Je näher das Ende der Fußball-WM rückt, um so mehr sind die Nerven vieler Fans gespannt. Für Herzpatienten kann jede Partie schnell zu einem riskanten Fußballkrimi werden.
Gesundheit

So überstehen Herzpatienten einen Fußballkrimi

Je näher das Ende der Fußball-WM rückt, um so mehr sind die Nerven vieler Fans gespannt. Für Herzpatienten kann jede Partie schnell zu einem riskanten Fußballkrimi werden. Denn nicht nur körperliche Überanstrengung, auch emotionaler Stress, wie er beim Mitfiebern während einer Fußballpartie entsteht, kann das Herz belasten. „Herzpatienten, also Menschen mit bekannten Angina-Pectoris-Anfällen, einer koronaren Herzerkrankung oder auch mit Herzinsuffizienz sollten sich nicht zu großem emotionalem Stress aussetzen. Auch Patienten mit Herzrhythmusstörungen sollten vorsichtig sein, denn der Puls kann bei Aufregung leicht mal schneller als 150 Schläge pro Minute sein“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Die Aufregung könne vermehrt zu Herzrhythmusstörungen und schlimmstenfalls zu einem Herzstillstand führen.

Kein Risiko eingehen

Um die spannenden Spiele ohne unnötiges Risiko verfolgen zu können, rät die Medizinerin Herzpatienten zu Besonnenheit: „Auch wenn es banal klingen mag, aber in der Ausnahmesituation einer Fußball-WM sollten Herzpatienten ganz besonders auf die korrekte Einnahme ihrer Medikamente achten.“ Zusätzlich empfiehlt Marschall Betroffenen, vor und während des Spiels am besten auf alkoholfreie Getränke auszuweichen, zumal Herz-Medikamente und Alkohol ohnehin keine gute Kombination sind. Wer dennoch nicht auf Alkohol verzichten möchte, sollte das grundsätzlich mit seinem Hausarzt besprechen.

Sicherheit statt Spannung

Kommt es zu besonders spannenden Spielphasen wie etwa einem Elfmeterschießen, hilft es, sich bewusst auf die Atmung zu konzentrieren oder für einen Moment den Raum zu verlassen, frische Luft zu schnappen und so auf das Ergebnis zu warten. Beides verringert laut Marschall den Stress. Sollten dennoch Beschwerden auftreten, die auf einen Herzinfarkt hinweisen, muss umgehend der Notarzt unter 112 alarmiert werden.