Fleischersatzprodukte gibt es viele. Doch nicht alle Produkte sind grundsätzlich gut – weder für die Gesundheit noch das Klima.
Ernährung

Wie gut sind Fleischersatz-Produkte?

Fleisch, Kartoffeln und Gemüse – dieses Bild von der vollständigen Mahlzeit aus dem Deutschland der 1950er Jahre hat ausgedient. Einflüsse anderer Kulturen und ein sich wandelndes Verständnis darüber, wie Lebensmittel zubereitet, kombiniert und verzehrt werden können, machen Ideen vom Mittag- oder Abendessen heute variantenreicher denn je.

Dass Fleischiges zu einem vollständigen Essen dazu gehört, scheint dennoch in den Köpfen vieler Menschen fest verankert zu sein. Das steigende Angebot sogenannter Fleischersatz-Produkte kommt da wie gerufen. Es richtet sich gezielt an Vegetarier oder Veganer. Und außerdem an Menschen, die ihren Fleischverzehr reduzieren wollen. Nahezu selbstverständlich tragen die Produktentwicklungen Namen wie „Tofu-Würstchen“, „Seitan-Schnitzel“ oder „wie Schinken“ für einen Brotbelag auf pflanzlicher Basis. Begriffe, die durchaus Orientierung über die Produkteigenschaften geben. Das funktioniert aber nur auf den ersten Blick. Denn wer der eigenen Gesundheit zuliebe oder für den Klimaschutz auf Fleisch verzichtet, muss weit hinter die Kulissen der Packungskennzeichnung schauen. Das einzige, was vollkommen klar ist: Für pflanzliche Fleischersatzprodukte muss kein Tier sterben.

Fleischersatzprodukte sind kein Rundum-Sorglos-Paket

Wer den Entschluss gefasst hat, fleischfrei oder fleischärmer zu leben, findet in Supermärkten und im Online-Handel ein breites Angebot an Fleischersatzprodukten, die den Ernährungsumstieg und den späteren Alltag erleichtern sollen. Ein Angebot, das insbesondere für diejenigen attraktiv erscheint, die nur wenig Zeit oder Muße haben, sich mit detaillierten Ernährungsfragen auseinanderzusetzen. Doch der Teufel steckt im Detail: Weder haben die Fleischalternativen automatisch einen günstigen Nähr- und Gesundheitswert, noch sind sie per se die klimafreundlichere Wahl. Oft kommen ihre Rohstoffe von weither und werden unter ungünstigen Bedingungen für die Umwelt gewonnen. Eine Folge davon sind hohe Treibhausgasemissionen, unter anderem aufgrund des Transports und der Energieaufwendungen für die Einhaltung der Kühlkette. Dazu kommt der hohe Verarbeitungsgrad der Produkte. Der verschlechtert nicht nur die Klimabilanz, sondern auch den Nährwert.

Selbst kochen als Alternative

So groß das Angebot industrieller Fleischalternativen ist und so attraktiv es auf den ersten Blick erscheint: Wer klimafreundlich essen und gleichzeitig seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, ist meist besser beraten, selbst zum Kochlöffel zu greifen. Denn bei den Fleischersatzprodukten vollzieht sich aktuell das gleiche, das sich auch schon bei den Convenience-Produkten vorhergehender Generationen ereignet hat: Die vorgelagerten Verarbeitungsprozesse versprechen eine schnellere Zubereitung zu Hause und einen unbeschwerten Genuss. Mangels tierischer Zutaten versprechen die Alternativprodukte außerdem klimafreundlicher zu sein, was jedoch nur bedingt der Fall ist. Tatsächlich muss derjenige, der hier eine gesundheits- und umweltbewusste Konsumentscheidung treffen will, sehr viel Zeit und Hintergrundwissen mitbringen, um im vielfältigen Produktsortiment „die Spreu vom Weizen“ zu trennen. Zeit, die beim Selbstkochen vielleicht besser investiert ist. Schließlich gibt es zahlreiche Rezepte für eiweißreiche leckere Speisen und Beilagen: vom „Chili sin carne“ mit Kichererbsen statt Rinderhack über den Grünkern-Bratling für den vegetarischen Burger bis hin zu würzigen Brotaufstrichen auf Basis von Hülsenfrüchten.

(Quelle: www.bzfe.de)