Über Mücken wissen wir vor allem eines: Sie nerven und ihre Stiche jucken! Aber es gibt noch einiges mehr über die Plagegeister zu erfahren.
Gesundheit

(Be)stechende Begegnungen

Auch wenn sie uns gefühlt das ganze Jahr piesacken – zurzeit haben Mücken Hochsaison. Und das sogar ganz offiziell. Denn etwa vom 1. Juni bis zum 30. September gilt in Deutschland quasi Mückenalarm. Glaubt man manchen Medien, scheint 2018 sogar eine regelrechte Mückenplage ausgebrochen zu sein oder bevor zu stehen. Schlagzeilen wie „Das große Stechen” (Hessische Niedersächische Allgemein), „Mückenplage am Bodensee steht bevor” (Vorarlberg Online), „Mücken nerven Duisburger Süden” oder „Jucken Mückenstiche in diesem Jahr schlimmer als sonst?” (BILD) können schon nachdenklich stimmen. Und wenn man dann noch bedenkt, dass immer mehr exotische Arten wie etwa die asiatische Tigermücke längst ihren Weg nach Deutschland gefunden haben sollen, wächst die Besorgnis. Grund genug, den wichtigsten Fragen rund um die stechenden Plagegeister einmal nachzugehen:

 

Mücken-FAQ

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Laut „Mückenatlas” gibt es weltweit rund 3.500 Stechmückenarten. In Deutschland wurden davon bisher 50 nachgewiesen. Aber nur drei Familien sind auch tatsächlich Blutsauger, und zwar die Gnitzen, die Kriebelmücken und vor allem die Stechmücken. Sie sind etwa 1 Zentimeter groß und sind an dem typischen nervigen Summton zu erkennen. Bei den weiblichen Vertreter dieser Mückenart steht neben tierischem auch menschliches Blut auf dem Speiseplan, weil sie Proteine aus unserem Blut für die Entwicklung der Eier brauchen. Neben der gemeinen Hausmücke, die praktisch überall in Deutschland vorkommt, findet man in Süd- und Westdeutschland seit 2008 auch die Asiatische Buschmücke. Und auch die Asiatische Tigermücke hat es nach Deutschland geschafft, tritt aber bislang wohl nur in einzelnen Regionen auf, und zwar in Freiburg, Heidelberg und Jena.

Im Gegensatz zum Volksglauben ist Mücken das sogenannte „süße Blut“ egal. Sie orientieren sich vielmehr an Gerüchen. Vor allem Schweißgeruch zieht die Insekten an. Auch Duftstoffe in Duschgel oder Cremes wirken verlockend. Außer parfümfreien Kosmetika helfen Insektenabwehrmittel. Wichtig: Beim Einreiben Nacken, Ohren und Knöchel nicht vergessen. Auch Essgewohnheiten spielen bei der Mückenabwehr eine Rolle. Nach dem Verzehr von Reis gibt der Körper über Haut und Atem vermehrt Kohlendioxid ab. Diesen Geruch mögen Mücken sehr, Körpergerüche nach Kohlgerichten dagegen schrecken sie ab.

Ein klares Ja! Mit jedem einzelnen Mückenstich können Krankheitserreger übertragen werden. Denn die Plagegeister könnten theoretisch Viren und Bakterien aus Umweltgiften, tierischem Kot usw. in sich tragen. Stechen heimische Mücken zu, können die Folgen, je nach Erreger, von starken Schwellungen bis hin zu schweren Entzündungen reichen. Vereinzelt könnten Mücken wohl auch den Borreliose-Erreger in sich tragen.
Allerdings werden auch, beispielsweise durch Fernreisen, vermehrt exotische Mückenarten eingeschleppt, die zu mehr Infektionen mit hierzulande eher untypischen Krankheiten führen. So steht beispielsweise die Asiatische Tigermücke im Verdacht, Dengue-Fieber und das Zika-Virus zu übertragen. Deren Zahl ist aber bislang so gering, dass nach Einschätzung von Experten, kein Grund zur Panik besteht.

Im Freien lässt sich am besten mit langer, heller und dicht gewebter Kleidung vorbeugen, die nicht zu locker sitzt und ein Zustechen erschwert. Ätherische Öle aus Basilikum, Lavendel oder Eukalyptus wirken nur etwa eine halbe Stunde, weil sie schnell verdunsten. Wirksamer ist ein Insektenschutzmittel aus der Apotheke, das etwa sechs bis acht Stunden schützt. Insektenschutzgitter vor den Fenstern oder ein Moskitonetz über dem Bett können in Innenräumen helfen, die Blutsauger fern zu halten. Und noch ein Tipp für Garten- oder Balkonbesitzer: Versuchen Sie mögliche Brutstätten zu eliminieren. Denn schon kleine Mengen mit Restwasser in Gießkannen, Dachrinnen oder alten Autoreifen sind ideale Eiablageplätze für Mücken. Wer den Abend im Freien genießen möchte, sollte diese Sammelbecken daher regelmäßig leeren.

Nach einem Stich hilft kühlen, am besten mit einem entsprechenden Produkt aus der Apotheke, zum Beispiel kühlende Gele mit Antihistaminika, bei stärkeren Reaktionen kann auch eine niedrig dosierte Salbe mit Hydrocortison helfen. Bei Unsicherheiten kann der Apotheker beraten. Von Hausmitteln wie Essig, Zitronenöl oder einer Zwiebel ist abzuraten – im Zweifel entzündet sich die betroffene Hautpartie eher, als dass der Juckreiz verschwindet. Ganz wichtig: Nicht kratzen, auch wenn der Juckreiz quälend ist. Durch das Aufkratzen des Stichs können Bakterien eindringen, so dass es möglicherweise zu Infektionen kommt.

Bleibt noch eine interessante Frage: Wenn Mücken hauptsächlich abends und nachts aktiv sind, was machen sie dann tagsüber? Die Antwort darauf gibt’s in diesem Video:

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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