Schild Phytotherapie mit Johanniskraut und Holzmörser, Naturheilkunde

Phytotherapie

Das Leben hält viele Situationen bereit, in denen wir unter depressiven Verstimmungen leiden. Neben der für die dunkle Jahreszeit typischen „Winterdepression“ können uns solche Beschwerden beispielsweise dann überkommen, wenn wir Trauer verarbeiten müssen oder mit einem Burnout zu kämpfen haben. Auch seelische Störungen, die nicht richtig verarbeitet werden, oder ein lang andauernder Schmerz können unsere Stimmung nachhaltig ins Depressive umschwenken lassen. Und manche Frauen kennen depressive Beschwerden im Zusammenhang mit dem prämenstruellen Syndrom.

Pflanzenpower gegen Beschwerden

Glücklicherweise ist dagegen ein Kraut gewachsen. „Die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) kann mit ihren zahlreichen Präparaten in bestimmten Indikationen durchaus eine Alternative zu chemisch definierten Wirkstoffen sein oder eine schulmedizinische Behandlung ergänzen“, betont Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER. Gegen depressive Verstimmungen etwa können gleich mehrere Pflanzen helfen. Zu nennen sind hier das Johanniskraut mit seiner leichten stimmungsaufhellenden und stabilisierenden Wirkung oder auch die Ginsengwurzel, die die traditionelle Medizin gegen Stress und Burnout empfiehlt. Die gleichen Eigenschaften schreibt man auch dem Ginkgo zu. Wer eines dieser pflanzlichen Arzneimittel (Phytopharmaka) anwendet, sollte allerdings etwas Geduld mitbringen. Denn ihre aufhellende Wirkung tritt erst nach etwa zwei Wochen ein.

Pflanzliche Arzneimittel können auch bei Schlafproblemen oder Wechseljahresbeschwerden helfen. So beruhigt Baldrian und fördert so den Schlaf. Ähnliche Wirkungen zeigt der Hopfen, der daher auch gegen Unruhe oder Angst eingesetzt werden kann. Melisse dämpft nervöse Einschlafstörungen, die Passionsblume wirkt dämpfend auf unser Gemüt und damit gegen Unruhe. Nicht zuletzt gehört Lavendel zu den bewährten pflanzlichen Arzneien wegen seiner beruhigenden und schlaffördernden Wirkung. In den Wechseljahren hilft die Traubensilberkerze sehr gut gegen typische Beschwerden wie Hitzewallungen oder starkes Schwitzen.

Keine Selbstmedikation

Allerdings rät Apothekerin Heidi Günther, dass man nicht einfach so zu pflanzlichen Arzneimitteln greifen sollte.

Porträtfoto von Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER

Grundsätzlich helfen Phytopharmaka nur bei leichten Beschwerden. Wer unter einer schweren Depression leidet, sollte sich unbedingt an einen Arzt wenden. Dies gilt auch für Menschen, die längere Zeit unter Schlafstörungen leiden oder antriebslos sind.

Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER

Ob man sich für ein Kombinations- oder ein Monopräparat entscheidet, lässt sich am besten an den Symptomen festmachen. Ein einzelnes Symptom ruft nach einem Monopräparat, während Kombi-Präparate die bessere Wahl sind, wenn man gleich mehrere Symptome bekämpfen will. Ob Kombi oder Mono, auf jeden Fall haben genannten pflanzlichen Antidepressiva den Vorteil, kein Suchtpotenzial zu haben und relativ arm an Nebenwirkungen zu sein. Angewendet werden die Mittel in vielfältiger Weise, etwa als Fertigarzneimittel, Tee, Bäder oder Fußbad. Für die Auswahl des richtigen Präparates sollten sich Betroffene unbedingt in einer Apotheke beraten lassen.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

Bildnachweis

  • Phytotherapie; © Sonja Birkelbach/stock.adobe.com
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  • BARMER / Heidi Günther, Apothekerin

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