Startseite Gesundheit Körperwerte messen, aber richtig
Tablet mit Messwerten des ganzen Körpers

Blutdruck und Co.

Ob Gewicht, Größe, Blutzucker oder Sauerstoffsättigung – es gibt viele unterschiedliche Körperwerte, die in ihrer Summe einen umfassenden Überblick über den persönlichen Gesundheitszustand ergeben. Einige dieser Werte werden bei Ärzten erhoben, andere kann, zumindest theoretisch, jeder jederzeit selbst bestimmen. So liefern beispielsweise moderne Körperanalysewaagen nicht nur Auskunft über das Gewicht, sondern auch über die Anteile an Körperfett, Muskel- und Knochenmasse usw. Chroniker müssen, je nach Erkrankung, bestimmte Werte regelmäßig selbst kontrollieren – Diabetiker etwa ihren Blutzucker. Doch es gibt zwei Werte, die jeder im Blick behalten sollte: den Blutdruck und die Körpertemperatur. Das Messen klappt dank entsprechender Geräte auch ganz einfach zuhause; allerdings nur dann, wenn man es richtig macht.

Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER

Fehlerquellen

Fehler beim Messen von Körperwerten zu Hause lassen sich leicht vermeiden, allerdings muss man auch wissen, wo die Fehlerquellen liegen. Die Auswahl des richtigen Geräts ist genauso entscheidend wie die korrekte Messmethode. Und auch das Alter eines Messgerätes sollte jeder Nutzer im Blick haben. Spätestens nach zwei Jahren sollten die Geräte kritisch hinterfragt und gegebenenfalls technisch überprüft werden.

Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER

Blutdruck richtig messen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Handgelenkmessgeräten und Oberarmmessgeräten. „Bei Oberarmmessgeräten sind unterschiedliche Manschetten-Größen erhältlich. Da sich nur mit der richtigen Manschetten-Größe korrekte Werte ermitteln lassen, sollte sie immer passend zum Umfang des Oberarmes gekauft werden”, weiß Günther. Genauso wichtig: Da der Blutdruck im Verlauf des Tages schwankt, sollte er auch mehrmals am Tag gemessen werden. Um die Messwerte nicht zu verfälschen empfiehlt Günther, rund eine Stunde vor der Messung aufs Rauchen sowie auf Kaffee und Alkohol zu verzichten. Unmittelbar vor der Messung ist es sinnvoll, mindestens drei Minuten lang ruhig zu sitzen. Die Messung sollte dann auch im Sitzen erfolgen, die Manschette muss sich dabei in Höhe des Herzens befinden. Bei einer Messung am Oberarm ist dies automatisch der Fall. Vorausgesetzt, die Manschette ist richtig angelegt, das bedeutet: Sie sollte zwei Querfinger oberhalb der Ellenbeuge nicht zu stramm sitzen, so dass noch ein Finger leicht unter die verschlossene Manschette passt. Wird der Blutdruck am Handgelenk gemessen, sollte der Ellenbogen auf einer Tischplatte leicht abgestützt und der Unterarm etwas angehoben werden. Während der Messung dann weder sprechen noch husten. Tipp: Hilfreich für ein Gespräch mit dem Arzt kann es sein, die Werte zu notieren, damit der Mediziner gegebenenfalls Schlüsse daraus ziehen kann.

Körpertemperatur ermitteln

Auch beim Messen von Fieber ist die richtige Messmethode entscheidend. Dabei ist die zuverlässigste nicht unbedingt die beliebteste: die rektale Messung, also die Messung im Po. „Bei anderen Messmethoden wie an der Stirn, unter den Achseln, im Ohr oder unter der Zunge wird lediglich die Oberflächentemperatur gemessen. Das führt dazu, dass beim Fiebermessen in der Achsel die Körpertemperatur durchschnittlich um etwa 0,5° Celsius unterschätzt wird, und die Ergebnisse von einem Ohr- oder Stirnthermometer im Schnitt etwa 0,3° Celsius unter der eigentlichen Körpertemperatur liegen”, sagt Günther. Bei Stirnthermometern muss außerdem die Haut trocken sein, und bei einer Messung im Ohr sollte zur richtigen Positionierung des Ohrthermometers die Ohrmuschel ein wenig nach oben und hinten gezogen werden, damit der Messfühler des Thermometers in Richtung Trommelfell zeigt.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | eMagazin

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