Startseite Gesundheit Schlaganfall – Erkennen, handeln, vorbeugen
Bildcollage: junger Mann, der sich vor Schmerzen mit beiden Händen an den Kopf fasst. Sein Gehirn ist grafisch dargestellt. Aus den Schmerzfeldern sprühen Blitze.
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Schlaganfall

Ein Schlaganfall zerschlägt das Leben – im wahrsten Sinne des Wortes. Er trifft die meisten Menschen aus heiterem Himmel. Wird er nicht in den ersten Stunden erkannt und behandelt, kann er schwerwiegende Folgen hinterlassen oder zum Tod führen. In Deutschland ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache nach Herz- und Krebserkrankungen und eine der häufigsten Ursachen für Behinderungen im Erwachsenenalter. Doch was genau steckt hinter dem Schlaganfall? Wer ist besonders gefährdet und wie lässt sich sinnvoll vorbeugen? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten.

Schlaganfall – Was bedeutet das?

Ein Schlaganfall – in der Fachsprache auch Apoplex oder Hirninsult genannt – ist die Folge einer plötzlich auftretenden Durchblutungsstörung im Gehirn. Die Störung bewirkt, dass zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe ins Gehirn gelangen, weshalb dort schon nach kurzer Zeit Nervenzellen absterben: Im Schnitt gehen bei einem Schlaganfall 1,9 Millionen Nervenzellen pro Minute zugrunde. Bereits nach etwa zehn Minuten treten neurologische Schäden auf, die in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Jährlich erleiden ungefähr 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall.

Doch wie kommt es zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn?
Das sind die möglichen Ursachen eines Schlaganfalls:

  • Hirninfarkt:

Der Hirninfarkt – auch ischämischer Schlaganfall genannt – ist mit mehr als 80 Prozent der häufigste Auslöser für einen Schlaganfall. Dabei stirbt Gehirngewebe ab, weil das Gehirn aufgrund eines blockierten Blutgefäßes (Arterie) nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Meist waren die betroffenen Gefäßwände bereits vorgeschädigt, verhärtet oder durch Ablagerungen verengt.

  • Hirnblutung:

Von einer Hirnblutung – auch hämorrhagischer Schlaganfall genannt – spricht man, wenn ein Gefäß in Gehirn platzt und dadurch bestimmte Bereiche im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Der Druck des austretenden Blutes schädigt das umliegende Gewebe zusätzlich.

  • Transitorisch Ischämische Attacke („kleiner Schlaganfall“)

Die sogenannte TIA – auch Minor Stroke genannt – gilt als Vorbote des Schlaganfalls. Dabei kommt es wie beim Hirninfarkt zu einer Mangeldurchblutung des Gehirns. In der Regel tritt sie jedoch nur für kurze Zeit auf. Sie dauert im Schnitt 15 Minuten und zeigt sich mit den gleichen Symptomen wie ein Schlaganfall. Innerhalb einer Stunde bilden sich die Symptome jedoch üblicherweise wieder zurück. Obwohl es im ersten Moment harmloser klingt, ist auch diese Attacke ein Notfall! Jeder dritte Schlaganfall kündigt sich durch die TIA an.

  • Hirnentzündungen (Encephalitiden) und Tumorerkrankungen

Diese Erkrankungen sind seltene Ursachen für einen Schlaganfall.

Die häufigsten Schlaganfall-Risiken im Überblick

„Schlaganfall? Den bekommen doch nur alte Menschen!“ Diese falsche Annahme ist auch heute noch weit verbreitet. Es ist zwar tatsächlich so, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, mit dem Alter steigt. Dennoch kann es Menschen jeden Alters treffen – sogar schon Babys. Abgesehen vom Alter gibt es viele weitere Faktoren, die einen Schlaganfall begünstigen können. Die gute Nachricht: Die meisten davon können wir beeinflussen, indem wir auf einen gesunden Lebensstil achten. So ließen sich mindestens 70 Prozent aller Schlaganfälle verhindern.

Illustration einer verengten Arterie

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

  • Bluthochdruck

    Ein chronisch hoher Blutdruck gilt als Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall. Je höher der Blutdruck ist und je länger er unbehandelt bleibt, desto größer ist das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

  • Arteriosklerose

    Bei einer Arteriosklerose verengen sich die Arterien durch Ablagerungen. Der Durchmesser der Arterien und ihre Elastizität verringern sich dadurch, sodass die Gefäße verstopfen können.

  • Carotisstenose

    Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Einengung (Stenose) der hirnversorgenden Halsschlagadern (Carotis). Hauptursache dafür ist die oben beschriebene Arteriosklerose. Sind die Halsschlagadern verengt, ist der Blutstrom verlangsamt. Die Folge kann eine Gefäßverstopfung oder eine Mangeldurchblutung des Gehirns sein.

  • Vorhofflimmern

    Das Vorhofflimmern ist eine spezielle Form der Herzrhythmusstörung, bei der es zu einem unregelmäßigen Herzschlag kommt. Bleibt das Vorhofflimmern unbehandelt, steigt das Schlaganfallrisiko.

  • Diabetes mellitus

    Beim Diabetes mellitus sind die Zuckerwerte im Blut erhöht. Dieser hohe Zuckergehalt greift die Gefäßwände an und beschleunigt das Entstehen von Arteriosklerose. Diabetiker haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

  • Fettstoffwechselstörung

    Die Fettstoffwechselstörung sorgt für cholesterinhaltige Ablagerungen an den Gefäßwänden und befördert Arteriosklerose und Bluthochdruck. Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann das Schlaganfallrisiko um das Zweifache erhöhen.

  • Übergewicht

    Übergewicht steigert das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck und Arteriosklerose. Das Schlaganfall-Risiko steigt um das Zwei- bis Dreifache.

  • Bewegungsmangel

    Bewegung trainiert unsere Muskeln und Gefäße. Der Körper wird verstärkt mit Sauerstoff versorgt, was die Gefäße elastisch macht.  Besonders zu empfehlen ist Ausdauersport, da er den Zuckerstoffwechsel reguliert und die Blutdruck- und Cholesterinwerte senkt.

  • Rauchen

    Rauchen erhöht das Schlaganfall-Risiko um das Zwei- bis Vierfache. Die Schadstoffe belasten besonders die Blutgefäße. Sie lassen die Arterien verengen während gleichzeitig die Herzaktivität steigt. Der Druck schädigt die Blutgefäße und begünstigt die Entstehung von Arteriosklerose.

  • Alkohol

    Das Risiko für eine Hirnblutung steigt mit zunehmendem Konsum vom Alkohol.

  • Stress

    Stress sorgt für die Ausschüttung von Stresshormonen, lässt die Blutgefäße verengen und den Blutdruck und Blutzuckerspiegel ansteigen.

  • Vererbung

    Wenn in der Familie bereits ein Schlaganfall aufgetreten ist, erhöht sich das Risiko, selbst einen zu erleiden.

  • Lebensalter

    Rund 50 Prozent aller Schlaganfälle ereignen sich in der Altersgruppe der über 75-Jährigen.

  • Geschlecht

    Männer erleiden im mittleren Lebensalter deutlich häufiger einen Herzinfarkt als Frauen. Bei Frauen ereignet sich der Schlaganfall meistens in einem späteren Lebensabschnitt als bei Männern. Aufgrund des fortgeschrittenen Lebensalters sind die Folgen dieser Schlaganfälle aber deutlich schwerwiegender, sodass Frauen häufiger daran sterben.

Sie möchten Ihr individuelles Schlaganfall-Risiko ermitteln? Dann machen Sie den Online-Risikotest der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

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