Startseite Gesundheit Kinderwunsch, Schwangerschaft und Babyzeit
mehrere Schwangerschaftstests liegen nebeneinander auf einem Tisch
Lesen Sie alle Artikel zum Thema: Liste anzeigen
Gesundheit

Wunschthema Schilddrüse

Bleibt ein Kinderwunsch unerfüllt, kann es auch an der Schilddrüse liegen. Sowohl eine Überfunktion (Hyperthyreose) als auch eine Unterfunktion (Hypothyreose) können die Empfängnis negativ beeinflussen. Denn die Schilddrüsenhormone steuern auch die Fruchtbarkeit und Fortpflanzung. Schilddrüsen- und Sexualhormone wie Östrogen hängen eng zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Gerät hier etwas aus dem Gleichgewicht, wirkt sich das auf die Eizellreifung und den Zyklus aus. Insgesamt sind etwa zehn Prozent der ungewollt kinderlosen Frauen von einer Schilddrüsenstörung betroffen.

Bei Kinderwunsch ist eine Schilddrüsenuntersuchung sinnvoll, wenn

  • in der Familie Schilddrüsenprobleme bekannt sind
  • unregelmäßige Perioden auftreten
  • nach sechs Monaten keine Schwangerschaft eintritt

Schwangerschaft – Leistungssport für die Schilddrüse

Endlich schwanger! Für die Schilddrüse bedeutet das: Hochleistungssport. Im Körper der Mutter erhöhen sich die Stoffwechselvorgänge – der Bedarf an Schilddrüsenhormonen steigt um bis zu 50 Prozent steigt. Die Schilddrüse vergrößert sich und muss sich der neuen Situation anpassen. Damit das gelingt, sollten Schwangere ihre Jodzufuhr erhöhen – auf circa 230 Mikrogramm pro Tag.

Das ist nicht nur wichtig für die Schwangere selbst, sondern auch für das ungeborene Kind – und das ab dem Zeitpunkt der Befruchtung. Denn erst ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft, also ab dem vierten Monat, ist die kindliche Schilddrüse in der Lage, Jod aufzunehmen und selbst Schilddrüsenhormone zu produzieren. Davor ist der Fötus vollständig auf die Hormone der Mutter angewiesen.

Risiken kennen…
Arbeitet die mütterliche Schilddrüse nicht einwandfrei, kann sich das negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Es können sogar gesundheitliche oder geistige Probleme entstehen, die das ganze Leben anhalten. Zudem ist das Risiko für Fehl- und Totgeburten sowie Frühgeburten durch eine unbehandelte Erkrankung der Schilddrüse erhöht.

…und vorsorgen!
Wichtig ist deshalb, die Schilddrüse genau im Auge zu behalten – sowohl wenn bereits vor der Schwangerschaft eine Schilddrüsenerkrankung vorlag als auch wenn eine Erkrankung zum ersten Mal auftritt.

Die häufigsten Schilddrüsenerkrankungen während und unmittelbar nach einer Schwangerschaft sind:

  • Kropf und/oder knotige Schilddrüsenvergrößerung
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Schilddrüsenentzündung nach der Geburt (Post-Partum-Thyreoiditis)

Und nach der Geburt?

Nicht immer nimmt die Schilddrüse des Babys nach der Geburt automatisch ihre Arbeit auf. Einige Kinder kommen mit einer angeborenen Unterfunktion (Hypothyreose) zur Welt. Die Schilddrüse ist dann zu klein ausgeprägt oder ist aufgrund einer genetisch bedingten Störung nicht in der Lage, aufgenommenes Jod richtig zu verwerten. Manchmal fehlt das Organ sogar vollständig. Erkannt werden kann die Hypothyreose im Rahmen des Neugeborenen-Screenings, das bei allen Babys routinemäßig durchgeführt wird. Dazu ist eine Blutabnahme notwendig. Eine unerkannte oder nicht behandelte angeborene Schilddrüsenunterfunktion kann schwere geistige und körperliche Behinderungen nach sich ziehen.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

Lesen Sie alle Artikel zum Thema:

Bildnachweis

  • Heike Herden/stock.adobe.com
  • Heike Herden/stock.adobe.com

Zusatzinhalte: