehmenskommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Netiquette:
Wir freuen uns auf einen regen und fairen Austausch mit Ihnen und bitten Sie um die Beachtung folgender Punkte:
  • Eingehende Kommentare werden werktäglich bearbeitet und so veröffentlicht, wie sie eingereicht werden. Beiträge vom Wochenende werden montags publiziert.
  • Wir behalten uns vor, Kommentare abzulehnen, die anstößig, gesetzeswidrig, beleidigend, diskriminierend oder diffamierend sind.
  • Bitte verzichten Sie auf Beiträge und Links mit Werbung und anderen kommerziellen Inhalten.
  • Wir bitten um Verständnis, dass die Redaktion keine individuellen Leistungsanfragen beantwortet. Bitte nutzen Sie dafür den kostenlosen Telefonservice der BARMER unter der Rufnummer 0800 333 1010 oder den Service-Bereich bei barmer.de
Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzbestimmungen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten.