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Junge Frau mit pinkfarbener Badekappe beim Rückenschwimmen im Schwimmbad

Kein Schlag ins Wasser

Rückenschmerz kann viele Ursachen haben. Einer der Hauptgründe ist eine Rumpfmuskulatur, die sich im Ungleichgewicht befindet. Aufgrund von Fehlhaltungen ist dabei meist die Bauchmuskulatur geschwächt und die Rückenstrecker sind verspannt. Bewegungsmangel oder Überlastung strapazieren den Rücken zusätzlich. „Wer seine Rückenschmerzen effektiv bekämpfen will, sollte die Muskeln in Bauch und Rücken gezielt und ausgewogen stärken. Schwimmen ist dafür eine optimale Sportart. Mit der richtigen Schwimmtechnik können viele Betroffene dem Rückenschmerz geradezu davonschwimmen“, sagt Klaus Möhlendick, Sportwissenschaftler bei der BARMER.

Unterschiedliche Stile, unterschiedliche Herausforderungen

Als gesündester Schwimmstil gilt Rückenschwimmen, da hier Muskeln und Gelenke am wenigsten belastet werden. Allerdings neigen viele dazu, in Schwimmbädern zur Orientierung den Kopf zu weit nach hinten zu neigen. Dieses Überstrecken des Halses belastet die Halswirbelsäule und kann zu Nackenverspannungen führen. „Idealerweise hält man den Kopf beim Rückenschwimmen gerade. Man sollte ihn aber auch nicht zu weit nach vorne neigen, weil Po und Hüfte dann in die Tiefe gehen“, sagt Möhlendick und empfiehlt Rückenschwimmen für freies und wenig frequentiertes Gewässer. Im Schwimmbad bietet sich nach Ansicht des Experten eher Kraulschwimmen an.

Durch das Kraulschwimmen werden ebenfalls Rumpf-, Arm- Bein- und insbesondere die Schultermuskulatur aktiv trainiert, als Stabilisatoren arbeiteten Bauch- und Gesäßmuskeln – vorausgesetzt, die Bewegungen werden richtig ausgeführt.

Klaus Möhlendick, Dipl.-Sportwissenschaftler, BARMER Gesundheitsexperte

Zitat

Beim Kraulen gibt es drei Hauptprobleme. Eine falsche Kopfhaltung bei der Atmung, zu wenig Beinarbeit und ein mangelhafter Einsatz der Unterarme.

Klaus Möhlendick, Dipplom-Sportwissenschaftler bei der BARMER

So soll man zur Seitenatmung den ganzen Körper rollen und nicht nur den Kopf. Wenn der Kopf beim Atmen zu weit aus dem Wasser kommt, belastet dies zu stark die Halswirbelsäule. Bei der Beinarbeit kommt es auf eine harmonische Gesamtbewegung von der Hüfte bis in die Zehenspitzen an. Dabei werden die Knie nicht aktiv gebeugt. Die Beine machen flache, aber kontinuierliche Auf- und Ab-Bewegungen, wobei die Füße locker bleiben. Für einen optimalen Abdruck vom Wasser ist der Ellenbogen möglichst hoch und abgewinkelt durchs Wasser zu führen.

Wer Brustschwimmen und dabei den Rücken schonen will, der soll mit jedem Zug abtauchen und die Wasseroberfläche durchbrechen. Dabei geht die Blickrichtung schräg nach vorne, um den Nacken gerade zu halten. „Schwimmen mit dem Kopf über Wasser ist zwar besser als gar keine Bewegung. Wer aber in der sogenannten Periskop-Kopfhaltung schwimmt, überstreckt die Halswirbelsäule. Das führt nicht nur zu Verspannungen im Nacken und zu einem Hohlkreuz, sondern auch zu Rückenschmerzen“, warnt Möhlendick.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation


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