Medikationsplan: Arzt hält mehrere Medikamente in der Hand
Gesundheit

Medikationsplan

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Patienten, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Medikamente einnehmen beziehungsweise anwenden, erhalten seit 1. Oktober 2016 einen für sie verständlichen Medikationsplan. So hatte es der Bundestag im Rahmen des E-Health-Gesetzes beschlossen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Medikamente zu unterstützen. Und das ist auch dringend notwendig, vor allem bei Älteren.

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2015 nimmt in Deutschland jeder vierte über 65-Jährige regelmäßig drei oder mehr Medikamente ein. Ein solche Polymedikation kann fatale Folgen haben. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte schätzt, dass jedes Jahr rund 500.000 Menschen aufgrund vermeidbarer Medikationsfehler in der Notaufnahme eines Krankenhauses landen. Das soll sich mit dem Medikationsplan ändern. Zunächst wird es den Plan nur in Papierform geben, ab 2018 soll er zusätzlich auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden können, vorausgesetzt, die Patientin oder der Patient sind mit dieser Speicherung einverstanden.

Patientenfragen zum Medikationsplan

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Erste Anlaufstelle ist Ihr Hausarzt. Bei der Erstellung ist er dazu verpflichtet, auch die Medikamente zu erfragen und dokumentieren, die Sie in der Apotheke gekauft oder von anderen Ärzten verordnet bekommen haben. Falls Sie keinen Hausarzt haben, können Sie sich auch an den Facharzt wenden, der hauptsächliche Ihre Arzneimitteltherapie koordiniert.

Übrigens: Der erstausstellende Arzt ist zur weiteren Aktualisierung verpflichtet, Apotheker aktualisieren auf Wunsch des Versicherten. Aktualisierungen durch andere Ärzte und Krankenhäuser sind ebenfalls möglich.

  • Sie erhalten einen vollständigen Überblick über alle Medikamente, über die verordneten genauso wie über die nicht verschreibungspflichtigen.
  • Sie können auf einen Blick sehen, wann Sie welches Arzneimittel in welcher Menge einnehmen sollen.
  • Sobald ein neues Medikament notwendig wird, können Arzt und/oder Apotheker dies auf Ihre bisherige Medikation besser abstimmen.
  • Gefährliche Wechselwirkungen werden vermieden.
  • Legen Sie den Medikationsplan bei jedem Arzt- und Apothekenbesuch vor.
  • Achten Sie mit darauf, dass Arzt und Apotheker den Plan immer aktualisieren.
  • Nehmen Sie den Plan auch mit, wenn Sie ein Krankenhaus-Aufenthalt ansteht.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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Kommentar
    1. Hallo Herr Stenger,

      das sollten sie sogar unbedingt. Grundsätzlich solltenim Medikationsplan alle verscheibungspflichtigen und nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimittel eingetragen werden, dazu zählen auch pflanzliche und homöopatische Präparate.
      Mit freundlichen Grüßen
      Claudia Rembecki

  1. Ich benutze seit Jahren einen selbst auf Excel erstellten Medikationsplan.
    Diesen bringe ich bei jeder Änderung auf den neuesten Stand.
    Meinen Medikationsplan bringe ich zu jedem Facharzt mit, zu dem mich mein Hausarzt überweißt (bin im Hausarzt-Modell).
    Ich habe mir diesen Medikationsplan erstellt, weil ich mir die „Namen“ meiner Medikamente nicht merken wollte und kann.
    Die Medikamenten-Verträglichkeit untereinander habe ich von meiner Tochter, die Apothekerin ist, abklären lassen.

    1. Hallo Frau Kozelsky,
      Sie haben sich vorbildlich verhalten. Da wahrscheinlich nicht jeder diese Möglichkeit hatte, ist der bundeseinheitliche Medikationsplan sicher eine Hilfe.
      Mit freundlichen Grüßen
      Claudia Rembecki

  2. Ich habe mir selbst eine Kurz-Anamnese – so nenne ich sie jedenfalls – am PC erstellt. Darin finden sich persönliche Daten, Angaben über Vorerkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Operationen, Reha-Maßnahmen usw. und natürlich auch die aktuelle Medikation. Wenn ich zu einem Facharzt gehe oder ins Krankenhaus muss, wird dieses DIN A4-Blatt den behandelnden Ärzten gleich zu Beginn des Gesprächs ausgehändigt. Die Begeisterung über diese kurze aber vollständige Aufklärung war bisher immer sehr groß. Ein solches Anamnese-Blatt führe ich außerdem stets in meiner Brieftasche mit mir.

    1. Hallo Frau Rupp,

      das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Für alle anderen ist der bundeseinheitliche Medikationsplan sicherlich hilfreich.
      Mit freundlichen Grüßen
      Claudia Rembecki

  3. Ohne eine generelle Online-Verknüpfung aller Eintrager miteinander wird das wenig Sinn machen. Es sollte bei Aktivierung des Planes sofort eine Verbindung zu einem Rechenzentrum geben, das die Digital verarbeitbaren Interaktionsinfos und -risiken aufleuchten läßt.
    Hatte ich mir als Arzt immer gewünscht!

    1. Hallo Herr Dr. Dieckvoß,
      Ihr Wunsch ist nachvollziehbar. Doch eine solche Verknüpfung wird wohl erst ab 2018 möglich sein, wenn der Medikationsplan zusätzlich auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden kann, vorausgesetzt, die Patientin oder der Patient sind mit dieser Speicherung einverstanden.
      Mit freundlichen Grüßen
      Claudia Rembecki

  4. Was ist mit Versandapotheken?
    Ich führe dieses schon lange selber, denn der Kardiologe sowie der Diabetologe ist für etwas zuständig und diese müssten alle dem Hausarzt die Verordnungen mitteilen!
    Solange das nicht in der Krankenkassen Karte verbindlich gespeichert wird ist das heraus geschmissenes Geld.

  5. Wann kommt endlich die e-Karte auf der man die Anamnese mit Röntgenbilden, MRT und CT … ersehen kann? Deutschland digitalisiert sich, langsam und hoffentlich sicher, außer der Barmer.

    1. Hallo Herr Martin, bereits jetzt bietet die BARMER ihren Versicherten über ihre Service-App zahlreiche digitale Anwendungen an, mit denen beispielsweise Krankmeldungen online übermittelt oder Vorsorgetermine bequem auf dem Smartphone geplant werden können. Spätestens Anfang 2019 werden unsere Versicherten zudem ein digitales Zahnbonusheft nutzen können.
      Der Erfolg einer elektronischen Patientenakte für alle Versicherten in Deutschland hängt je-doch von der Akzeptanz der Ärzte ab. Der Erfolg von Einzellösungen droht schnell zu verpuffen, wenn jede App eigene Systemvoraussetzungen hat und somit nicht von allen Ärzten genutzt werden kann. Das ist auch der Grund dafür, dass sich die BARMER mit Bedacht entscheiden wird.
      Damit wir beim Thema der elektronischen Patientenakte einen entscheidenden Schritt weiterkommen, brauchen wir eine Einigung auf gemeinsame Kernfunktionalitäten, damit ähnliche Zugangswege zu den Akten für alle Leistungserbringer möglich sind. Die BARMER engagiert sich deshalb gemeinsam mit allen relevanten Akteuren im Gesundheitswesen, um diese Voraussetzungen zu schaffen. Wir wollen unseren Versicherten und unseren Partnern im Gesundheitswesen eine Lösung anbieten, die allgemeine Akzeptanz findet und Patienten wie Leistungserbringern den größtmöglichen Nutzen in der medizinischen Versorgung bringt.

      Mit freundlichen Grüßen
      Claudia Rembecki