Kälte draußen, warme, trockene Heizungsluft in den Räumen – im Herbst und Winter sollten wir der Hautpflege besonders viel Aufmerksamkeit schenken.
Gesundheit

Hautpflege im Winter

1

Wenn es draußen nass und kalt wird, versprechen kuschelig warme Räume die pure Gemütlichkeit. Doch während der Heizperiode ist die Luft in geschlossenen Räumen trockener, was für die Haut Stress bedeutet. Jetzt ist eine besonders intensive Pflege angesagt. Vor allem Badefans, Ältere und Männer sollten auf ein paar Dinge achten.

alle öffnen

So schön ein klarer, kalter Wintertag auch sein kann, für unsere Haut bedeutet er Stress. Denn sie ist durch den häufigen Wechsel zwischen überheizten Räumen und trockener Kälte stark gefordert und kann schnell austrocknen. Trotzdem gilt bei der Hautpflege nicht automatisch: einfach mehr cremen. Entscheidend ist die Wahl des richtigen Produkts. Das richtige Produkt zu finden, das der Haut Feuchtigkeit spendet und ihr hilft, diese auch einzuschließen, ist allerdings bei dem großen Angebot in Supermärkten, Drogerien und Apotheken nicht immer einfach.

Wer die Wahl hat…

Je nach eigener Vorliebe kann der Kunde aus einem großen Angebot von Flaschen und Tuben auswählen: In den Regalen stehen unterschiedliche, teils stark parfümierte Produkte in Form von Körperbuttern, Körperlotionen oder Gesichtscremes. Da fällt die Auswahl oft schwer. Steht bei der Suche nach dem „richtigen“ Produkt der Pflegeaspekt im Vordergrund, rät Petzold, auf die Zusammensetzung der Creme zu achten. Für die Hautpflege im Winter empfiehlt die Expertin reichhaltige Cremes und Lotionen in einer Kombination aus Wasser und Öl, sogenannte Wasser-inÖl- oder, aus dem englischen water-and-oil abgekürzt, W/O-Emulsionen. Diese Angabe kann auf der Verpackung vermerkt sein, zusätzlich bieten aber auch Hinweise wie „intensive Pflege“ oder „für trockene oder beanspruchte Haut“ eine gute Orientierung. Grundsätzlich raten Experten dazu, dass man während des Winters mindestens einmal pro Woche den ganzen Körper eincremen sollte – je nach Hautzustand auch häufiger. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach dem Duschen, denn dann ist die Haut besonders aufnahmefähig für pflegende Inhaltsstoffe. Um Belastungen der Haut zu verringern, sollte man außerdem nicht zu lang und zu heiß duschen, nur milde Duschgels oder Seifen verwenden und diese nur sparsam, also beispielsweise unter den Achseln oder im Schambereich, einsetzen.

Wer sich länger in der Kälte aufhält, beispielsweise bei einem ausgiebigen Spaziergang, kann die besonders empfindliche Gesichtshaut mit einer Kälteschutzcreme schützen. Sie sollte allerdings nur dünn und nicht täglich aufgetragen werden, weil sie die Haut aufgrund des hohen Fettanteils sonst zu sehr abdichtet. Die Haut an den Händen kann außerdem durch Handschuhe geschützt werden. Richtig geschützt steht einem winterlichen Tag an der frischen Luft nichts im Wege.

Von Milch und Honig über Lavendel, Pfirsich, Minze, Rose bis hin zu Olive oder Meeresalge – die Auswahl an Badezusätzen ist nahezu unüberschaubar geworden. Neben unterschiedlichen Duftrichtungen können Badefreunde auch noch zwischen Schäumen, Ölen und Salzen wählen. Dank dieser großen Auswahl können auch Menschen mit empfindlicher Haut ab und zu in die Wanne steigen. Heutzutage enthalten viele Badezusätze pflegende Inhaltsstoffe wie Olivenöl oder Aloe Vera. Sie sorgen dafür, dass die Haut nach dem Baden weniger spannt oder schuppt. Wer allerdings zu trockener Haut neigt, sollte statt zu seifenhaltigen Schaumbädern lieber zu so genannten Syndets greifen. Die haben einen pH-Wert um die 5 und greifen die Haut nicht so stark an.

Schutzfilm für die Haut

Eine andere Alternative sind Badeöle, sofern sie keine Emulgatoren enthalten und sich wie ein Film auf die Wasseroberfläche legen. Sie verwöhnen die Haut schon in der Wanne und sollten nach dem Baden nicht abgeduscht werden. Stattdessen die Haut nur vorsichtig abtupfen, um die Wirkung der Öle zu unterstützen. Auch Badesalze trocknen die Haut weniger aus als Schaumbäder. Und sie können je nach Zusammensetzung sogar Hautreizungen lindern.

Tipps zum Baden gehen

Fünf einfache Baderegeln schützen die Haut:

  1. Kurze und kühlere Bäder bis 35 Grad beleben Körper und Geist.
  2. Ab einer Wasser-Temperatur von 37 Grad wirkt Baden entspannend und sorgt für eine angenehme Bettschwere.
  3. Bei Bluthochdruck und Kreislaufproblemen nicht wärmer als 36 Grad baden.
  4. Die maximale Badezeit liegt bei 20 Minuten. Danach trocknet die Haut zu sehr aus.
  5. Nach dem Baden sorgfältig eincremen (außer bei Ölbädern). Cremes oder Lotionen mit Harnstoff (Urea) helfen der Haut besonders gut, Feuchtigkeit zu speichern.

Die Bedürfnisse der Haut verändern sich nicht nur mit dem Alter, sondern auch mit der Jahreszeit. Die Haut bildet eine Schutzbarriere zwischen dem Körper und seiner Umwelt. Um diese Schutzfunktion aufrecht erhalten zu können, benötigt sie im Alter eine andere Pflege als in jungen Jahren. Aus diesem Grund müssen sich auch die Pflegeprodukte mit der Zeit verändern. Die Haut hat bei älteren Menschen schon von Natur aus eine verminderte Wasserbindungsfähigkeit. Außerdem verringert sich die Anzahl elastischer und kollagener Fasern. Die Folge ist, besonders im Winter, eine weniger elastische Haut, die sich pergamentartig, manchmal auch spröde und rau anfühlt. Die größte Gefahr ist ein Austrocknungsekzem, bei dem sich die trockenen und teils rissigen Hautpartien entzünden. Typischer Vorbote ist ein zum Teil ausgeprägter Juckreiz.

Cremes: Auf den Inhalt kommt es an

Helfen können reichhaltige Cremes und Lotionen. Hier ist der Preis nicht unbedingt ausschlaggebend – viel wichtiger ist, was in den Produkten enthalten ist. Ideal ist eine Kombination aus Wasser und Öl, eine so genannten Wasser-in-Öl- oder W/O-Emulsion. Teilweise ist diese Angabe auf der Verpackung zu finden, ansonsten helfen Hinweise wie ‚intensive Pflege‘ und ‚für trockene oder beanspruchte Haut‘ weiter. Zusätzlich ist ein Anteil von zwei bis fünf Prozent Harnstoff beziehungsweise Urea sinnvoll. Das in den Ölen enthaltene Fett füllt die Zwischenräume zwischen den oberen Hautzellen wieder auf und verhindert so, dass die Feuchtigkeit aus der Haut verdunstet. Durch das Wasser lässt sich das Fett besser verteilen. Der Harnstoff bindet zusätzlich Wasser in der Haut.

Auch die Hautstellen, die besonders austrocknen, verändern sich im Laufe eines Lebens. Bei Menschen mittleren Alters sind berufs- oder haushaltsbedingt häufig die Hände stark betroffen. Bei Älteren reicht manchmal schon die Reibung von Kleidung auf der Haut. Selbst das Tragen von Knie- und Kompressionsstrümpfen oder Miedern kann die Haut im besonderen Maße beanspruchen. Auch hier ist eine spezielle Pflege hilfreich. Um das elastische Material der Kompressionsstrümpfe nicht durch das Fett zu schädigen, ist es sinnvoll, vor dem Schlafengehen zu cremen. Ein weiterer Vorteil vom abendlichen Cremen ist, dass eine kleine Crememenge auf der Stoffinnenseite des Schlafanzugs verbleibt. Dadurch wird beim nächsten Tragen weniger Creme vom Stoff aufgenommen und es verbleibt mehr auf der Haut.

Extra-Tipp

Regelmäßiges Cremen ist gerade im Winter der Grundstein für eine gute Hautpflege. Idealerweise wird der ganze Körper einmal pro Woche eingecremt, je nach Hautzustand auch häufiger. Bei schwer zugänglichen Stellen sollte jemand unterstützen. Wer direkt nach dem Duschen cremt, kann die Restfeuchte der Haut ausnutzen und sie mit der Creme in der Haut einschließen. Davon profitiert die Haut doppelt.

Obwohl das Thema Hautpflege auch bei Männern mehr und mehr in den Fokus rückt, gibt es noch immer viele „harte Kerle“, die auf Cremes und Co verzichten. Dank des Hormons Testosteron produziert Männerhaut im Vergleich zu Frauenhaut mehr Talg, der sie wie eine isolierende Schicht vor äußeren Einflüssen schützt. Doch gerade im Winter nützt all das Testosteron der Haut wenig. Denn bei Temperaturen ab 8 Grad Celsius und weniger wird die Talgproduktion auch bei Männern deutlich eingeschränkt beziehungsweise eingestellt. So kann es bei noch niedrigeren Temperaturen und fehlender Talgschicht sogar zu Erfrierungen im Gesicht kommen. Und dagegen hilft beispielsweise eine gute Isolierung. Eine fettreiche Creme oder eine Mandelölsalbe werden zu einem richtigen Schutzschild für die Haut.

Faltenfrei auf der Piste

UV-Strahlen sind der größte Feind der Haut, heißt es. Was Frauen längst wissen, sollten auch Männer beherzigen: Bei intensiver Sonnenstrahlung leiden die Kollagen-Fasern der Haut, kurz: Man(n) bekommt Falten. Deshalb – und natürlich wegen des erhöhten Hautkrebsrisikos – gehört gerade im Winterurlaub, wenn das Licht durch den Schnee zusätzlich reflektiert wird, eine Sonnencreme zur Standardausrüstung.

Gelten die guten Vorsätze noch?

Schluss mit den Zigaretten – das steht bei Männern ebenso wie bei Frauen oft ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze für das neue Jahr. Dabei ist nicht nur die Gesundheit ein absolutes Pro-Argument. Auch die Eitelkeit spielt eine wesentliche Rolle. „Einen langjährigen Raucher erkennt man, ohne dass man seine kratzige Stimme hört oder den Geruch wahrnimmt, allein an seinem Hautbild. Denn die Haut wird schlechter ernährt, wodurch sie dicker und teigiger wird. Schließlich bekommt sie einen gräulichen Farbton und grobe Falten“, weiß die Expertin. Der Grund: Durch das Rauchen ziehen sich die Blutgefässe (med.: Kapillaren) zusammen, die Durchblutung wird beeinträchtigt.

Fazit: Auch echte Kerle tun sich, ihrer Gesundheit und nicht zuletzt ihrer Attraktivität einen Gefallen, indem sie ihrer Haut mehr Aufmerksamkeit schenken.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Netiquette:
Wir freuen uns auf einen regen und fairen Austausch mit Ihnen und bitten Sie um die Beachtung folgender Punkte:
  • Eingehende Kommentare werden werktäglich bearbeitet und so veröffentlicht, wie sie eingereicht werden. Beiträge vom Wochenende werden montags publiziert.
  • Wir behalten uns vor, Kommentare abzulehnen, die anstößig, gesetzeswidrig, beleidigend, diskriminierend oder diffamierend sind.
  • Bitte verzichten Sie auf Beiträge und Links mit Werbung und anderen kommerziellen Inhalten.
  • Wir bitten um Verständnis, dass die Redaktion keine individuellen Leistungsanfragen beantwortet. Bitte nutzen Sie dafür den kostenlosen Telefonservice der BARMER unter der Rufnummer 0800 333 1010 oder den Service-Bereich bei barmer.de
Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzbestimmungen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten.

Kommentar
  1. Ich möchte Ihnen ein grosses Kompliment für alle aufgeführten Themen erteilen !
    Alle Vorachläge sind einfach , praktisch auszuführen sehr kenntnisreich und mit
    Humor vorgestellt, so dass man sie gerne annehmen kann. Danke