Angststörungen und Panikattacken
Gesundheit

Panikattacke?! Was tun?

Als Anna ihre erste Panikattacke erlebt, ist sie gerade auf dem Weg zur Arbeit. Die Attacke trifft sie völlig unvorbereitet. Ihr Herz rast, die Hände zittern, Schweiß steht ihr auf der Stirn. Sie hat das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und ohnmächtig zu werden: „Die Angst hat mich überrumpelt, ich fühlte mich hilflos, hatte das Gefühl keine Kontrolle mehr zu haben“, sagt sie. Anna kauert sich auf einer Bank an der Bushaltestelle zusammen. Nach einigen Minuten, die sich anfühlen wie eine Ewigkeit, lässt die Angst langsam wieder nach.

Jeder vierte Erwachsene betroffen
Angst- und Panikattacken sind keine Seltenheit – etwa jeder vierte Erwachsene hat schon einmal eine erlebt. Dabei handelt es sich um eine plötzlich und unerwartet auftretende Episode intensiver Angst und Anspannung oder um ein Gefühl starken Unbehagens. Angst- und Panikattacken gehen mit verschiedenen körperlichen Symptomen einher, wie zum Beispiel Kurzatmigkeit, Herzklopfen, Zittern oder Schwitzen. Wer unter solchen Attacken leidet, hat ein erhöhtes Risiko dauerhaft psychische Störungen, wie Angststörungen, Depressionen oder Suchterkrankungen zu entwickeln.

Risikoprävention im Test
Dieses Risiko mithilfe eines Präventionsprogramms zu verringern, ist das Ziel einer Studie, die das Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden durchführt. Dafür werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit entsprechenden Erfahrungen gesucht. Gerade bei Angstattacken ist es wichtig, frühzeitig anzusetzen, da sie schnell zu starker Verunsicherung und Belastung im Alltag führen können. Mit Hilfe des Präventionsprogramms sollen die Teilnehmer in zwei Trainingssitzungen einen neuen Umgang mit Angst und Panik erlernen, um sie langfristig besser zu bewältigen. Des weiteren werden Angst und Panik zugrunde liegende Mechanismen untersucht: Warum reagieren manche Menschen in bestimmten Situationen sensibler und zeigen stärkere körperliche Reaktionen?

So läuft die Studie ab
Mithilfe eines Online-Screenings und einer Eingangsuntersuchung wird geprüft, ob das Präventionsprogramm für die jeweiligen Bewerber geeignet ist.
Innerhalb eines Jahres finden drei Hauptuntersuchungen statt, um weitere diagnostische Informationen zu erheben. Im Rahmen einer kurzen Schulung (zwei Einheiten, insgesamt vier Stunden) durch erfahrene Trainer, erlernen Betroffene einen neuen Umgang mit Angst- und Panikattacken, um diese langfristig erfolgreich zu bewältigen.

Teilnahmevoraussetzungen
Für die Studie melden können sich Menschen im Alter von 18 bis 40 Jahre, die in den letzten zwölf Monaten einen Angstanfall erlebt haben. Sie sollten sich derzeit nicht wegen psychischer Probleme in Behandlung befinden beziehungsweise aktuell nicht an einer psychischen Störung leiden.
Die Präventionsmaßnahme ist kostenlos. Teilnehmer erhalten eine kleine finanzielle Aufwandsentschädigung für die diagnostischen Untersuchungen im Rahmen der Studie. Diese läuft bis 2020. Interessierte aus Dresden und dem Umland können sich ab sofort auf dieser Website anmelden und weitere Informationen erhalten.

 

Doris Goedecke-Vorberg

Doris Goedecke-Vorberg, Redaktion BARMER Unternehmenskommunikation

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