Startseite Gesundheit Familie Hausapotheke: Oft nur stiefmütterlich gepflegt
Eine gut sortierte Hausapotheke könnte oft der Retter in der Not sein – allerdings nur dann, wenn sie regelmäßig überprüft wird.

Hausapotheke

„In der Hausapotheke sammelt sich häufig allerlei an, das eigentlich aussortiert werden müsste. Damit verliert man die Übersicht darüber, welche Medikamente noch vorhanden und auch wirklich nutzbar sind“, weiß Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER. Die Expertin rät daher, zwei Mal pro Jahr die Hausapotheke komplett durchzuschauen. Dabei sollten abgelaufene Medikamente aussortiert werden. Einmal angebrochene Tropfen und Salben sind nur noch begrenzt verwendbar. Auch Tabletten, die ihre Farbe verändert haben, Dragees mit Rissen oder Säfte, die eine Trübung zeigen, sollten entfernt werden. Einige Apotheken nehmen abgelaufene Arzneimittel zum Entsorgen zurück, sie gehören auf gar keinen Fall in die Toilette.

Mittel gegen kleine und große Zipperlein

Die Hausapotheke sollte individuell auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Wer eigentlich gesund ist, benötigt hauptsächlich Medikamente gegen Bagatellerkrankungen. Dazu gehören beispielsweise Mittel gegen Erkältungsbeschwerden wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen, gegen Schmerzen und Fieber, gegen Durchfall und bei Verstopfung, ein Wunddesinfektionsmittel, eine Salbe für leichte Verbrennungen und Juckreiz, und Insektenschutzmittel. Auch ein Fiebermessgerät sollte nicht fehlen. Eine Kühlkompresse, die immer im Kühlfach gelagert wird, kann bei Verstauchungen oder Prellungen hilfreich sein.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Kinder im Haushalt leben. „Kinder-Arzneimittel sollten getrennt von denen der Erwachsenen gelagert werden. Zu groß ist die Verwechslungsgefahr. Zudem ist es wichtig, alle Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufzubewahren“, rät Günther. Die Kinder-Hausapotheke sollte altersgerechte Nasentropfen oder -sprays, Hustenlöser, fiebersenkende Mittel und eine Elektrolytlösung bei Durchfall enthalten. Für Kleinkinder können auch Entschäumer gegen Blähungen, Gels oder Pasten gegen Zahnungsbeschwerden und Wundschutzcremes gegen einen wunden Po sehr hilfreich sein.

Chronisch kranke Menschen und Allergiker sollten immer ausreichend von dem individuell benötigten Medikament im Haus haben. Leben mehrere Personen im Haushalt, sollten die Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, räumlich etwas getrennt von den übrigen Arzneimitteln aufbewahrt werden, um Verwechslungen zu vermeiden. Wichtig ist, dass klar ersichtlich ist, welche Arzneimittel wem zugeordnet werden. Farbige, beschriftete Aufkleber können hier gute Hilfe leisten. Zur Wundversorgung sollte man mehr als nur Pflaster in der Hausapotheke haben. „Im Bereich der Wundversorgung kann man sich ganz gut am Erste-Hilfe-Kasten aus dem Auto orientieren. Neben Pflastern und einer Schere sollte man auch Wunddesinfektionsmittel, Mullbinden, Wundauflagen, elastische Binden und Einmalhandschuhe bereithalten“, so Günther.

Hausapotheke aktuell halten

Wird ein Medikament geöffnet, kann man das Datum auf der Packung notieren, denn viele Arzneimittel sind nach dem Anbrechen nur noch eine gewisse Zeit haltbar. Mittel, die aufgebraucht wurden, aber regelmäßig im Bestand sein sollten, am besten zeitnah nachkaufen. Und auch wenn es Platz beansprucht, Arzneimittel sollten möglichst in der Originalverpackung mit dem Beipackzettel gelagert werden. Beides enthält wichtige Informationen, die im Notfall hilfreich sein könnten.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation


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