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Grafische Darstellun der AHA+L+App-Regel
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Gesundheit

Wie schützen wir uns vor Viren und Bakterien?

Viren und Bakterien sind überall – trotzdem sind wir ihnen nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Es gibt effektive Möglichkeiten, sich vor Krankmachern zu schützen. Wichtigstes Mittel im Kampf gegen das Coronavirus ist beispielsweise die sogenannte AHA+L+A-Regel.

Was dahintersteckt, lesen Sie hier:

A wie: Abstand halten

Spätestens seit Corona wissen wir alle: Abstand halten tut gut! Viren und Bakterien können uns nur dann befallen, wenn wir ihnen die Chance dazu geben. Denn viele übertragen sich über Tröpfchen und Aerosole. Diese erreichen uns natürlich leichter, wenn wir beispielsweise andere umarmen. Vor allem im Winter – der Konjunkturzeit von Viren und Bakterien – sollten wir also auf einen ausreichenden Abstand achten. Und in Coronazeiten sowieso!

H wie: Hygiene beachten

Beim Händewaschen gilt: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Denn viele Infektionskrankheiten übertragen sich über die Hände. Mit dem Händewaschen verringert sich das Risiko, dass Erreger in den Mund oder über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen.

A wie: Alltagsmaske tragen

Während der Coronapandemie ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Einkaufen und im Öffentlichen Nahverkehr Pflicht. Die sogenannten Alltagsmasken dienen als Barriere für virushaltige Tröpfchen.

L wie: Lüften

In geschlossenen Innenräumen wird empfohlen, in regelmäßigen Abständen für einige Minuten zu lüften.

A wie: App nutzen

Die Corona-Warn-App benachrichtigt den Smartphone-Besitzer, wenn er eine Begegnung mit einer Person hatte, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert war. Weitere Infos zur App finden Sie auf der Website der Bundesregierung.

Unabhängig von der Corona-Pandemie ist eine weitere besonders wichtige Schutzmaßnahme das Impfen. Glücklicherweise existieren für viele Krankheiten sehr wirksame Impfungen. Werden diese Impfungen konsequent in der gesamten Bevölkerung durchgeführt, kann die Ausrottung des jeweiligen Erregers gelingen.

Was tun gegen Virusinfektionen und bakterielle Erkrankungen?

Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Während wir Viruserkrankungen in vielen Fällen einfach nur „aussitzen“ können, lassen sich viele Bakterien auch gezielt angreifen und vertreiben. Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, lesen Sie hier:

Bakterien:

Die bekannteste Medikamentengruppe im Kampf gegen bakterielle Infektionen sind Antibiotika. Die Medikamente verhindern die Vermehrung von Bakterien oder zerstören sie direkt. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass sie nach die kleinen Lebewesen nach der Zellteilung keine neue Zellwand bilden können. Ohne diese äußere Schutzhülle geht das Bakterium zugrunde. Antibiotika können aber auch die sogenannte Proteinbiosynthese blockieren, wodurch die Bakterien ebenfalls sterben. Es gibt eine ganze Bandbreite von Antibiotika, und nicht jedes hilft gegen jedes Bakterium. Ein Arzt muss entscheiden, welches Medikament bei welcher Krankheit zum Einsatz kommt. Deshalb sind Antibiotika stets verschreibungspflichtig. Wer eine bakterielle Infektion hat, muss jedoch nicht automatisch ein Antibiotikum nehmen. Viele Erkrankungen heilen auch von selbst wieder ab. Äußere Wunden lassen sich mit antiseptischen Maßnahmen behandeln.

Viren:

Einige Viren verursachen eine akute Erkrankung, andere lösen keine oder nur leichte Symptome aus. Viele virale Infektionen bekommt das körpereigene Abwehrsystem ganz von allein in den Griff, in dem es die Viren eliminiert. Einige können jedoch auch zu chronischen Erkrankungen führen. Bei Viren helfen Antibiotika nicht. Einen viralen Infekt müssen wir in der Regel einfach durchleben und er verschwindet von selbst. Immerhin sind wir danach meistens gegen dieses eine Virus immun. Gegen einige Viruserkrankungen gibt es inzwischen zielgerichtete Medikamente – sogenannte Virostatika. Es gibt auch Viren, die bei der Entstehung von Krebs beteiligt sein können. Das sind beispielsweise Papillomaviren, die Gebärmutterhalskrebs oder Mund-Rachen-Krebs auslösen können. Auch das Epstein-Barr-Virus ist kann gefährlich sein und zu Lymphomen führen.

Wenn sich Viren und Bakterien verbünden: Die Superinfektion

Unangenehm wird es, wenn sich zum Virus noch ein Bakterium gesellt. Das kann passieren, wenn wir so stark vom Virus geschwächt sind, dass Bakterien leichtes Spiel haben, in unseren Körper einzudringen und sich dort zu auszubreiten. So kann beispielsweise aus einer anfangs banalen Virusinfektion eine bakterielle Lungenentzündung entstehen. Eine solche bakterielle Superinfektion sollte auf jeden Fall ernstgenommen werden, denn unbehandelt kann sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen und sogar lebensbedrohlich sein. Anzeichen für eine bakterielle Superinfektion können ein verschlechterter Allgemeinzustand, Fieber und eine Verschlechterung der bereits vorhandenen Symptome sein. Gegen eine Superinfektion hilft üblicherweise ein vom Arzt verordnetes Antibiotikum.

Was sagt die Forschung?

Und wie schauen wir in die Zukunft?

Das lateinische Wort Virus bedeutet Gift oder Schleim. Dieser Name zeigt, wie viel Angst Menschen seit jeher vor Krankheitserregern haben. Zu Recht, denn Infektionskrankheiten haben die Menschheit schon zigfach schwer gebeutelt und sind in der Lage, Millionen von Menschen innerhalb kurzer Zeit zu töten. Viren und Bakterien haben jedoch auch gute Seiten – zumindest einige von ihnen – das hat die Forschung mittlerweile gezeigt.

Die guten Seiten im Blick! Wie Bakterien uns helfen

Was viele immer wieder überrascht: Es sind tatsächlich nur circa ein Prozent aller Bakterien, die Krankheiten bei Menschen auslösen. Über den Nutzen von Bakterien wissen wir glücklicherweise schon recht viel. Und das, was wir wissen, ist erfreulich: Viele Bakterien bilden eine Art Task Force gegen krankmachende Keime. Versuchen sich zum Beispiel Darmbakterien auf der Haut anzusiedeln, werden sie regelrecht umzingelt. Die Hautbakterien fressen in ihrer Umgebung alle Nahrung weg und hungern so die Angreifer aus. Außerdem scheiden sie Säuren aus, die ein Bestandteil des Säureschutzmantels der Haut sind. Fremde Bakterien können in Gegenwart dieser Säuren nicht leben und sterben ab. Nicht nur auf der Haut sind „gute Bakterien“ für uns im Einsatz, sondern auch im Darm. Billionen von Bakterien bilden unsere Darmflora. Sie helfen uns bei der Verdauung und wehren Krankheitserreger ab. Ohne Bakterien könnten wir nicht überleben.

 

 

Grafische Darstellung von Phagen, die Bakterien angreifen.

Bakteriophagen

Wenn Viren zum Feind von Bakterien werden

Bestimmte Viren haben eine geschmackliche Vorliebe für Bakterien. Sie infizieren diese Bakterien, um sie dann zu vernichten. Bakteriophagen nennen sich diese äußerst nützlichen Viren – übersetzt: Bakterienfresser. Phagen sind üblicherweise auf wenige Bakterien spezialisiert, sodass sie häufig nur Stämme einer Spezies befallen und abtöten können. Mit ihrem Appetit auf Bakterien können sie den Menschen bei der Behandlung bakterieller Infektionen helfen – was Phagen-Therapie genannt wird. Gerade vor dem Hintergrund immer häufiger auftretenden Antibiotikaresistenzen ein echter Virus-Segen, denn Phagen können antibiotikaresistente Bakterien zerstören! Darüber hinaus können Phagen beispielsweise als Probiotikum oder zur Impfstoffherstellung genutzt werden. Noch gibt es allerdings keine Phagen-Präparate in Deutschland oder Europa. Ein Antrag zur Genehmigung eines Präparats zur Bekämpfung von Listerien in Lebensmitteln oder Produktionsanlagen liegt der EU-Kommission vor.

Doris Goedecke-Vorberg

Redaktion, BARMER | Unternehmenskommunikation

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