LEHRER DIGI CAMP
Gesundheit

Schulen digital fit machen

Soziale Medien wie Instagram, Snapchat & Co gehören mittlerweile wie selbstverständlich zur Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen. 97 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen heute ein Smartphone. Damit hat in Deutschland die Digitalisierung – trotz Handy-Verbot zum Beispiel in Bayern – längst Einzug in den Schulalltag gehalten.
In Kooperation mit dem Bonner Social Impact Start-up BG3000 und der TÜV Rheinland Akademie GmbH hat die BARMER ein innovatives Präventionsprojekt entwickelt und bundesweit ausgerollt. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortungsvollen und gesundheitsbewussten Umgang mit Smartphone & Co zu motivieren und zur Prävention von digitalem Stress beizutragen.

Lehrer haben Schlüsselfunktion

Im Rahmen der Pilotphase Ende 2017 / Anfang 2018 zeigte sich, dass vor allem auch Lehrerinnen und Lehren in ihrer Funktion als Multiplikatoren bei diesem Prozess eine entscheidende Rolle spielen. Deshalb wurde neben den dreitägigen DIGI CAMPS für Schülerinnen und Schüler ein weiteres Modul – das sogenannte LEHRER DIGI CAMP – aus der Taufe gehoben. In dem eintägigen Seminar kann sich das gesamte Kollegium einer Schule mit den Chancen und Risiken digitaler Medien und Plattformen auseinandersetzen und dadurch wertvolle Anregungen für die Unterrichtsgestaltung erhalten.

Neue Impulse für den Unterricht

Denn wer zeitgemäße Medienkompetenz vermitteln möchte, muss digital auf dem Laufenden sein: Wozu werden Facebook, Instagram, Snapchat & Co von Jugendlichen genutzt? Wie können sich Schülerinnen und Schüler vor Cybermobbing und anderen Gefahren des Internets schützen? Wo liegen die Chancen der Digitalisierung, zum Beispiel auch für einen modernen, anschaulichen, interaktiven und lebendigen Unterricht?

 

LEHRER DIGI CAMP
Im LEHRER DIGI CAMP in Ludwigshafen (oben) sowie in Passau und Korbach (unten) beschäftigten sich Pädagogen mit digitalen Trends und der Umsetzung aktueller Themen an ihrer Schule.

Was passiert im LEHRER DIGI CAMP?

Die verschiedenen Inhalte des LEHRER DIGI CAMP werden von Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen vermittelt.
In fünf Workshops

  • „Digitales Lehren und Lernen“
  • „Social Hacking“
  • „Cybermobbing und digitale Dynamiken“
  • „Social Media & Co“
  • „Fit durch den Unterricht“

haben die teilnehmenden Lehrkräfte dabei auch die Möglichkeit mit den versierten Experten zu diskutieren. Zusammen mit Medienpädagogen, Psychologen, Ernährungs- und Fitnesscracks sowie Internet- und Social Media-Profis werden verschiedene Ideen und Lösungsmöglichkeiten für Probleme aus dem Unterrichtsalltag auf den Prüfstand gestellt.
Bisher wurden bundesweit bereits mehr als zehn solcher Seminare umgesetzt und damit rund 700 Lehrerinnen und Lehrer sowie indirekt fast 8.500 Schülerinnen und Schüler erreicht.

 

3 Fragen an...

… Birgit Dittmer-Glaubig,

Schulleiterin an der Mittelschule Simmernstraße in München.
Dort hat das Kollegium im November vergangenen Jahres,
am Buß- und Bettag, an einem
LEHRER DIGI CAMP teilgenommen.

 

Interview zu LEHRER DIGI CAMP
(c) privat

Was war die Motivation?

Der Termin und das Thema haben einfach gepasst! Denn bei uns an der Schule ist es (fast) schon Tradition, dass die Lehrerinnen und Lehrer an Buß- und Bettag quasi nochmals die Schulbank drücken und sich fortbilden. Die Schülerinnen und Schüler haben an diesem Feiertag selbstverständlich frei. Hinzu kommt, dass aktuell alle Schulen in Bayern angehalten sind, ein Medienkonzept zu entwickeln. Schon aus diesem Grund stieß das Angebot der BARMER bei uns Lehrerinnen und Lehrern auf ein gesteigertes Interesse.

Was haben Sie persönlich, was Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Seminar mitgenommen? Was hat am meisten beeindruckt?

Um mir einen Überblick zu verschaffen, habe ich an diesem Tag mal in alle fünf Workshops hineingeschnuppert. Am meisten beeindruckt hat mich persönlich die Einheit „Digitales Lehren und Lernen – Neue Medien im Unterricht“. Denn die Online-Lernprogramme, die dort vorgestellt wurden, und der Einsatz von Tablets im Unterricht ermöglichen doch eine sehr individuelle Förderung. Alle Programme sind so variabel, dass sie gezielt an den Leistungsstand einzelner Schülerinnen und Schüler angepasst werden können. Gut fand ich darüber hinaus, dass diese Anwendungen in allen Fachrichtungen zur Verfügung stehen.

... und was meinte der Rest Ihres Teams?

Auch das Feedback von meinen Kolleginnen und Kollegen war durchweg positiv. Alle haben für sich und ihr Fach Neues erfahren und nahmen Inspiration für die Unterrichtsgestaltung mit. Insgesamt hat uns das LEHRER DIGI CAMP darin bestätigt, dass wir bei uns an der Schule auf dem richtigen Weg sind. Denn Chancen und Risiken digitaler Mediennutzung zu vermitteln, ist mehr als White-Boards in jedem Klassenzimmer zu installieren. Es geht vielmehr darum, mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen, deren Lebenswirklichkeit zu adaptieren und aktuelle Themen und Lernansätze immer wieder fächerübergreifend in den Schulablauf zu integrieren.

Gibt es auch schon Ideen, was sie konkret an ihrer Schule umsetzen möchten?

Schon während des Seminars habe ich mit dem Gedanken gespielt, dass die nächste Investition an unserer Schule ein Klassensatz Tablets inklusive der entsprechenden Lernsoftware sein könnte. Außerdem haben wir im Kollegium darüber diskutiert, ob wir einzelne Schülerinnen und Schüler zu digitalen Lotsen bzw. MedienScouts ausbilden sollten. Ähnlich vorgegangen sind wir beispielsweise schon bei der Förderung der Sprach- und Lesekompetenz. So gibt es an unserer Schule eine Arbeitsgemeinschaft von sogenannten Leselotsen, die etwa mit dem Aufbau einer Schülerbücherei beschäftigt sind oder regelmäßig ein Lesefest mit Autorenlesung organisieren. Ebenso wollen wir Anregungen aus dem LEHRER DIGI CAMP aufgreifen und in Zukunft die Themen Entspannung, Ernährung und Bewegung noch stärker in den Unterricht bzw. den Schulalltag einbauen.

LEHRER DIGI CAMP - noch Fragen?

  • Schulen, die sich für ein LEHRER DIGI CAMP interessierren, können sich direkt hier anmelden bzw. bewerben.
  • Mehr Informationen zum gesamten Projekt können Sie hier auf der BARMER-Homepage nachlesen.

Michaela Del Savio

Redakteurin, BARMER-
Unternehmenskommunikation

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