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Schwangere sollten während des Ramadan auf das übliche Fasten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verzichten. Für das ungeborene Kind besteht sonst ein größeres Risiko für gesundheitliche Nachteile.
Ernährung

Schwangere sollten trotz Ramadan auf das Fasten verzichten

Schwangere sollten während des Ramadan (beginnt am Abend des 15. Mai 2018 und endet am Abend des 14. Juni 2018)  auf das übliche Fasten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verzichten. Für das ungeborene Kind besteht sonst ein größeres Risiko für gesundheitliche Nachteile. Eine Forschergruppe der Universität Mainz hat erstmals Daten zum Ramadan-Verhalten schwangerer Muslimas in Deutschland erhoben. Untersucht wurde, wie sich muslimische Schwangere über Ramadan in der Schwangerschaft informieren und welche Ratschläge sie von medizinischem Fachpersonal erhalten.

Dazu wurden schwangere und frisch entbundene Muslimas in Mainzer Krankenhäusern zu ihrem Verhalten im Ramadan befragt. Es gab Fragen zum Fasten, zum Schlafrhythmus und sonstigen Änderungen im Ess- und Trinkverhalten erhoben, die einen Effekt darauf haben können, ob und wie Ramadan während der Schwangerschaft das Kind beeinflusst. Erhoben wurden auch Kontrollvariablen wie Ausbildungsstatus und Geburtsland. Befragt wurde auf Deutsch, Arabisch, Türkisch und Englisch.

43 % der befragten 116 Frauen hatten mindestens einen Tag gefastet, davon 54 % 20 bis 30 Tage. 67 % der nicht fastenden und 20 % der fastenden Frauen erwarteten negative Effekte in der Schwangerschaft auf die Gesundheit ihres Kindes.

49 % der fastenden Frauen bespricht ihr Verhalten im Ramadan mit ihrer Gynäkologin oder Hebamme. Nur zwei Frauen gaben an, proaktiv vom Fachpersonal auf den Ramadan angesprochen worden zu sein. 73 % des Fachpersonals raten vom Fasten in der Schwangerschaft ab. Über ein Viertel weist aber nicht auf mögliche negative Auswirkungen hin. Die Mainzer Wissenschaftler halten daher eine Sensibilisierung von Gynäkologinnen und Hebammen für die möglichen negativen gesundheitlichen Konsequenzen für geboten.

Etwa 5 % der deutschen Bevölkerung sind Muslime – mit steigender Tendenz. Islam-spezifische Themen müssen deshalb in der Schwangerschaftsvorsorge berücksichtigt werden. In muslimischen Ländern fasten die meisten Schwangeren im Ramadan; die Gebräuche schwangerer Muslimas in Europa wurden bislang kaum untersucht, obwohl Studien zeigen, dass Ramadan-Fasten während der Schwangerschaft dazu führen kann, dass das Kind ein größeres Risiko für schlechtere kognitive Leistungen, Behinderungen und – im Erwachsenenalter – Symptome von Typ II Diabetes und koronare Herzkrankheiten hat.

Informationen darüber, wie Muslima ihr Verhalten im Ramadan aufgrund der Schwangerschaft verändern können, finden sie in der jeweiligen islamischen Gemeinde.

(Quelle: www.bzfe.de)

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  • sharafmaksumov/stock.adobe.com
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