Startseite Gesundheit Familie Rheuma bei Kindern
Illustration eines Mädchens, das vor Schmerzen am Handgelenk weint
Lesen Sie alle Artikel zum Thema: Liste anzeigen
Familie

Rheuma bei Kindern

Eltern mit kleiner Tochter bei einem Familienausflug

Rheuma ist keineswegs nur eine Krankheit alter Menschen – in Deutschland sind auch rund 13.000 Kinder und Jugendliche davon betroffen. Alida ist eine von ihnen. Wie die Vierjährige ihren Alltag meistert und was hinter der Erkrankung steckt, lesen sie hier.

Kinderrheuma – die Krankheit schlich sich ganz langsam ins Leben von Familie Brenzinger. Es begann vor dreieinhalb Jahren. Alida, damals anderthalb Jahre alt, war ein auffallend anhängliches Mädchen. Mutter Daniela Brenzinger (35) dachte sich nichts dabei. Heute fragt sie sich: War das vielleicht ein erstes Zeichen für ihre Schmerzen? Mit der Zeit wurden die Signale deutlicher. Alidas rechter Arm schwoll an. „Anfangs glaubten wir, es sei einfach der Babyspeck oder vielleicht ein Mückenstich“, erinnert sich Daniela Brenzinger. Doch dann ließ Alida beim Spielen den Arm hängen und sagte: „Mama, puste mal!“  

Was dann passierte, nennt Daniela Brenzinger eine echte Arzt-Odyssee. Erste Station: der Kinderarzt. Der vermutete einen Armbruch, denn Alina war ein paar Wochen zuvor gestürzt. Er schickte die Familie aus Kirchham bei Passau ins Krankenhaus. Es folgten unzählige Untersuchungen ohne eine Diagnose. Das kleine Mädchen erhielt wochenlang Infusionen mit Antibiotika, doch die Blutwerte wurden nicht besser. „Alida stand kurz vor der Sepsis“, erinnert sich Daniela Brenzinger. Zwei Monate verließ sie die Klinik mit ihrer Tochter nicht mehr. In dieser Zeit fiel auch mal das Wort „Kinderrheuma“. Doch so richtig glaubten die Ärzte nicht daran. Und auch Daniela Brenzinger konnte es sich nicht vorstellen. Rheuma? Das haben doch nur alte Menschen, dachte sie. „Selbst ich als Arzthelferin hatte von Kinderrheuma noch nie etwas gehört.“

Mutter und Tochter auf einer Ausflugsterrasse

Alida blieb ohne Diagnose und durfte trotz der Beschwerden wieder nach Hause. Drei Monate später sollte sie sich bei einem Rheumatologen vorstellen. Doch so viel Zeit blieb nicht: Nach einem Tag Zuhause konnte Alida nicht mehr laufen. Nun ging es sofort ins Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch. Dort fiel die Diagnose: Juvenile idiopathische Arthritis.

Keine „Alte-Leute-Krankheit“: Bundesweit sind rund 13.000 Kinder betroffen

Rheuma – das klingt nach Seniorenheim und Rheumadecke. Und tatsächlich leiden vor allem ältere Menschen unter der schmerzhaften Erkrankung. Doch auch sehr junge Menschen kann es treffen. Laut Deutscher Rheuma-Liga erkranken jedes Jahr rund 1.200 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre an der sogenannten Juvenilen Idiopathischen Arthritis, kurz JIA. Juvenil steht für „jugendlich“ und idiopathisch bedeutet, dass die Ursache nicht bekannt ist. Die JIA ist eine chronische Autoimmunerkrankung – eine Heilung gibt es bisher nicht. Bei Kindern stehen Entzündungen an den Gelenken und Sehnenscheiden im Vordergrund. Solche Entzündungen führen zu einer stärkeren Durchblutung und einem Anschwellen der Gelenkinnenhaut. Diese bildet dann vermehrt Gelenkflüssigkeit, wodurch ein sogenannter Erguss entsteht. Das Gelenk schmerzt, schwillt an und ist meist auch sehr warm. Solche unbehandelten Entzündungen können für Wachstumsstörungen und Funktionsstörungen innerer Organe sorgen – ein Beispiel dafür ist eine schwere Augenentzündung, die zu bleibenden Sehstörungen oder sogar zu Erblindung führen kann. Was die Ursachen einer JIA sind, ist bisher nicht eindeutig klar. In den meisten Fällen entwickelt sich das sogenannte Kinderrheuma nach einer banalen viralen Infektion. In der Regel lassen sich aber keine auslösenden Ereignisse festmachen. Eine Erbkrankheit ist die JIA nicht. Normalerweise erkrankt nur ein Mitglied der Familie.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

Bildnachweis

  • Kinderrheuma; © sato00 / stock.adobe.com
  • Kinderrheuma; © privat
  • Kinderrheuma; © privat
  • Kinderrheuma Behandlung; © Pixel-Shot / stock.adobe.com

Zusatzinhalte: