Gesundheit

Pilgerpfade neu entdeckt

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Das längere Unterwegssein zu Fuß hat Tradition in allen Weltkulturen: als wertvolle, spirituell geprägte Auszeit vom Alltag, als Möglichkeit zur inneren Einkehr und wahlweise auch als inspirierendes Gemeinschaftserlebnis. Ganz nebenbei können Wanderer auch das historische und kulturelle Erbe in ihrer Heimat oder in der Ferne erkunden und dabei ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden stärken.

 

Bewegung

Hippokrates hat es auf den Punkt gebracht: „Gehen ist des Menschen beste Medizin!“ Der ganze Körper kommt beim Wandern in Bewegung, während die Lunge viel Sauerstoff tanken kann. Die gleichmäßige Belastung im Auf und Ab – ohne Überlastung – fördert die Durchblutung und den Stoffwechsel. Außerdem werden Muskeln und Sehnen gestärkt. Regelmäßiges Wandern kann zudem das Immunsystem sowie Herz und Kreislauf stärken und Volkskrankheiten wie Adipositas und Diabetes entgegenwirken.

 

Entschleunigung

Mit der Bewegung werden Stresshormone abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet. Diese gesundheitlichen Wechselwirkungen tragen zu einem erholsameren Schlaf bei und können auch gegen Depressionen wirken. Denn wenn unterwegs das Handy den Tag nicht mehr bestimmt, kann man endlich wirklich „abschalten“. Einige Menschen sehen im Wandern eine Art Geh-Meditation, wie sie auch die Buddhisten praktizieren. Andere erfahren Neues bei Kräuterexkursionen, Wetter- und Wolkenstudien oder bei einer Klostereinkehr. Neben dem körperlichen profitiert so auch das seelische Wohlbefinden.

 

Sinn- und Selbstsuche

Wie das Reisen in ferne Länder bekommt das spirituelle Wandern besonders in Übergangs- und Entscheidungsphasen oder nach Wendepunkten im Leben einen hohen Stellenwert. Man bricht auf mit dem Ziel, vielleicht auch mit der Bitte an eine spirituelle Macht um Klarheit, Fokussiertheit und Lösungen. Ähnlich wie bei einem Coaching fällt die Auseinandersetzung mit Lebenszielen, Werten und Wünschen leichter, sobald gewohnte Muster verlassen werden.

 

Sehnsucht nach Einfachheit

In einer immer komplexeren Welt mit stetigen Veränderungen kann die langsame und kontinuierliche Fortbewegung zu Fuß bei wenig Gepäck als angenehme Reduktion aufs Wesentliche erlebt werden. Ganz nach Goethes Motto: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen!“

 

Wunsch nach Gemeinschaft

Und während die einen bewusst alleine aufbrechen, freuen sich andere darauf, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun. Indem sie unterwegs ihre (Lebens-)Erfahrungen austauschen, stärken sie ihre sozialen Kompetenzen und erweitern sprichwörtlich ihren Horizont.

Das meint ...

 … Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler der BARMER

„Kaum etwas eignet sich so gut zum Abschalten und Auftanken wie eine Wanderung. An der frischen Luft, am besten in Gesellschaft, fällt es leicht, einfach mal durchzuatmen. Und das gleich im doppelten Sinn, denn durch die körperliche Aktivität weitet sich einerseits die Lunge, andererseits kommt auch der Geist zur Ruhe, und wir können Stress abbauen.“

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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Kommentar
  1. Vor 2 1/2 Jahren waren wir ( 3 Frauen) zum Pilgern unterwegs von Porto nach Santiago. Wir hatten uns täglich ca. 18 bis 25 km vorgenommen und mit etwas vorab Training auch gut gemeistert. Der Weg war größten Teils gut zu bewandern u die Landschaft meist sehr schön. Trotz Blasen an den Füßen und Muskelverhärtungen hatten wir so einen starken Willen und Freude am Laufen, dass wir selbst nach dieser Zeit noch immer davon zehren, wenn wir uns an diese eine Woche in Portugal/Spanien erinnern.