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Mehr Gesundheit für Pflegepersonal

Gute Pflege braucht dringend gesunde Pflegekräfte. Doch der aktuelle Pflegereport der BARMER zeigt: Der Alltag des Pflegepersonals sieht häufig anders aus. Gerade diese Berufsgruppe leidet im Vergleich zu anderen Erwerbstätigen besonders oft unter körperlichen und psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Rückenbeschwerden, Bluthochdruck, Diabetes oder Depressionen. Um dem entgegenzuwirken, unterstützt die BARMER Arbeitgeber in der Pflegebranche mit passgenauen Angeboten zur Gesundheitsförderung. Welche das sind, erklären die BARMER-Präventionsexperten Christine Witte und Jeremias Pappert.

Nicht zuletzt durch die Corona-Krise ist die Situation von Pflegekräften in den Fokus gerückt. Welchen Beitrag kann die BARMER als Krankenkasse hier konkret leisten?

Jeremias Pappert: Um die Situation für beruflich Pflegende dauerhaft zu verbessern, sollten zunächst die einrichtungsspezifischen Herausforderungen analysiert werden, um im Anschluss die richtigen Maßnahmen umzusetzen. Wichtig ist es, dass Krankenhäuser, stationäre Pflegeheime und ambulante Pflegedienste die Gesundheit ihrer Beschäftigten nachhaltig fördern. Dabei können wir sie als Krankenkasse beraten, begleiten und unterstützen, übrigens im Sinne des Gesetzgebers, der uns im Rahmen des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes auch eine finanzielle Förderung ermöglicht.

Christine Witte: Dadurch können wir beispielsweise im Rahmen von Modellprojekten zum einen die Bedürfnisse der Pflegekräfte und zum anderen die Wirksamkeit unterschiedlicher Maßnahmen erforschen. Das große Ziel muss es sein, die Gesundheit der Pflegenden zu stärken und gleichzeitig die Rahmenbedingungen im beruflichen Kontext gesundheitsförderlich weiterzuentwickeln.

Porträt von Jeremias Pappert

Zitat

Die BARMER unterstützt Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen beim Aufbau ihres Gesundheitsmanagements.

Jeremias Pappert, Präventionsexperte bei der BARMER

Mit welchen Projekten soll das erreicht werden?

Christine Witte: Wir wissen beispielsweise, dass das Thema Achtsamkeit in der Pflege eine sehr große Rolle spielt. Deshalb haben wir das Modellprojekt „Achtsamkeit für Beschäftige in der Pflege“ ins Leben gerufen. Hinter dem etwas sperrigen Namen verbergen sich Workshops und eine App mit speziellen Entspannungsangeboten für Pflegekräfte. Sie soll den Teilnehmenden helfen, gelassener mit Stresssituationen umzugehen. Eingebettet ist dieses Angebot in ein ganzheitliches Konzept, das aktuell bundesweit in verschiedenen Kliniken getestet und auch wissenschaftlich begleitet wird.

Jeremias Pappert: In einem weiteren Modellprojekt beschäftigen wir uns mit der besonderen Situation von Pflegekräften mit Migrationshintergrund. Immerhin stellen sie bereits heute einen großen und zunehmenden Anteil des Pflegepersonals. Wenn wir diese Menschen zukünftig auch für die Teilnahme an Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gewinnen möchten, müssen wir wissen, welche besonderen Bedürfnisse sie möglicherweise haben.

Muss Gesundheitskompetenz aber nicht schon viel früher beginnen, etwa bei den Auszubildenden?

Jeremias Pappert: Absolut! Je früher wir Menschen für Gesundheit sensibilisieren können, desto besser. Deshalb unterstützt die BARMER Arbeitgeber im Pflegebereich mit dem Programm „Gesunder Start – Pflegeedition“. Darin erhalten Auszubildende in der Pflege die Möglichkeit, durch Workshops die eigene Gesundheitskompetenz zu verbessern und damit den Grundstein für einen zukünftig gesunden Lebensstil zu legen. Inhaltlich geht es dabei um die Themen Ernährung, Bewegung, Entspannung und Sucht.

Porträt von Christine Witte

Zitat

Die Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig zu fördern, ist ein Zeichen der Wertschätzung.

Christine Witte, Präventionsexpertin bei der BARMER

An wen richten sich die Angebote, und wie können Interessierte daran teilnehmen?

Christine Witte: Die Angebote stehen grundsätzlich allen Einrichtungen im Pflegebereich offen. Da es aber auch immer um individuelle Lösungen geht, sollten sich Interessierte einfach mit der BARMER in Verbindung setzen (service@barmer.de). Gemeinsam finden wir dann die passende Strategie.

Förderanträge können unter www.barmer.de/gesundepflege direkt heruntergeladen werden.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | eMagazin

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Bildnachweis

  • Gesundheit in der Pflege; © Mix and Match Studio; stock.adobe.com
  • Gesundheit in der Pflege; © Mix and Match Studio; stock.adobe.com
  • Jeremias_Pappert, Präventionsexperte bei der BARMER; © BARMER
  • Christine Witte; Präventionsexpertin bei der BARMER; © BARMER

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