Der Winter ist die Jahreszeit, in der die Menschen am häufigsten krank werden. In den kalten Monaten von November bis März ist das Immunsystem häufig geschwächt, Krankheitserreger haben leichtes Spiel. Neben grippalen Infekten mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit häufen sich auch Virusinfektionen des Magen-Darm-Trakts, etwa durch die weltweit verbreiteten Noroviren.

Symptome einer Infektion mit Noroviren

Noroviren sind für eine unangenehme Überraschung gut, denn die akuten Symptome einer Infektion, heftiger Durchfall und schwallartiges Erbrechen, treten meist plötzlich auf. Hinzu kommen oftmals Bauch- und Muskelschmerzen, gelegentlich auch leichtes Fieber. Durch den raschen Flüssigkeitsverlust des Körpers empfinden die Betroffenen ein starkes Krankheitsgefühl. Kopfschmerzen und Schwindel können sich ebenfalls einstellen. Während der Brechdurchfall in der Regel nach ein bis drei Tagen abklingt, bleibt das Schwächegefühl meist noch ein paar Tage länger bestehen.

Der Weg der Viren

Noroviren wirken hoch ansteckend und sind schwer einzudämmen. Übertragen werden sie von Mensch zu Mensch meist über eine sogenannte Schmierinfektion. Dabei gelangen geringe Spuren von Erbrochenem oder Stuhl an die Hände der Erkrankten und werden von Hand zu Hand weitergetragen. Von der Hand in den Mund ist es dann nur noch ein kurzer Weg. Eine Ansteckung ist zudem durch das Einatmen winziger virushaltiger Tröpfchen in der Luft möglich, die sich durch Erbrechen eines Erkrankten ausbreiten können. Schon kleinste Virusmengen reichen für eine Ansteckung aus.

Infografik Übertragungswege von Magen-Darm-Infektionen von infektionsschutz.de

Überträger können auch durch mangelhafte Hygiene verunreinigte Speisen oder Getränke sein, wie dies häufiger in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorkommt. Erkrankte sind auch nach dem Abklingen der Symptome noch zwei Tage lang ansteckend. Im Stuhl können sich die Viren sogar noch einige Wochen halten.

Beschwerden lindern

Spezielle Medikamente gegen Noroviren gibt es nicht. Antibiotika beispielsweise zeigen gegenüber Noroviren keine Wirkung. Bei der Behandlung geht es daher vor allem darum, die Beschwerden bestmöglich zu lindern. Besonders wichtig ist es, den hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, der durch den Brechdurchfall entsteht, durch reichliches Trinken auszugleichen – am besten mit Mineralwasser, ungesüßten Kräutertees oder leichter Gemüsebrühe. Auch sollten Erkrankte versuchen, etwas feste, leicht verdauliche Nahrung zu sich zu nehmen, zum Beispiel Zwieback oder Butterkekse.

Bei sehr starken Beschwerden kann eine Elektrolyt-Lösung aus der Apotheke die für den Flüssigkeitshaushalt wichtigen Salze wie Natrium und Kalium wieder auffüllen. Kinder und ältere Menschen reagieren bei Erbrechen und Durchfallerkrankungen besonders empfindlich auf den Flüssigkeitsverlust. Bei starken und anhaltenden Beschwerden sollte vorsichtshalber unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.

Oberstes Gebot: Hygiene

Gründliche Hygiene ist das A und O bei einer Infektion mit Noroviren. Das gilt für die erkrankte Person ebenso wie für jene, die sie betreuen. Wichtige Vorsichtsmaßnahmen, um eine weitere Virenverbreitung möglichst zu verhindern:

  • Sorgfältig und häufig Hände waschen mit viel Wasser und Seife.
  • Regelmäßig Hände desinfizieren mit einem gegen Noroviren wirksamen
    Desinfektionsmittel.
  • Auch Flächen und Gegenstände, mit denen Erkrankte in Berührung kommen, stets unverzüglich und gründlich reinigen bzw. desinfizieren.
  • Benutzte Wäsche möglichst bei 90 °C waschen, da Noroviren bis nahezu 60 °C überlebensfähig sind.

Immunität? Leider Fehlanzeige

Die Annahme, eine einmal überstandene Infektion mit Noroviren mache immun und schütze vor weiteren Erkrankungen dieser Art, kann leider nicht bestätigt werden. Immun ist man immer nur gegen das exakt gleiche Virus. Da sich die Gruppe der Noroviren ständig verändert, kann es immer wieder zu Neuinfektionen kommen. Dies ist im Gegensatz zu den Rotaviren auch der Grund dafür, dass es gegen Noroviren keine Impfung gibt.

Doris Goedecke-Vorberg

Doris Goedecke-Vorberg, Redaktion BARMER Unternehmenskommunikation

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