Keiner will sie, viele haben sie: Warzen. Doch die gute Nachricht lautet: Sie lassen sich gut behandeln – auch in Eigenregie.
Gesundheit

Warzen auf keinen Fall aufstechen

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Im Schwimmbad oder in der Sporthalle, in der Sauna oder im Hotel. Wo viele Menschen barfuß gehen, passiert es leicht: Viren können durch kleine Verletzungen in die oberste Hautschicht gelangen und rufen eine Infektion mit Warzen hervor. Daher sind Badeschuhe gerade an diesen Orten ein Muss, damit man sich vor ansteckenden Erregern von Flach-, Mosaik-, Dorn- oder gewöhnlichen Warzen schützen kann. Wird ein Warzenbefall festgestellt, sollten sich Betroffene zur richtigen Selbstmedikation mit Stickstoffapplikatoren, Spezialpflastern oder bestimmten Lösungen in der Apotheke beraten lassen. Die Apothekerkammer Niedersachsen warnt hingegen davor, an Warzen zu kratzen oder scharfe Gegenstände wie Messer einzusetzen.

Vor allem Hände und Füße betroffen

Die meisten der gutartigen Wucherungen werden durch humane Papillomaviren (HPV) verursacht. Je nach Art siedelt sich der rauhe Auswuchs in unterschiedlichen Körperarealen an. An den Fußsohlen können sich die sogenannten Mosaikwarzen ausprägen. Wie in einem Beet tauchen sie zahlreich auf. An den Unterseiten der Füße können auch stark verhornte Dornwarzen auftreten, die von schwarzen Punkten gekennzeichnet sind. Sie wachsen tief in die Haut ein und gehen häufig mit erheblichen Schmerzen beim Laufen einher. Im Gesicht, an den Fingern und seltener unter der Nagelplatte können sich sogenannte gewöhnliche beziehungsweise vulgäre Warzen zeigen. Sie erscheinen schuppig-blumenkohlartig und sind stecknadelkopf- bis erbsengroß. An den Händen und im Gesicht nisten sich außerdem Flachwarzen, auch Planwarzen genannt, ein. Diese sind meist nur wenige Millimeter klein und, wie der Name verrät, recht flach. Sie betreffen besonders Jugendliche und Kinder.

Wucherungen niemals aufstechen

Warzen, die durch Viren ausgelöst werden, sind ansteckend. Daher lautet das oberste Gebot: die Wucherungen behandeln! Auf keinen Fall dürfen Warzen aufgestochen werden. In einem Beratungsgespräch in der Apotheke vor Ort können Betroffene klären, welche Art der Selbstmedikation infrage kommt. Kleine oder flache Warzen lassen sich mithilfe eines Stickstoffapplikators vereisen. Nach ein bis drei Behandlungen fallen sie in der Regel ab. Vorsichtig angewandte spezielle Pflaster oder Lösungen, die Salicyl- oder Milchsäure enthalten, können die Verhornung von Warzen auflösen. Damit die umgebende, gesunde Haut vor den ätzenden Substanzen geschützt ist, sollte diese mit einer Fettcreme abgedeckt werden.

Außerdem können warme Hand- oder Fußbäder eine gute Wirkung erzielen. Im Anschluss kann die aufgeweichte oberste Hautschicht behutsam mit einem Bimsstein entfernt werden. Je nachdem, wie tief und dick die Warze ist, kann die Behandlung mehrere Wochen dauern. Die Grenzen der Selbstmedikation sind erreicht, wenn gewöhnliche Dorn-, Flach- oder Mosaikwarzen nicht auf die Therapien ansprechen. In diesem Fall wie auch bei sehr tiefen Dornwarzen oder massivem Befall sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Ist das Hautbild unklar, raten Apotheker ebenfalls zum Besuch bei einem Dermatologen, um zum Beispiel Hautkrebs auszuschließen. Auch Po- und Genitalbereich können von viral verursachten Knötchen befallen werden – und zwar von Feigwarzen, die rötlich bis grau-weißlich aussehen. Sie werden überwiegend durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und müssen ärztlich behandelt werden.

Sorgsame Pflege mindert Risiken

Prinzipiell vermindert eine gute Hautpflege die Ansteckungsgefahr. Im Schwimmbad oder nach dem Duschen zu Hause sollte immer darauf geachtet werden, die Zehen- und Fingerzwischenräume gut abzutrocknen. Zudem sollten keine Handtücher oder Waschlappen mit möglicherweise infizierten Personen geteilt werden. Bei trockener Haut hilft es, auf rückfettende Reinigungsprodukte wie auch pflegende Cremes zu setzen und nicht zu heiß zu duschen. Ein gestärktes Immunsystem und eine gute Durchblutung verringern das Infektionsrisiko ebenfalls: Dienlich ist vor allem regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Ausgewogene Ernährung tut ihr Übriges.

Keine Ansteckungsgefahr bei Alterswarzen

Nicht durch HPV-Viren verursacht werden übrigens Dellwarzen. Jene hellroten, stecknadelkopfgroßen Knötchen haben eine mittige Vertiefung. Weder durch einen Virus ausgelöst noch ansteckend sind darüber hinaus grau-braune bis schwarze Alterswarzen. Meistens breiten sie sich an Brust und Rücken sowie im Gesicht aus und werden durch UV-Strahlen begünstigt.

(Quelle: Apothekenkammer Niedersachsen)

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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Kommentar
  1. Warzen auf keinen Fall aufstechen, nee allein schon deshalb nicht, weil Warzen durch Viren verursacht werden und man durch Aufstechen selbiger die Erreger fröhlich auf der Haut verbreitet… Als Kind/Jugendliche hatte ich oft Dornwarzen vom Schwimmbad, damals gab es eine stinkende Lösung zum Auftragen, heutzutage vereist der Hautarzt die Dinger….