Eine neue Zeckenart ist nach Deutschland eingewandert. Die Uni Hohenheim forscht derzeit, wie gefährlich sie ist, und braucht dafür Hilfe.
Allgemein

Uni Hohenheim forscht

Die Erforschung der Zecken – damit beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hohenheim bereits seit Jahrzehnten. Durch den Rekordsommer im Jahr 2018 ist eine weitere Zeckengattung in unseren Fokus gerückt: Die exotischen Hyalomma-Zecken. Diese eingewanderte Tropenzecke ist dreimal so groß ist wie ihre europäischen Verwandten und sorgt seit Kurzem vielerorts für Verunsicherung.

Vermutlich wurde sie durch Vögel eingeschleppt: Die auffällige Hyalomma-Zecke, die ursprünglich aus Afrika, Asien und Südeuropa stammt. „Der Klimawandel scheint es der Hyalomma Zecke zu erlauben, auch dauerhaft in Deutschland Fuß zu fassen“, erklärt Prof. Dr. Mackenstedt, Parasitologin und Expertin für Zecken an der Uni Hohenheim. Dabei unterscheidet sich die neue Art unter anderem in ihrem Jagdverhalten von ihren europäischen Verwandten: Letztere klettern an Gräsern, Kräutern und Büschen in die Höhe, wo sie sich von Wildtieren und Wanderern abstreifen lassen. „Die Hyalomma-Zecke jagt dagegen aktiv: Sie erkennt Warmblütler auf Distanzen von bis zu 10 Metern und kann sie über mehrere 100 Meter verfolgen“, so Mackenstedt.

Um die Ausbreitung und mögliche Gefahren durch die neue Hyalomma-Zecke zu erforschen, bittet die Hohenheimer Zecken-Expertin Prof. Dr. Ute Mackenstedt per Video-Botschaft nun auch die Bevölkerung um Mithilfe.

Sie möchten einen Zeckenfund melden?

Um die Ausbreitung exotischer Zeckenarten in Deutschland weiter zu untersuchen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln benötigt die Uni Hohenheim Ihre Hilfe. Sie haben eine verdächtige Zecke gefunden? Dann schicken Sie eine E-Mail an tropenzecken@uni-hohenheim.de, wenn möglich mit Foto, Datum und Fundort der Zecke.
Noch besser ist es natürlich, wenn Sie die Zecke noch besitzen. Zur Artbestimmung können Sie das Tier per Post an die Uni Hohenheim schicken. Am besten gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  1. Wenn die Zecke noch lebt, geben Sie sie in ein kleines, luftdichtes Gefäß (z.B. ein Kunststoff-Cremetigel, ein sehr kleines Einmachglas o.ä.). Legen Sie einen frischen Grashalm dazu, er wird die Zecke mit Feuchtigkeit versorgen und ein Vertrocknen während des Transports verhindern.
  2. Wenn die Zecke tot ist, dann können Sie sie auch in etwas Papier einschlagen und dann in ein Stück Luftpolsterfolie verpacken. Kleben Sie diese von außen mit Tesafilm zu.
  3. Achten Sie bitte UNBEDINGT darauf, dass die Zecke keinen Kontakt zu Tesafilm oder anderen Klebern hat. Dadurch wird die Handhabung und Bestimmung erschwert.
  4. Wenn Sie die Zecke sicher verpackt haben, geben Sie sie am besten in eine Luftpolstertasche oder einen kleinen Karton. Bitte schicken Sie sie an:

Prof. Dr. Ute Mackenstedt

Fachgebiet für Parasitologie 220B

Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart-Hohenheim

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Netiquette:
Wir freuen uns auf einen regen und fairen Austausch mit Ihnen und bitten Sie um die Beachtung folgender Punkte:
  • Eingehende Kommentare werden werktäglich bearbeitet und so veröffentlicht, wie sie eingereicht werden. Beiträge vom Wochenende werden montags publiziert.
  • Wir behalten uns vor, Kommentare abzulehnen, die anstößig, gesetzeswidrig, beleidigend, diskriminierend oder diffamierend sind.
  • Bitte verzichten Sie auf Beiträge und Links mit Werbung und anderen kommerziellen Inhalten.
  • Wir bitten um Verständnis, dass die Redaktion keine individuellen Leistungsanfragen beantwortet. Bitte nutzen Sie dafür den kostenlosen Telefonservice der BARMER unter der Rufnummer 0800 333 1010 oder den Service-Bereich bei barmer.de
Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzbestimmungen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten.