Heil- und Wildkräuter für die Sommerküche
Gesundheit

Heil- und Wildkräuter für die Sommerküche

Kräuter sind vielseitig, ob als Gewürz, als frische Zutat in Speisen und Getränken oder im Einsatz als Hausmittel. Die Leser der Print- und Online-Ausgabe stimmten zuletzt für dieses Wunschthema. Perfekt – denn der Frühsommer ist ideal für die Kräuterernte.

Ohne Kräuter geht es nicht in der Menschheitsgeschichte. Schon Steinzeitmenschen wussten ihre Nahrung mit der Zugabe von Blättern, Blüten, Samen, Wurzeln und Rinden zu würzen und Erkrankungen mithilfe von Pflanzen zu kurieren. Von Zivilisation zu Zivilisation wurde das Wissen um die aromatisierende, stärkende und lindernde Wirkung von Pflanzen stetig weitergegeben.

In Europa trug besonders die Klostermedizin zur Verbreitung von Kräutern bei. Seit dem Mittelalter hatten Mönche und Nonnen ihr Wissen umfassend dokumentiert und Kräuter aus der freien Natur für medizinische und kulinarische Zwecke in ihren Gärten kultiviert. Heutige „Küchenkräuter“ wie Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin, Majoran und Thymian sowie Tees aus Salbei, Melisse, Pfefferminze und Kamille fanden so auch Eingang in private Gärten.

Im Trend: Kräuterwanderungen und Kräuterseminare

Aus Medizin, Kosmetik, Wellness und Ernährung sind Kräuter nicht mehr wegzudenken. Doch mit dem pharmakologischen, medizinischen und industriellen Fortschritt des 20. Jahrhunderts geriet das überlieferte Pflanzenwissen etwas in Vergessenheit. Doch immer mehr ernährungs- und gesundheitsbewusste Menschen frischen auch ihre Kräuterkenntnisse nun wieder auf. Entsprechend liegen Kräuterwanderungen sowie Kräuter- und Kochseminare ganz im Trend. Wie einst bei den Vorfahren werden im Wald und auf Wiesen frische Wildkräuter für Salate, Tees und Smoothies gesammelt oder für einen Kräuter- und Teevorrat über den Sommer hinaus getrocknet. Mit bewährten Heilkräutern aus dem Hausgarten oder der freien Natur wird zudem auch die Hausapotheke ausgestattet.

Video: Sommerlicher Salat aus Wildkräutern

Heil- und Wildkräuter: Salat

Rezept für einen bunten Wildkräutersalat. Quelle: NABU TV.

 

Erst informieren – dann konsumieren

Beim Sammeln von Heil- und Wildkräutern gilt es einiges zu beachten, denn nicht jeder Ort ist geeignet, nicht jede Pflanze gänzlich harmlos:

  • Nur pflücken, was man sicher bestimmen und genau unterscheiden kann (Beispiel: Bärlauch und sein giftiger Doppelgänger, das Maiglöckchen).
  • Nur für den eigenen Bedarf und nie alle Pflanzen an einer Fundstelle im Wald und auf Wiesen ernten, damit die Bestände gesichert bleiben.
  • Auf gedüngten oder gespritzten Flächen, an verkehrsreichen Straßen oder in Naturschutzgebieten grundsätzlich nicht sammeln.
  • Vor der Erstanwendung unbekannter Kräuter den Hausarzt oder den Apotheker fragen, ob bestimmte Wirkstoffe eine Unverträglichkeit, eine Allergie oder eine Wechselwirkung mit Medikamenten auslösen könnten.
  • Vor der Zubereitung alle Kräuter gründlich verlesen, waschen und abtupfen.
  • Zum Haltbarmachen Stiel oder Büschel kopfüber aufgehängt trocknen oder einzelne Blüten und Blätter auf einem Tablett ausgebreitet trocknen.
  • Ätherische Öle von Pflanzen können pur und hoch konzentriert durchaus gefährlich für Haut, Augen, Atem- und Verdauungsorgane werden. Kinder sollten deshalb nicht damit inhalieren oder eingerieben werden.

 

Video: Kräuterheilkunde

Heil- und Wildkräuter: Video

„Gegen fast alles ist ein Kraut gewachsen“. Quelle: SWR Landesschau Rheinland-Pfalz, Sendung vom 23.08.2017:

Zum Video

 

Wer sich mit Kräutern auskennt, kann manches Alltagswehwehchen lindern oder abwechslungsreiche und aromatische Geschmacksakzente in seiner Sommerküche setzen. Im Kurzporträt stellen wir in Teil 2 klassische Heilkräuter zur Inspiration vor. Außerdem fordern wir Sie in Teil 3 bei einem kleinen Quiz heraus: Was wissen Sie über typische Wildkräuter?

Glossar

Was bedeutet was? Fachbegriffe aus der Pflanzenheilkunde kurz erläutert.

Glossar herunterladen (PDF)

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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