Schwimmen lernen lohnt sich in jedem Alter. Wer schwimmen kann, profitiert nicht nur bei Sicherheit und Gesundheit.
Gesundheit

Sicher schwimmen können

Die Sommerzeit ist da und mit ihr das Vergnügen, in Freibädern, Baggerseen und im Meer unbeschwert zu baden. Doch nur wenige Deutsche können wirklich noch sicher schwimmen, trotzdem gehen viele oft allzu sorglos mit dem nassen Element um. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des DLRG ergab, dass ein Drittel der Kinder und Jugendlichen und ein Viertel der Erwachsenen eher schlechte Schwimmer oder sogar Nichtschwimmer sind. Viele Kinder besitzen zwar das „Seepferdchen“-Abzeichen, welches dokumentiert, dass sich sie über 25 Meter über Wasser halten. Für sicheres Schwimmen ist dies jedoch keine Gewähr, auch nicht dafür, dass sie sich in einer Notlage wirklich schwimmend helfen könnten.

Für diese Entwicklung gibt es vielerlei Gründe: Immer mehr öffentliche Bäder werden aus Kostengründen geschlossen. Private Bäder oder Freizeitoasen eignen sich nicht zum Unterricht, und der Eintritt ist meist auch noch teurer. Der Schwimmunterricht in Grundschulen findet kaum noch statt, weil Stunden ausfallen oder der Zugang zu Bädern fehlt. Auch Eltern sehen sich aus Zeitmangel oft nicht mehr in der Lage, ihren Kindern das Schwimmen selbst beizubringen.

Zu ihrer eigenen Sicherheit sollten Kinder jedoch möglichst früh schwimmen lernen. Über die spielerische Heranführung lernen sie die Bewegungen leichter, gewöhnen sich schneller ans Wasser und verlieren bald die Scheu. Und auch wer in jungen Jahren keine Chance dazu hatte, sollte dennoch noch in jedem Alter versuchen, das Versäumte nachzuholen. Denn wer sicher schwimmen kann, profitiert in vielerlei Hinsicht.

 

Neun Gründe, schwimmen zu lernen

  1. Sicherheit: Schwimmen zu können ist schlicht lebenswichtig. Wer sicher schwimmen kann, verringert das Risiko, zu ertrinken. Er kann mögliche Gefahren am und auf dem Wasser besser einschätzen, weiß seine Kraft im Wasser richtig zu dosieren und kann sich (und andere) im Notfall auch retten.
  2. Immer möglich: Schwimmen kann man in jedem Alter lernen und ausüben, auch noch als Senior. Es ist keine Spezialbegabung dafür erforderlich, nur etwas Geduld mit sich selbst. Mit dem erworbenen Können steht dem regelmäßigen Besuch im Hallen- oder Freibad oder dem Badeurlaub dann nichts mehr entgegen.
  3. Vergnügen: Im Wasser wirkt die Auftriebskraft gegen die Schwerkraft („Archimedisches Prinzip“). Dadurch wirkt das Körpergewicht von Badenden leichter. Es ermöglicht ein angenehm schwereloses Empfinden und Fortbewegen – und verspricht jede Menge Freude und Spiel im nassen Element.
  4. Gesundheit: Schwimmen ist eine sehr rücken- und gelenkschonende Sportart und Bestandteil vieler Programme zur Prävention und Rehabilitation. Regelmäßiges Schwimmen stärkt das Herz-Kreislauf-System und die Ausdauer. Der Wasserdruck fördert den Rückstrom des Blutes in Richtung Herz. Es muss dagegen anpumpen, was wiederum den Herzmuskel trainiert. Das Herzvolumen wird größer und die Herzfrequenz sinkt. Auch die Atemmuskulatur wird dabei trainiert, Lungenfunktion und Hautdurchblutung werden verbessert. Bei einigen chronischen Erkrankungen kann ein Aufenthalt in Heil- oder Thermalbädern lindernd wirken. Die Bewegung gegen den Wasserwiderstand und bei entlasteter Wirbelsäule beansprucht viele Muskelgruppen und trägt zu einer aufrechteren Haltung bei.
  5. Gewichtsreduktion: Beim Schwimmen benötigt der Körper sehr viel Energie, das kurbelt die Fettverbrennung an. Für Übergewichtige ist Schwimmen ein idealer Einstiegssport, weil das Gewicht dank Auftrieb im Wasser kein Hindernis ist und die Gelenke beim Schwimmen entlastet sind.
  6. Wohlbefinden: Gleichmäßige ruhige Schwimmzüge und das Getragenwerden vom Wasser wirken entspannend und ausgleichend auf die Psyche. Man taucht im wahrsten Sinne des Wortes ein in ein „leichteres“ Dasein.
  7. Souveränität: Ein guter Schwimmer fühlt sich sicher, stark und fit. Er kann seinem Können und seiner Kraft jederzeit vertrauen. Das verbessert nicht nur das Körpergefühl, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein.
  8. Horizonterweiterung: Wer sich ins Wasser traut, kann auch in seiner Freizeit viel mehr entdecken und erleben. Sei es am heimischen See, am Nordseestrand oder beim Paddeln und Tauchen in fernen Gewässern: Es erschließen sich neue Aktivitäten und Einsichten in die Unterwasser-Flora und -Fauna.
  9. Miteinander: Über die Mitgliedschaft in Vereinen oder die Teilnahme an Schwimm- und Rettungskursen kann man neue Freundschaften schließen. Kinder und Jugendliche werden durch das Schwimmen in ihrer Entwicklung gestärkt, Menschen jeden Alters und jeder Herkunft im Sport integriert und inkludiert. Besonders für Geflüchtete, die in ihrer Heimat nie schwimmen gelernt haben, bieten sich hier Chancen, Sicherheit zu gewinnen und teilhaben zu können.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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