Gesundheit

Prüfen. Rufen. Drücken.

So einfach ist Wiederbelebung

Die Zahlen sind eindeutig: Mit 80.000 bis 100.000 Fällen jährlich zählt der plötzliche Herzstillstand zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Geschieht dies außerhalb eines Krankenhauses, liegt das Leben des Betroffenen in den Händen der Umstehenden, der sogenannter Notfallzeugen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wenn einer von ihnen sofort mit einer Herzdruckmassage beginnt, steigt die Überlebenschance des Patienten um das Zweieinhalbfache.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin liegt die Bereitschaft von Laien, Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem plötzlichen Herzstillstand durchzuführen, in Deutschland allerdings unter 20 Prozent. Hauptgrund für diese Zurückhaltung ist neben der Angst, etwas falsch zu machen, vor allem die Scheu vor einer Mund-zu-Mund-Beatmung. Dabei muss die gar nicht mehr durchgeführt werden. „Seit Mitte Oktober 2015 gibt es neue Richtlinien für die Wiederbelebung (Reanimation) bei einem plötzlichen Herzstillstand. Darin empfehlen die Experten Laien, auf die Beatmung zu verzichten und sich ausschließlich auf die Herzdruckmassage zu konzentrieren“, betont Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER und selbst erfahrene Notärztin.

Damit gibt es keine Ausreden mehr. Jeder kann zu einem Lebensretter werden. Dafür braucht es nur etwas Mut und zwei gesunde Hände“,

Wer sich ein Herz gefasst hat und helfen möchte, muss nur drei Dinge tun:

1) Prüfen, ob der Betroffene noch reagiert und atmet.

2) Über die 112 den Rettungsdienst anrufen.

3) Anschließend sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Dafür sollte man mindestens 100-mal pro Minute fest in der Mitte des Brustkorbs drücken, und zwar ohne Pause bis medizinische Hilfe eintrifft.

Ist man immer noch unsicher, hilft vielleicht der eindringliche Appell von Marschall: „Bei aller Angst, Fehler zu machen, ist eines am schlimmsten: nichts zu tun!“

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