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Junges Mädchen trinkt ein Glas Cola mit einem Strohhalm
Ernährung

Koffein ist für Jugendliche schnell gefährlich

Schnell zu viel getrunken

Einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zufolge trinken knapp 70 Prozent der befragten Jugendlichen Energydrinks, davon jeder zehnte mehrmals pro Woche. Jugendliche, die mehr als 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag aufnehmen, riskieren Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen bis hin zum Kreislaufkollaps. Eine Befragung von über 2000 kanadischen Jugendlichen zeigte, dass mehr als die Hälfte der Befragten bereits negative Folgen nach Koffeingenuss am eigenen Körper erlebten. „Die kritische Menge erreicht ein 13-jähriger Junge von etwa 50 Kilogramm Körpergewicht bereits mit einem halben Liter Energydrink“, sagt Wiebke Franz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen. Ein halber Liter enthält neben vielen Zusatzstoffen, Aromen und Zucker bis zu 160 Milligramm Koffein.

Energyshots ohne Höchstmengen

Energyshots sind Energiekonzentrate, die deutlich höhere Konzentrationen an Koffein enthalten, meist 200 mg Koffein pro 60 Milliliter. Das ist möglich, denn die Hersteller nutzen eine Lücke im Gesetz, in dem sie die Produkte als Nahrungsergänzungsmittel anbieten. Für sie gibt es – im Gegensatz zu Energydrinks – keine gesetzlichen Höchstmengen und damit auch keine Mengenbegrenzung für Koffein. Zahlreiche Online-Shops haben die Shots als schnellen Kick im Angebot.

In Kombination mit Alkohol steigt das Risiko

In Verbindung mit Hochprozentigem ist der Koffeinkonsum besonders problematisch, da Koffein und Zucker die Wirkung des Alkohols verdecken. Dadurch wird der Alkoholpegel niedriger eingeschätzt, als er tatsächlich ist. Müdigkeit und Erschöpfung werden nicht richtig wahrgenommen und die Risikobereitschaft steigt – ebenso wie die Gefahr für Unfälle und Stürze.

Konsequenzen gefordert

Die Verbraucherzentrale Hessen fordert ein Verkaufsverbot für alle Erfrischungsgetränke mit einem erhöhten Koffeingehalt (über 150 Milligramm je Liter) an Minderjährige. Darüber hinaus halten die Verbraucherzentralen eine bessere Kennzeichnung der Produkte für dringend erforderlich: „Der Hinweis ‚erhöhter Koffeingehalt‘ reicht nicht aus. Der Warnhinweis muss um die Nebenwirkungen in Kombination mit Alkohol und körperlicher Anstrengung ergänzt werden“, so Franz.

Auch die gesetzliche Pflicht, Getränke mit erhöhtem Koffeingehalt mit dem Warnhinweis „Für Kinder und schwangere und stillende Frauen nicht geeignet“ zu kennzeichnen, genügt nicht. Denn meist steht er klein geschrieben auf der Rückseite der Verpackungen. Die vorgeschriebenen Hinweise sollten mit der Ergänzung deutlich sichtbar auf der Vorderseite der Produkte stehen.

(Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hessen)

 

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  • AntonioDiaz/stock.adobe.com
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