Welche pflanzlichen Schmerzmittel helfen, und warum sie nur nach Beratung durch einen Arzt oder Apotheker eingenommen werden sollten.
Gesundheit

Pflanzliche Schmerzmittel

Gegen fast jeden Schmerz ist auch ein Kraut gewachsen, weiß der Volksmund und tatsächlich hat die Natur zahlreiche Schmerzmittel zu bieten. So gelten beispielsweise Gewürznelken als eine natürliche Waffe gegen Zahnschmerzen. Denn sie enthalten verschiedene ätherische Öle, darunter unter anderem Eugenol, dem eine betäubende Wirkung zugeschrieben wird. Nelkenöl soll auch bei entzündetem Zahnfleisch helfen und Kopfschmerzen lindern. Dazu tupft man das Öl einfach vorsichtig auf die betroffenen Stellen und reibt es sanft ein. Ein weiteres altbekanntes Mittel sind Zwiebeln. Die gleichen anti-oxidativen Schwefelverbindungen, die den typischen Geruch der Zwiebel verursachen, lindern Ohrenschmerzen. Angewendet wird die Zwiebel, indem man sie klein schneidet, in ein Baumwolltuch wickelt und das erwärmte Säckchen auf das betroffene Ohr legt. Ein weiteres oft genutztes pflanzliches Schmerzmittel ist Pfefferminzöl. Als Alternative zu handelsüblichen Wirkstoffen kann es vor allem Spannungskopfschmerzen dämpfen. Dazu verreibt man ein paar Tropfen des Öls auf Schläfen und Stirn. „Pfefferminzöl kann die Haut reizen. Daher sollte man es mit einem anderen Öl wie Mandelöl verdünnen“, rät Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER. Wer Rosmarin als Küchengewürz schätzen gelernt hat, kann ihm zusätzlich positive Seiten als pflanzliches Schmerzmittel abgewinnen. Das mediterrane Gewürz kann Rückenschmerzen mildern. Die ätherischen Öle und Bitterstoffe darin sollen die Durchblutung fördern, was positiv auf Rückenleiden wirkt. Auch Rosmarin wird als verdünntes Öl auf die schmerzenden Körperpartien aufgetragen.

Realistische Erwartungen

Doch auch pflanzliche Schmerzmittel sollte man nicht unkritisch verwenden. Die Expertin empfiehlt deshalb, sich vorab in der Apotheke zu informieren. „Die Beratung in der Apotheke stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten umfassend erläutert bekommen, welche Präparate ihnen helfen und wie sie richtig angewendet werden“, so Günther. So manchem pflanzlichen Schmerzmittel werden Wirkungen nachgesagt, die bislang nicht wissenschaftlich belegt werden konnten. Ein Beispiel dafür ist die Teufelskralle. Sie soll bei Gelenkschmerzen helfen, wie sie etwa bei Arthrose entstehen. „Es gibt verschiedene Präparate, die Auszüge aus der Wurzel der Teufelskralle enthalten. Es ist zwar plausibel, aber nicht ausreichend belegt, dass sie gegen schmerzende Gelenke helfen“, stellt Günther klar. Sinnvoll ist es zudem, bei den Erwartungen realistisch zu bleiben, bis wann ein Präparat wirkt. Ein Beispiel dafür ist die Weidenrinde. Vor allem dem darin enthaltenen Wirkstoff Salicin schreibt man schmerzlindernde Wirkung zu, aber eben erst nach längerer Anwendung. Rheumapatienten sollten daher erst nach zwei bis sechs Wochen spüren, wie ihre typischen Arthroseschmerzen nachlassen. „Extrakte der Weidenrinde sollten wegen ihrer langfristigen Wirkung zusammen mit den in solchen Fällen üblichen entzündungshemmenden Arzneimitteln genommen werden“, rät Günther.

Info

Welche Präparate helfen, und warum sie nur nach Beratung durch einen Arzt oder Apotheker eingenommen werden sollten.

Lange Tradition
Schon unsere Vorfahren haben darauf vertraut, Schmerzen mit den Wurzeln von Beinwell oder Teufelskralle, mit Weidenrinde und Co. zu lindern. Wer auf pflanzliche Schmerzmittel setzt, sollte nicht vergessen, dass es sich dabei um Medikamente handelt. Sie können Nebenwirkungen haben, mit anderen Medikamenten reagieren und sollten daher nur nach gründlicher Beratung durch Arzt oder Apotheker genommen werden.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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