Startseite Gesundheit Und danach? Zurück ins Leben nach dem Schlaganfall
Mann mit grauem Haar und grauem Bart trainiert mit Unterstützung eines Therapeuten und mithilfe eines Gummibandes. Im Hintergrund übt eine Therapeutin mit einem älteren Herrn.
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Und danach?

Auch nach einer erfolgreichen Akutbehandlung ist das Leben für Schlaganfall-Patienten keinesfalls sofort wieder wie vorher. Ein Schlaganfall ist immer ein großer Einschnitt und für viele Menschen ein großer Schock. Einige Betroffene müssen danach lernen, mit gravierenden Folgen zu leben, und der neue Alltag ist häufig verbunden mit Ängsten und Unsicherheiten. Deshalb ist es wichtig, Betroffene so gut wie möglich zurück ins Leben zu begleiten und das Risiko für einen erneuten Schlaganfall zu senken. Den meisten Patienten wird deshalb eine Reha im Anschluss an die Akutbehandlung empfohlen.

Wir beantworten Ihnen hier die wichtigsten Fragen zur Rehabilitation nach einem Schlaganfall.

Wie kann mir eine Reha helfen?

Ziel einer Reha ist es, die Folgen des Schlaganfalls so gut wie möglich zu beseitigen oder zu mildern. Eine Reha kann Betroffenen außerdem dabei helfen, ihre Lebenssicherheit zurückzuerobern. Die Patienten lernen, dass sie die meisten Schlaganfall-Risikofaktoren selbst minimieren können, wodurch Ängste vor einem erneuten Schlaganfall schwächer werden können. Je nach Bedarf bekommen Patienten dafür entsprechende Werkzeuge an die Hand, um in Zukunft effektiv vorzubeugen. Dazu gehört es unter anderem, Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht zu vermeiden und genügend Bewegung in den Alltag einzubauen.

Wo kann ich eine Reha machen?

Die meisten Rehas werden stationär in einer neurologischen Rehabilitationsklinik durchgeführt. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, eine Reha in einem ambulanten Zentrum zu absolvieren. Viele Patienten bevorzugen diese Variante, weil sie abends und am Wochenende zu Hause sein können. Für eine ambulante Reha gibt es eine wichtige Voraussetzung: Patienten müssen in der Lage sein, sich selbst zu versorgen. Alternativ kann die Versorgung auch durch Angehörige oder einen Pflegedienst sichergestellt werden.

Was erwartet mich bei der Reha?

Nach der Eingangsuntersuchung und dem Aufnahmegespräch werden die Ärzte einen individuellen Therapieplan aufstellen. Klassische Elemente einer Schlaganfall-Reha sind:

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Diätberatung
  • Neuropsychologie
Nahaufnahme von zwei Senioren, die sich gegenübersitzen und an den Händen halten. Es sind nur die Hände zu sehen.

Und wie geht es weiter? Verlauf und Langzeitfolgen

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie an einen Schlaganfallpatienten denken? Vermutlich an einen hinkenden Gang oder eine gelähmte Gesichtshälfte. Diese Merkmale gehören zu den häufigsten bleibenden Störungen nach einem Schlaganfall. Weniger bekannt ist, dass rund 80 Prozent der Betroffenen an unsichtbaren Folgen leiden. Auch wer einen Schlaganfall äußerlich unbeschadet überstanden hat, muss sich häufig erst einmal wieder regelrecht ins Leben zurückkämpfen. Das Gehirn baucht in den ersten 18 bis 36 Monaten extrem viele Erholungspausen – nicht selten sind viele Patienten den Anforderungen ihres Alltags erstmal nicht mehr gewachsen. Ist das der Fall, sollten sich Betroffene unbedingt professionelle Hilfe holen. Erste Anlaufstellen sind niedergelassene Neuropsychologen. Auch Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen können einiges tun, um Patienten zurück ins eigene Leben zu begleiten: indem sie Verständnis für die Situation aufbringen und Stress von der betroffenen Person fernhalten.

Gesundheitskompass, dessen Nadel bei den Wort GESUND LEBEN stehen bleibt

Vorbeugen – aber wie? Die wichtigsten Tipps im Überblick

Bluthochdruck vermeiden

Bereits bei leicht erhöhten Werten sollten Sie sich darüber Gedanken machen, wie Sie Ihr Leben gesünder gestalten könnten. In manchen Fällen lässt sich darüber wieder ein normaler Blutdruckwert erreichen. Wichtige Ziele sollten es sein, genügend Bewegung in Ihren Alltag zu bringen und auf Rauchen und Alkoholkonsum zu verzichten. Eine gute Selbstkontrolle ist es, den Blutdruck regelmäßig zu messen.

Gesund ernähren

Eine ausgewogene Ernährung zählt zu den besten Vorsorgemaßnahmen gegen einen Schlaganfall. Sie sollten ausreichend Obst und Gemüse zu sich nehmen, sparsam mit Zucker und Salz sein, langsam essen und vor allem: abwechslungsreich!

Ausreichend trinken

Wussten Sie, dass Schlaganfall-Patienten ihr Risiko für einen zweiten Schlaganfall um bis zu 25 Prozent senken können, wenn sie viel trinken? Wassermangel sollten Betroffene also unbedingt vermeiden, den dieser macht sich vor allem Im Gehirn, Blut, in der Leber und den Muskeln bemerkbar. Das Blut wird dickflüssiger und das Herz muss stärker pumpen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät daher, das Durstgefühl erst gar nicht entstehen zu lassen und regelmäßig, über den Tag verteilt mindestens 1,5 Liter zu trinken.

Stress reduzieren

Daueranspannung und -stress können sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Versuchen Sie, Stressfaktoren in Ihrem Alltag zu erkennen und zu vermeiden. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen. Versuchen Sie es beispielsweise mit bewusstem Atmen und kleinen Entspannungspausen für Zwischendurch. Häufig machen wir uns selbst den größten Stress. Versuchen Sie, die Dinge etwas gelassener anzugehen. Hier können Ihnen Entspannungstechniken wie Yoga oder Progressive Muskelentspannung helfen.

In Bewegung bleiben

Mindestens 30 Minuten am Tag sollten Sie körperlich aktiv sein, um Ihr Herz-Kreislaufsystem zu stärken und sich vor einem Schlaganfall zu schützen. Das ist gar nicht so schwer! Nutzen Sie öfter mal die Treppe, anstatt den Fahrstuhl. Und wie wäre es, mal wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, anstatt mit dem Auto?

Gesundheitscheck ab 35

Wer 35 Jahre und älter ist, kann sich beim Hausarzt oder Internisten alle drei Jahre durchchecken lassen. Dabei testet der Arzt die Funktion Ihrer Sinnesorgane und Ihres Bewegungsapparats. Er tastet den Bauchraum ab, hört Herz und Lunge ab und misst Ihren Blutdruck. Zum Gesundheitscheck gehören auch Laboruntersuchungen Ihres Bluts und Urins.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

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