Die medizinische Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass diejenigen, die Tinnitus haben, oft auch schwerhörig sind.
Gesundheit

Volkskrankheit Tinnitus

Ein permanentes Geräusch im Ohr, nur für einen selbst zu hören. Tinnitus ist in Deutschland kein seltenes Phänomen. 48,2 Prozent der Deutschen ist der Begriff Tinnitus im Zusammenhang mit Hören bekannt, 18,8 Prozent bezeichnen sich selbst als betroffen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des terzo-Instituts. Dennoch sehen viele Befragte nicht den möglichen Zusammenhang zwischen einer Hörminderung und dem unangenehmen Geräusch im Ohr.

Bei den Ursachen herrscht unter den Befragten dagegen ein größerer Konsens. Als Hauptursache für das Ohrgeräusch machen die Befragten Stress in Alltag und Beruf (57, 7 Prozent) verantwortlich. Lediglich 12,4 Prozent glauben, dass ein Tinnitus durch einen Hörsturz oder ein Knalltrauma hervorgerufen wird, nur 8,7 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass eine Erkrankung des Gehörs dafür verantwortlich ist. Keine Verbindung sehen die Deutschen zwischen einer Schwerhörigkeit und einem Tinnitus (0,7 Prozent). Damit unterschätzen viele Deutsche in diesem Zusammenhang Beeinträchtigungen des Gehörs.

Fast alle Tinnitus-Patienten leiden unter einem Hörverlust

„Es überrascht nicht, dass viele Menschen zunächst Stressquellen aus dem Alltag mit Tinnitus in Verbindung bringen“, erläutert Dr. rer. nat. Juliane Dettling-Papargyris, Leiterin des terzo-Instituts für angewandte Gehörforschung. Häufig werden Verspannungen in Nacken und Halswirbelsäule oder auch Erkrankungen wie Diabetes, Arteriosklerose, Herzrhythmusstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Auslöser genannt. „Dabei kann eine Hörminderung der eigentliche Grund für einen Tinnitus sein, wenn die Hörfilter im Gehirn nicht mehr richtig arbeiten und bestimmte Töne infolgedessen dominant in den Vordergrund der Wahrnehmung rücken,“ so Dettling-Papargyris weiter. Vielen Menschen sei aber genau dieser Zusammenhang nicht bewusst. Dabei litten zwischen 80 bis 90 Prozent aller Tinnitus-Patienten gleichzeitig unter einem Hörverlust.

Hörgerät kann bei Tinnitus helfen

Den meisten Menschen, die ein Hörgerät tragen, ist der Zusammenhang zwischen einem Hörverlust und der Entstehung eines Tinnitus bekannt. 34,4 Prozent der befragten Hörgerätebesitzer glauben außerdem, dass ein Hörgerät bei der Behandlung des Ohrgeräusches helfen kann. Nicht-Hörgeräteträger sind hier skeptischer; nur 19,1 Prozent stimmen dieser Aussage zu. „Menschen mit einer Hörhilfe scheinen ein größeres Verständnis für die Verbindung zwischen Hörfähigkeit und Tinnitus zu haben als Nicht-Träger“, fasst Dettling-Papargyris zusammen. „Auf der anderen Seite ist die Zahl der Skeptiker noch sehr hoch, inwieweit ein vermindertes Gehör mit dem Ohrgeräusch zusammenhängt. Hier ist die Forschung gefragt, weitere Erfahrungen bei der Behandlung der ‚Volkskrankheit Tinnitus’ zu sammeln und eine aktivere Aufklärung zu Ursachen, Folgen und Behandlung unabdingbar.“

(Quelle: terzo-Institut)

 

Ausführliche Informationen rund um das Krankheitsbild Tinnitus gibt es auch auf der BARMER-Homepage.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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