Das wechselhafte Frühlingswetter fördert grippale Infekte. Häufige Infekte im Frühling und Sommer können auch ein Hinweis auf einen angeborenen Immundefekt sein.
Gesundheit

Härtetest fürs Immunsystem

Typisch Frühlingswetter: Jetzt ist wieder die Zeit, in der man sich leicht eine Erkältung einfängt. Bei den Temperaturschwankungen ist das auch kein Wunder. Wer jedoch besonders anfällig ist, extrem häufig unter Infekten leidet und sogar auf Antibiotika nicht gut anspricht, sollte hellhörig werden: „Ständig wiederkehrende und langanhaltende Infektionen können ein Zeichen für einen angeborenen Immundefekt sein“, sagt Gabriele Gründl, Bundesvorsitzende der Patientenorganisation dsai e.V. anlässlich des Internationalen Tags der Immunologie am 29. April 2018.

Dieses genetisch bedingte Unvermögen des Körpers, ausreichend Antikörper gegen Krankheitserreger zu bilden, wird oft erst im Erwachsenenalter diagnostiziert. Viele Betroffene haben dann meist schon eine langjährige Leidensgeschichte hinter sich:  Unzählige Krankenhausaufenthalte, falsche Behandlungen, das Ausscheiden aus dem Berufsleben oder die traurige Nachricht nur noch wenige Jahre zu leben. Dabei gibt es zahlreiche Warnhinweise, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

Experten schätzen die Zahl der von einem angeborenen Immundefekt betroffenen Menschen auf rund 100.000 in Deutschland, allerdings sind bisher nur etwa 4.500 Patienten diagnostiziert. Gerade weil die Krankheit oft als scheinbar gewöhnliche, wenn auch häufige Infektion von Stirnhöhle, Ohren oder Lunge auftritt, wird sie nicht schnell genug erkannt.

Einige der rund 300 verschiedenen angeborenen Immundefekte können tödlich verlaufen, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Dabei könnten viele der Patienten durch die frühzeitige Diagnose und adäquate Therapie mit Immunglobulinen ein nahezu normales Leben führen.

Warnhinweise bei Kindern: Mehr als zwei Lungenentzündungen pro Jahr; mehr als zwei schwere Nasennebenhöhlen-Entzündungen im Jahr; mehr als acht neue Ohr-Infektionen in einem Jahr; Knochenmarks- und Hirnhautentzündungen oder schwere Infektionen; dauerhafter Belag im Mund nach dem 1. Lebensjahr; Erkrankungen durch normalerweise ungefährliche Bakterien; unklare Rötungen bei Säuglingen an den Händen und Füßen; wiederkehrende tiefe Haut- oder Organabszesse; mehr als zwei Monate Antibiotikatherapie ohne Effekt; primäre Immundefekte in der Familie; durch Impfungen ausgelöste Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen; geringes Wachstum, geringes Körpergewicht.

Warnhinweise bei Erwachsenen: Vier oder mehr Infektionen innerhalb eines Jahres, die mit Antibiotika behandelt werden müssen (Otitis, Bronchitis, Sinusitis, Pneumonie); rezidivierende Infektionen oder eine Infektion mit dem Bedarf einer verlängerten Antibiotikatherapie; zwei oder mehr schwere bakterielle Infektionen (Osteomyelitis,Meningitis, Septikämie, Gewebsentzündung); zwei oder mehr radiologisch nachgewiesene Pneumonien innerhalb von drei Jahren; Infektion mit ungewöhnlicher Lokalisation oder mit ungewöhnlichem Erreger; primärer Immundefekt in der Familie.

Oberstes Ziel der dsai ist daher die frühe Diagnose und angemessene Therapie sowie flächendeckende Versorgung aller Betroffenen. Dafür macht sich die dsai seit mehr als 27 Jahren stark.

(Quelle: dsai)

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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