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Gesundheit

Pflaster
Ja oder nein?

Aus medizinischer Sicht sind Pflaster nicht bei jeder Verletzung notwendig. Dazu muss man wissen: Wunden heilen in drei Phasen. Unmittelbar nach der Verletzung ziehen sich die Blutgefäße zunächst zusammen, um die Blutung zu stoppen. Das nachfolgend produzierte Wundsekret enthält Enzyme, die die Wunde reinigen und Schmutzpartikel entfernen. Für den dauerhaften Verschluss werden Gerinnsel gebildet, die die Wunde abdecken (Kruste). In der zweiten Phase wachsen von den Wundrändern aus Zellen in die Verletzung, die die Wunde verschließen. In der dritten Phase wird das Gewebe restrukturiert und gefestigt. Ob eine Wunde nun besser an der Luft heilt oder nicht, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Denn das hängt von der Art der Wunde ab. Vor allem bei tiefen und großflächigen Wunden wird heute das Prinzip der feuchten Wundbehandlung mit geschlossenem Verband propagiert, da diese Art des Wundmanagements die Arbeit des Wundsekrets und das Zellwachstum unterstützt. Oberflächliche Bagattellverletzungen heilen zwar gut an der Luft, können aber nach vorsichtiger Reinigung auch durch ein Pflaster abgedeckt werden, um sie beispielsweise vor Reibung durch Kleidung zu schützen. Die dadurch verabreichten Streicheleinheiten spenden eine zusätzliche Portion Trost.

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