Neue Schutzimpfung gegen Gürtelrose
Gesundheit

Impfen gegen Gürtelrose

Wer als Kind an Windpocken erkrankt ist, kann als Erwachsener die mitunter sehr schmerzhafte Gürtelrose (Herpes zoster) bzw. eine gefürchtete Komplikation – die sogenannte postherpetische Neuralgie – entwickeln. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Nicht ohne Grund hat deshalb im Dezember vergangenen Jahres das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin für Senioren eine Impfung gegen Gürtelrose mit dem Totimpfstoff „Shingrix“ empfohlen. Was die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI befürwortet, ist seit Anfang Mai auch Kassenleistung und wurde in die sogenannte Schutzimpfungs-Richtlinie aufgenommen.

Wer kann sich impfen lassen?

Seitdem können sich nun in Deutschland alle gesetzlich Versicherten über 60 Jahren bei ihrem Haus- oder Facharzt kostenlos mit diesem Wirkstoff gegen Gürtelrose impfen lassen. Denn die Leistung kann – wie üblich – über die Versichertenkarte abgerechnet werden. Da die Experten am RKI davon ausgehen, dass so gut wie jeder Bundesbürger den Erreger in sich trägt, ist eine vorherige Antikörper-Bestimmung über einen Bluttest nicht notwendig. Bei einer besonderen gesundheitlichen Gefährdung übernehmen die Kassen sogar bereits ab einem Alter von 50 Jahren die Kosten für die Impfung gegen Gürtelrose. Dazu zählen beispielsweise chronisch Kranke, die unter Diabetes oder rheumatoider Arthritis leiden, aber auch alle immungeschwächten Patienten, die zum Beispiel mit sogenannten Immunsuppressiva behandelt werden oder an HIV erkrankt sind.

Wie läuft die Impfung gegen Gürtelrose ab?

Derzeit sind in Deutschland zwei verschiedene Wirkstoffe auf dem Markt: ein seit 2013 zugelassener sogenannter Lebendimpfstoff mit dem Produktnamen „Zostavax“ sowie der jetzt vom RKI empfohlene Totimpfstoff „Shingrix“. Diese Substanz wird in zwei Schritten, idealerweise in einem zeitlichen Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht. Dabei garantiert insbesondere die zweite Dosis die hohe Wirksamkeit und den Langzeitschutz, weshalb eine vollständige Impfserie besonders wichtig ist und (vom Arzt) vorrangig behandelt werden sollte.

Neue Schutzimpfung gegen Gürtelrose
Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER

„Da jedoch schon direkt zu Beginn der Markteinführung die Nachfrage überwältigend hoch war, kam es bei dem Hersteller GlaxoSmithKline – kurz GSK – in den ersten beiden Monaten zu Lieferengpässen, die jetzt im Juli zum größten Teil überwunden sind“, berichtet BARMER-Arzneimittelexpertin Heidi Günther. Die Apothekerin unterstreicht außerdem, dass sich BARMER-Versicherte auch noch später als nach sechs Monaten das zweite Mal impfen lassen könnten. „Die STIKO empfiehlt zwar, die zweite Impfung so zeitnah wie möglich nachzuholen, die Grundimmunisierung muss allerdings nicht neu  begonnen werden, wenn zwischen den beiden notwendigen Impfungen mehr als sechs Monate liegen.“ Für BARMER-Versicherte ist eine Impfung gegen Gürtelrose nicht erst seit Mai kostenlos, sondern wurde bereits seit Mitte Dezember vergangenen Jahres als Satzungsleistung bezahlt.

Wie kommt es zu einer Gürtelrose?

Sowohl Windpocken als auch Gürtelrose werden durch dieselben, die sogenannten Varizella-Zoster-Viren (VZV) ausgelöst. Dabei nisten sich die VZ-Viren nach der Erstinfektion und dem Ausbrechen der Windpocken dauerhaft in den Nervenbahnen ein und können unter bestimmten Voraussetzungen wie zum Beispiel einem durch Krankheit oder Stress geschwächten Immunsystem wieder aktiv / reaktiviert werden. Es entsteht eine Gürtelrose, die sich zunächst durch Kribbeln, Jucken oder Brennen und einem rot gepunkteten Hautausschlag bemerkbar macht. Danach bilden sich reiskorngroße, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Betroffene leiden unter akuten, mehr oder weniger starken Schmerzen. Eine der häufigsten Folgeerkrankungen ist die postherpetische Neuralgie. Dabei handelt es sich um einen chronischen Nervenschmerz, der Monate bis Jahre anhalten kann.

 

Mehr Hintergrundinformationen zur Gürtelrose – Symptome, Verlauf und Folgeerkrankungen – können Sie hier auf der BARMER-Homepage nachlesen.

 

 

Michaela Del Savio

Redakteurin, BARMER-
Unternehmenskommunikation

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