Versorgung

PädExpert – Telemedizin hilft Kinder heilen

PädExpert steht für ein Expertensystem, das die allgemeinen Kinder- und Jugendärzte (Pädiater) mit spezialisierten Fach-Pädiatern vernetzt. Es basiert auf einem speziell entwickelten Computerprogramm, mit dessen Hilfe Fach-Diagnosen und Therapieempfehlungen für Kinderarzt-Praxen in jeder Region in Deutschland schnell und zuverlässig zur Verfügung gestellt werden. Wie wichtig, nahezu lebensrettend, das sein kann, zeigt der Fall von Baby Leo.

Kinder und Jugendliche haben mitunter nicht nur Husten und Schnupfen, die der Kinderarzt vor Ort schnell kurieren kann. Wenn der Nachwuchs an einer seltenen Erkrankung leidet, sind Spezialisten gefragt. Wie bei dem wenige Wochen alten Leo. Als die Eltern mit dem Säugling zur U3-Untersuchung beim Kinderarzt erscheinen, fällt eine angeborene rote Pustel an der Nasenwurzel auf, direkt zwischen den Augen. In der Geburtsklinik hatte man eine harmlose Hautgeschwulst diagnostiziert, die in der Regel von selbst abheile. Eine Ultraschalluntersuchung ergibt jedoch den Befund, dass die Geschwulst auch in die Tiefe wächst, weshalb die Eltern ein Hineinwachsen in die Augenhöhle befürchten.
Der Kinderarzt hat ebenfalls Bedenken. Er kontaktiert über das gesicherte PädExpert-System einen Spezialisten für Kinder-Dermatologie und übermittelt ihm online alle medizinischen Daten des Falls. Die telemedizinische Expertise lässt nicht lange auf sich warten und kann die in der Klinik angenommene Harmlosigkeit leider nicht bestätigen. Vermutet wird vielmehr ein nasales Gliom, ein sehr seltener Tumor, der mitunter aus einer angeborenen Lücke des Schädels herauswächst und über eine Fistel eine Verbindung mit dem Gehirn haben kann. Bevor diese Art Tumor entfernt werden kann, muss mithilfe bildgebender Verfahren (MRT / CT) eine Lücke im Schädel zwingend ausgeschlossen werden. Erst dann kann die sachgerechte Therapie – konventionelle OP oder neurochirurgischer Eingriff mit Fistelverschluss – erfolgen.
Glück im Unglück für Baby Leo und seine besorgten Eltern: Es wird weder eine Schädellücke noch ein Fistelgang entdeckt, sodass der Tumor in der Kinderchirurgie relativ risikolos entfernt werden kann. Jedoch bestätigt die anschließende Gewebeuntersuchung tatsächlich die PädExpert-Diagnose nasales Gliom.
Fazit: Das Konsiliararzt-System PädExpert erstellte die richtige Diagnose und bewahrte das Baby vor einer möglichen Fehlbehandlung mit ungewissem Ausgang.

Leider keine harmlose Geschwulst, sondern ein äußerst seltener Tumor wuchs von Geburt an an Baby Leos Nase. Durch das Konsiliarsystem PädExpert konnte die richtige Diagnose gestellt und eine sachgerechte Therapie eingeleitet werden.

Leider keine harmlose Geschwulst, sondern ein äußerst seltener Tumor wuchs von Geburt an an Baby Leos Nase. Durch das Konsiliarsystem PädExpert konnte die richtige Diagnose gestellt und eine sachgerechte Therapie eingeleitet werden.

Die Vorteile von PädExpert

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Diese Feststellung gilt im Besonderen auch in der Medizin. Die Kinder- und Jugendmedizin hat in den vergangenen Jahren in der Diagnostik und Therapie chronischer und seltener Erkrankungen große Fortschritte gemacht. Vieles davon hat bereits Eingang in die hausärztlichen Kinderarzt-Praxen gefunden. Doch gerade bei seltenen Erkrankungen ist meist Spezialisten-Wissen erforderlich, das oftmals nur in medizinischen Zentren oder bei pädiatrischen Fachärzten in Großstädten anzutreffen und häufig mit langen Wartezeiten auf einen Termin verbunden ist. Vor allem für Familien in ländlichen Gebieten keine besonders patientenfreundliche Situation. Mit dem telemedizinischen Expertennetzwerk PädExpert, bundesweit exklusiv bei der BARMER GEK, bietet die Kasse ihren Versicherten gleich mehrere Vorteile:

• die Behandlung erfolgt weiterhin in der vertrauten Kinderarzt-Praxis
• die Anreise zu Spezialisten mit langen Wartezeiten entfällt
• die telemedizinische Fach-Diagnose erfolgt rasch (meist binnen 24 Stunden)
• und entsprechend schnell kann die zielgerichtete Therapie beginnen.


Bewährungsprobe bestanden
Während der zweijährigen Testphase von PädExpert in Bayern, konnten mehr als 80 Prozent der Anfragen mit einer endgültigen Diagnose und einem zielführenden Therapievorschlag beantwortet werden. Zudem verkürzte sich die Klärung und Behandlung eines Falles um durchschnittlich 16,5 Tage im Vergleich zum herkömmlichen Überweisungssystem. Letzteres bleibt selbstverständlich uneingeschränkt bestehen, wenn eine persönliche Vorstellung der jungen Patienten notwendig ist. Der erfolgreiche Test hat PädExpert bereits den Bayerischen Gesundheitspreis in der Kategorie „Zukunft Telemedizin“ eingebracht.

 

Einmalig – das BARMER GEK Kinder- und Jugend-Programm

PädExpert ist ein neuer Baustein innerhalb des umfangreichen Kinder- und Jugend-Programms, das die BARMER GEK gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BvKJ) entwickelt hat. Es beinhaltet eine Vielzahl von Leistungen zur Früherkennung und Gesundheitsförderung, die teils über die herkömmlichen U-Untersuchungen hinausgehen und eine gesunde Entwicklung des Kindes vom Baby- bis ins Erwachsenenalter (0 bis 18 Jahre) in optimaler Weise fördern und begleiten.
Ausführliche Informationen dazu unter
www.barmer-gek.de/a000068

Doris Goedecke-Vorberg

Doris Goedecke-Vorberg, Redaktion BARMER Unternehmenskommunikation

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