An bewölkten Tagen braucht man keinen Sonnenschutz und UV-Schutz verhindert Bräune. Manche Irrtümer halten sich hartnäckig. Doch wer diesen Mythen auf den Leim geht, riskiert seine Gesundheit.
Gesundheit

UV-Schutz

An bewölkten Tagen braucht man keinen Sonnenschutz und UV-Schutz verhindert Bräune. Manche Irrtümer halten sich hartnäckig. Doch wer diesen Mythen auf den Leim geht, riskiert seine Gesundheit. Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER, klärt über 5 gängige Märchen rund um Sonne und UV-Schutz auf.

Für die ausreichende Bildung von Vitamin D reicht nach einer gemeinsamen Empfehlung verschiedener Fachinstitutionen die Hälfte der Zeit, die man ungeschützt für einen Sonnenbrand benötigt. Das sind je nach Hauttyp und Sonnenstand gerade einmal 10 Minuten am Tag auf Gesicht, Arme und Hände. „Empfehlungen wie „täglich 30 Minuten ungeschützte Mittagssonne“ sind veraltet und je nach Hauttyp gefährlich“, weiß Dr. Petzold. Wichtig ist ein angepasster UV-Schutz: So benötigen etwa Kinder einen intensiveren Schutz als Erwachsene. Deshalb braucht die Haut in den restlichen Stunden des Tages einen Schutz entsprechend der Sonnenintensität, gemessen als UV-Index. Der UV-Index berechnet sich unter anderem aus Jahreszeit, Wetter und geografischem Aufenthaltsort und wird tagesaktuell angegeben, beispielsweise unter www.uv-index.de.

„Falsch!“, warnt die Hautärztin. „Auch wenn der Himmel Wolken zeigt, kann die UV-Intensität immer noch ziemlich hoch sein. UV-Strahlen durchdringen dünne Wolken aufgrund ihrer Wellenlänge besser als das sichtbare Licht oder die Wärmestrahlung. Große weiße Wolken können das UV-Licht sogar reflektieren, also per Umleitung auf die Erdoberfläche schicken. Deshalb gilt: Auch an bewölkten Tagen stets auf einen ausreichenden UV-Schutz achten!“ Wer sich nicht sicher ist, kann die aktuelle UV-Intensität unter www.uv-index.de abrufen.

Grundsätzlich sollten UV-Schutzmittel nach starker Beanspruchung erneuert werden Denn die Bezeichnung „wasserfest“ besagt nur, dass nach zweimal 20 Minuten in bewegtem Wasser noch die Hälfte des UV-Schutzes bestehen muss. Spätestens nach dem Abtrocknen sind große Mengen des UV-Schutzmittels im Handtuch verschwunden. Deshalb sollte man sich nach Wasser- und Handtuchkontakt erneut eincremen, um den ursprünglichen Schutzfilm wieder herzustellen. „Es gibt bestimmte UV-Schutzmittel, die aufgrund ihrer Zusammensetzung besser in die Haut einziehen und so vor Wasser und Schwitzen weitgehend geschützt sind“, so Dr. Petzold. Doch auch das funktioniert nur, wenn die Mittel zuvor mindestens 20 Minuten ungestört in die Haut einziehen konnten, ohne vom Taschenriemen oder der Badekleidung abgerieben zu werden.

Viele Menschen meinen, dass ein Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktor das Braunwerden verhindert – und benutzen stattdessen Produkte mit zu niedrigen Faktoren. Dabei wird man auch mit einem starken UV-Schutz braun – zwar nicht ganz so schnell, dafür aber ohne Sonnenbrand. „Keine Sonnencreme schützt vollständig. Es kommen immer noch UV-Strahlen auf die Haut. Allerdings nur so viel, dass die Reparaturmechanismen der Haut nicht überfordert werden“, beruhigt Dr. Petzold

„Nein, denn Bräune entsteht zum Schutz der Haut und erst, wenn es bereits erste unsichtbare UV-Schäden in der Haut gegeben hat. Nur weitere UV-Schäden erhalten die Bräune, und das will gut überlegt sein!“, gibt die Hautexpertin zu bedenken. Richtig ist, dass die Haut nach dem Sonnen eine Portion Extra-Pflege benötigt. Allerdings müssen es nicht unbedingt spezielle, meist teure, After-Sun-Produkte sein. Eine gute Bodylotion tut es auch. Wichtig sind laut Dr. Petzold die Inhaltsstoffe. „Panthenol oder Azulen beruhigen die sonnengestresste Haut, Hamamelis oder Aloe Vera lassen Reizungen schneller abklingen.“ Wer jedoch zu Allergien neigt, sollte bei pflanzlichen Wirkstoffen vorsichtig sein. „Sonnengestresste Haut kann in ihrer Schutzfunktion eingeschränkt sein und so Inhaltsstoffe schneller aufnehmen als nicht gereizte Haut“, weiß die Expertin.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Netiquette:
Wir freuen uns auf einen regen und fairen Austausch mit Ihnen. Im Interesse aller Leser behalten wir uns dennoch vor, Kommentare abzulehnen, die anstößig, gesetzeswidrig, beleidigend, diskriminierend oder diffamierend sind. Bitte verzichten Sie auch auf Beiträge und Links mit Werbung und anderen kommerziellen Inhalten. Eingehende Kommentare werden werktäglich bearbeitet, Beiträge vom Wochenende entsprechend montags publiziert. Außerdem bitten wir um Verständnis, dass die Redaktion keine individuellen Leistungsanfragen beantworten kann. Bitte nutzen Sie dafür den kostenlosen Telefonservice der BARMER. Sie erreichen ihn unter der Telefonnummer 0800 333 1010.