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Organspende im Umbruch?

Die Möglichkeit einer Organ- und Gewebespende kommt in Betracht, wenn bei Patientinnen und Patienten mit schweren Hirnschädigungen der Hirntod vorliegt. Zwei voneinander unabhängige Fachärzte stellen nach strengen Richtlinien der Bundesärztekammer die Diagnose, dass das Gehirn so stark geschädigt ist, dass seine gesamten Funktionen unumkehrbar und vollständig ausgefallen sind. Liegt ein Spenderausweis oder die Einwilligung der nächsten Angehörigen gemäß dem Willen des Verstorbenen vor, wird der potenzielle Organspender daraufhin der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) gemeldet, die den weiteren Prozess koordiniert.

Ab jetzt müssen die Aufgaben der einzelnen Akteure – Intensivmediziner, Pflegepersonal, Transplantationschirurgen und Transportunternehmen – gut koordiniert werden: Die Untersuchungsdaten des Spenders werden an die Stiftung Eurotransplant weitergegeben, eine Koordinationsstelle für acht europäische Länder, die Wartelisten mit mehr als 15.000 Patienten führt und diese mit den Daten zu gespendeten Organen abgleichen kann.

Als Kriterien für die Vermittlung gelten medizinische Dringlichkeit, Erfolgsaussicht und bisherige Wartezeit. Außerdem müssen Blutgruppe und Gewebemerkmale von Spender und Empfänger zusammenpassen. Für jedes Organ gelten jedoch spezifische Vergabekriterien, je nach nationalen Richtlinien der Eurotransplant-Mitgliedsländer. In Deutschland ist für die Erstellung der Richtlinien zur Organvergabe die Bundesärztekammer zuständig.

 

Ablauf Organspende dargestellt durch Icons und Textbeschreibungen

Nach der Entnahme der Organe durch andere Ärzte als die diagnosestellenden muss die Spende per Eiltransport in das für den Empfänger zuständige Transplantationszentrum gebracht werden. Hier wurde der Empfänger des Organs parallel bereits auf den Eingriff vorbereitet. Die Transplantation kann durchgeführt werden, sollten keine medizinischen Kontraindikationen festgestellt werden.

Sie möchten mehr darüber erfahren?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert sehr detailliert zum Ablauf der Organspende. Die Informationen auf ihrer Webseite können auch in Gebärdensprache und in leichter Sprache aufgerufen werden.

Zur Informations-Webseite der BZgA zur Organspende

Doris Goedecke-Vorberg

Redaktion, BARMER | Unternehmenskommunikation

Bildnachweis

  • iStock913784822/Morsa Images
  • © Deutsche Stiftung Organspende e. V.

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