Laufende Nase, Husten oder ein Kratzen im Hals … hurra, es ist wieder Erkältungszeit! Kennen Sie sich aus mit Viren, Vitamin C etc.? Nehmen Sie sich unsere zehn Quizfragen als Test vor. Wir sind gespannt!

Frau putzt sich die Nase in der Natur

Eine Erkältung schleicht sich an, eine Grippe ist sofort da.

Eine typische Erkältung („grippaler Infekt“) entwickelt sich über mehrere Tage, ist harmlos und klingt nach ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab. Zu ihren Symptomen zählen Halsschmerzen, Schnupfen und Husten, seltener erhöhte Temperatur oder Fieber. Eine Grippe („Influenza“) beginnt sehr plötzlich mit hohem Fieber und Schüttelfrost. Man fühlt sich von einer Sekunde zur anderen richtig krank, hat zunächst trockenen Husten sowie starke Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen. Gegen Grippeviren kann man sich jedes Jahr neu impfen lassen, gegen Erkältungsviren nicht.

Leere Wasserflaschen in Kiste

Viel trinken verkürzt die Erkältungsdauer.

Zunächst: Die Dauer der Erkältung kann viel Trinken nicht verkürzen – dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Es ist also nicht zutreffend. Allerdings ist bei einer fieberhaften Erkältung meist auch der Appetit reduziert. Durch die erhöhte Temperatur verliert der Körper Flüssigkeit, und auch durch die reduzierte Nahrungsaufnahme erhält er weniger Wasser. Da fiebersenkenden Medikamente zu einer Weitstellung der Blutgefäße führen, kann sich der relative Flüssigkeitsmangel dann in Schwindelgefühl und „wackeligen Beinen“ bemerkbar machen. Diesen Mangel sollte man ausgleichen. Und für den gereizten Hals ist es auch ganz angenehm, wenn Sie etwas Warmes wie Tee oder eine Hühnerbrühe trinken.

Junge Frau trinkt frische Milch zum Frühstück

Milchtrinken verschleimt die Atemwege noch mehr.

Es ist ein Mythos, dass Milchtrinken die erkältungsbedingte Verschleimung in den Atemwegen zusätzlich verstärkt. Auch Studien konnten diesen Effekt nicht belegen. Abgeleitet wurde dieser Glaube vielleicht vom schleimigen Empfinden im Rachen beim Milchgenuss.

 

Bunte Pillen und Tabeltten, angeordnet

Antibiotika helfen bei einer typischen Erkältung nicht.

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Husten, Schnupfen und Heiserkeit werden jedoch durch Viren hervorgerufen (und nur bei Komplikationen kommen Bakterien zusätzlich ins Spiel). Man kann die begleitenden Symptome jedoch lindern: Schnupfen zum Beispiel mit einem Nasenspray oder Wasserdampf-Inhalationen, Husten mit schleimlösenden und hustendämpfenden Mitteln, Heiserkeit mit Salbei-Lutschbonbons.

Ingwertee

Ingwertee lindert Weh.

Ingwertee gehört wie Pfefferminz- und Kamilletee zu den bewährten Mitteln aus der Hausapotheke, die eine Erkältung etwas lindern, nicht jedoch verkürzen können. Das kochende Teewasser löst Scharfstoffe und ätherische Öle aus den frisch aufgeschnittenen Ingwerstücken. Diese Wirkstoffe regen den Kreislauf an, erzeugen so Wärme und bringen die Nase zum Laufen.

A TGV high speed train driving at full speed in the french countryside.

Hustenluft wird so schnell wie ein Hochgeschwindigkeitszug.

Hui! Wenn wir wirklich heftig husten, können wir die Luft mit einer Spitzengeschwindigkeit um mehrere hundert Stundenkilometer ausstoßen, um Schleim aus den Atemwegen loszuwerden – so schnell wie mancher Hochgeschwindigkeitszug.

Junge Frau schlafend am Schreibtisch

Schlafmangel macht anfälliger für Schnupfen.

US-Forscher hatten eine Woche lang den Schlaf von Studienteilnehmern mit Sensoren gemessen. Dann infizierten sie diese mit Erkältungsviren und isolierten sie in einem Hotel. In der Folgewoche nahmen sie ihnen täglich eine Probe Nasenschleim: Probanden mit weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht waren 4,2-mal so anfällig für eine Erkältung wie Probanden mit mindestens sieben Stunden. Wer weniger als fünf Stunden schlief, war sogar 4,5-mal mehr gefährdet. Alter, Ernährung, Stress oder Rauchen hatten weniger Einfluss auf das Risiko als die Schlafmenge.

Orange von oben mit Buchstaben C auf gelbem Hintergrund = Vitamin-C-Konzept

Eine Extraportion Vitamin C hilft vorbeugen.

Da müssen wir spitzfindig sein: Die Extraportion Vitamin C ist nur für sehr ausgewählte Personen in Extremsituationen sinnvoll – zum Beispiel für Extremsportler in der Arktis. Ansonsten steht inzwischen fest, dass Vitamin C einer Erkältung weder vorbeugt noch die Schwere oder die Dauer der Erkrankung nachhaltig beeinflussen kann. Eine ausgewogene Ernährung ist absolut ausreichend. Zusätzliche Vitaminpillen sind auch in der Erkältungszeit überhaupt nicht notwendig.

Antikörper zerstören Schnupfenviren

Schnupfenviren sind Kleinstlebewesen.

Viren sind sogar hundertmal kleiner als Bakterien, dennoch gelten Bakterien als kleinste eigenständige Lebensform auf der Erde. Bei Viren ist man sich da nicht so sicher: Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel, müssten ohne fremde Hilfe überleben und Nachkommen zeugen. Doch sie benötigen die Zellen anderer Lebewesen als Wirte, um darin ihr Erbgut zur Vermehrung von Virenpartikeln einzuschleusen. Dabei zerstören sie Zellen, bis der Körper mit Antikörpern auf sie reagiert. Bakterien vermehren sich durch eigene Zellteilung und greifen durch ihr verdrängendes Wachstum die Gewebe im Körper an.

Gänsehaut

Erkälten hängt mit Kälte zusammen.

Okay, eine Virusinfektion ist Auslöser für eine Erkältung – das steht jetzt fest. Warum werden wir jedoch meist krank, wenn es draußen kälter wird? Nun, Winterluft ist ideal für Erkältungsviren, denn in der trockenen Luft verbreiten sich die Viren leichter. Auch unsere Schleimhäute sind dann trockener, die schützende Schleimschicht ist dünner. Die kalte Nasenspitze ist schlechter durchblutet und es stehen weniger Immunzellen dort bereit – die Viren haben freie Bahn auf die Zellen. Zur Immunabwehr werden deshalb Durchblutung und Sekretbildung wieder hochgefahren: Die Nase geht zu, das Sekret läuft – und wir schniefen uns durch die Wintertage.

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Alles gewusst – Neues gelernt? Sehr gut.
Kommen Sie gesund durch die Erkältungssaison!

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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Kommentar
  1. Das war hochinteressant!!! Habe vermutet,daß ich besser Bescheid gewußt hätte, aber Irrtum. Haber Einiges dazu gelernt, Bravo, mehr davon.
    So macht Information Spass!

  2. Ich bin 93 Jahre alt und dusche seit 35 Jahren morgends immer kalt, habe seitdem weder Husten, Schnupfen noch Grippe. Gehe allerdings im Herbst regelmässig impfen.
    Gerhard Schumann
    13156 Berlin

  3. Winterzeit-Infektzeit – Sehr guter Artikel – da sieht man mal wieder, welche Fehlinformationen in der Familie usw. verbreitet werden!
    Klaus Lindner, Essen

  4. das schleimige Empfinden nach Milchgenuß erweckt tatsächlich in mir den Eindruck, Milch trinken könne bei Erkältung die Verschleimung verschlimmern. Aber ich trinke bei Erkältung lieber Thymiantee. Milch ist für mich nicht gerade ein Lieblingsgetränk. 🙂
    Danke für die Info