Drum singe,
wem Gesang gegeben

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Eine rundum wohltuende Sache

Ob laut oder leise, schräg oder harmonisch, in die Bürste hinein, allein unter der Dusche oder mit anderen im Chor: Singen wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus, das hat die Wissenschaft umfassend dokumentiert. Wenn wir „aus ganzem Herzen“ singen, drücken wir Gefühle und Stimmungen aus. Denn dabei geschieht einiges in unserem Körper.

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Training für Bauchmuskeln und Lungen

Das bewusste Atmen und Anspannen der Bauch- und Brustmuskulatur, um die Stimme aufzubauen, versorgt den Kreislauf mit mehr Sauerstoff als normalerweise beim Atmen. Je öfter man singt, desto mehr tut man für die Stärkung dieser Muskeln und der Lungenkraft.

Um ihrer Stimme Kraft und Ausdruck zu verleihen und Töne lang halten zu können, machen Sänger regelmäßig Atemübungen, bei denen sie bewusst in den Bauch hineinatmen. Die Muskulatur zieht das Zwerchfell nach unten und öffnet so den „Resonanzraum“. Atmen sie eher in den oberen Brustkorb, engt dies die Lungen im unteren Bereich ein.

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Anregung des Stoffwechsels

Anregung des Stoffwechsels

Die grundsätzlich bessere Sauerstoff-Versorgung nach etwa 15 bis 20 Minuten Singen stärkt auch das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Nach einer längeren Gesangsrunde, so hat man festgestellt, lassen sich Immunglobuline, die in der Schleimhaut des Kehlkopfes sitzen und Erreger bekämpfen, vermehrt nachweisen.

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Regulierung des Blutdrucks

Beim Singen gerät das Zwerchfell durch das Atmen und die Muskelkontraktion im Bauchraum in Bewegung. Das reguliert nicht nur den Blutdruck, es kann Verspannungen in Bauch und Brust lösen. Beim gemeinsamen Singen im Chor, so haben Forscher der Universität Göteborg 2013 festgestellt, passen sich Atmung und Herzschlag der Sängerinnen und Sänger oftmals sogar an. Sie sind dann nicht nur stimmlich „im Gleichtakt“, sondern auch bei ihrer Herzfrequenz.

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Beruhigende Wirkung

Je nachdem kann die Art eines Gesangs beruhigend wirken. Nicht umsonst hat sich das gesungene Gute-Nacht-Lied als Einschlafhilfe für kleine Kinder bewährt. Beim Entspannen und Einschlafen hilft ihnen das stets wiederkehrende Setting mit gedimmtem Licht, dem Klang der Stimme ihrer Bezugsperson und einfachen Lieder mit einem gleichmäßigen Rhythmus.

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Stärkung der Konzentration

Singen kann die Sprachentwicklung und Stimmkraft bei Kindern unterstützen und ihr Gemeinschaftsgefühl mitentwickeln. Forscher der Universität Helsinki stellten 2015 fest, dass Singen bei Patienten mit leichter Demenz eine positive Wirkung auf ihre kognitiven, emotionalen und sozialen Funktionen hatte. Nachdem diese über zehn Wochen an Gesangsübungen teilgenommen hatten, zeigten sie ein verbessertes Arbeitsgedächtnis und eine bessere Orientierungsfähigkeit. Sie waren zudem weniger depressiv und konnten Alltagsaufgaben eigenständiger meistern.

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Stressabbau und gute Laune

Singen hebt die Stimmung und vertreibt Anspannung und Stress. Bei einer Pilotstudie am Royal College of Music in London wurden 2016 während einer längeren Chorprobe 193 Mitwirkende untersucht, die entweder selbst an Krebs erkrankt waren, einen Angehörigen durch Krebs verloren hatten oder sich Sorgen um Erkrankte machten. Vor und nach der Probe wurden ihre Stimmungslage und ihr Stresslevel erfragt und Speichelproben genommen. Nach der Probe hatte sich ihre Stimmung deutlich verbessert. Die Speichelproben zeigten weniger Stresshormone Adrenalin und Kortisol sowie ein höheres Level an Immunproteinen, Endorphinen und dem angstlösenden Neuro-Hormon Oxytocin.

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Wo die Singstimme entsteht

Gesang wie Sprache entstehen mithilfe von Zwerchfell und Lunge sowie dem Kehlkopf mit Stimmlippen und Stimmbändern. Damit die Töne ihren Klang voll entfalten und nicht gepresst oder zu leise klingen, braucht es die richtige Atemtechnik. Der Klang einer Stimme wird im Vokaltrakt über dem Kehlkopf weiter beeinflusst.

Der Kehlkopf ist innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet und besteht außen aus Bindegewebe, Muskeln und dem Schildknorpel („Adamsapfel“). Wie ein kurzes Röhrchen verbindet er den Rachenraum mit der Luftröhre.

Die Stimmlippen sind zwei Schleimhautfalten, die wie ein Theatervorhang in der Mitte des Kehlkopfes angeordnet sind. Mithilfe der Stimmbänder und den Stimmbandmuskeln am Rand werden sie geöffnet, verengt oder gedehnt. Beim Sprechen oder Singen werden die Stimmlippen bis auf einen Spalt – die Stimmritze – verengt: Beim Einatmen sind sie ohne Spannung und geöffnet. Beim Ausatmen werden sie gespannt. Die ausströmende Luft bringt sie zum Schwingen.

Die Stimmbänder bestimmen die individuelle Höhe der Stimme mit. Abhängig von ihrer Länge, ihrer Flexibilität sowie der Größe der darauf sitzenden Stimmlippen kann dies unterschiedlich ausfallen. Je kürzer die Bänder, desto schneller schwingen sie. Der Ton fällt höher aus. Je entspannter, desto langsamer schwingen sie. Der Ton wird entsprechend tiefer. Im Teenageralter wachsen und dehnen sie sich noch einmal, dann verändert sich die Stimmlage (z. B. nach dem „Stimmbruch“ der Jungen). Männer verfügen oft über längere Stimmbänder als Frauen, deshalb fällt ihre Stimmlage auch tiefer aus.

Mund, Rachen und Nasenhöhlen dienen als Resonanzräume. Sie modulieren den im Kehlkopf erzeugten Schall weiter. Die Bewegung von Zunge, Lippen, Backen und Kiefern lassen dabei individuelle Klänge, Melodien oder Geräusche entstehen. Wie wir singen, ist von der Anatomie beeinflusst, zum Beispiel von der Stellung des Kiefers, der Lippen, des Kehlkopfes, des Gaumensegels und der Zunge.

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Was die Stimmbildung verhindern kann

Zu viel Alkohol, Rauchen (reizende Schadstoffe), fettes Essen und zu wenig Schlaf schaden der Stimmbildung. Nikotin- und Alkoholmissbrauch sind zudem mit einem hohen Risiko für Tumoren am Kehlkopf verbunden.

Wenn sich die Stimme anhaltend verändert hat, liegt eine Stimmstörung vor. Häufig ist sie dann heiser oder klingt gepresst, belegt oder tonlos. Sie ist weniger belastbar und leistungsfähig: Dann kann man zum Beispiel Töne nicht mehr so lange halten und nicht mehr so tief oder hoch sprechen oder singen wie zuvor. Manchmal versagt die Stimme auch ganz (Aphonie).

Diese können durch häufiges und lautes Sprechen entstehen. Manche Menschen setzen die Stimme auch unbewusst mit zu viel Druck oder Spannung ein, etwa weil sie sehr angespannt sind oder sich eine ungünstige Atemtechnik angewöhnt haben. Andere sprechen in einer Tonlage, die für sie nicht ideal ist.

Ursache sind meist Veränderungen am Kehlkopf wie eine Entzündung (Laryngitis), bei der sich die Stimmbänder und die Schleimhaut entzünden, oder ein Tumor. Nach einer Schilddrüsenoperation können die Stimmlippen im Kehlkopf gelähmt sein.

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