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Gesundheit

Ein Pieks kann die ganze Familie schützen
– vor allem auch Oma und Opa!

Der kommende Herbst und der darauffolgende Winter können hart werden. Experten rechnen in Deutschland mit einer zweiten  Corona-Welle. Wenn dann auch noch das Grippevirus voll zuschlägt, kann das deutsche Gesundheitssystem ganz schnell an seine Grenzen kommen. Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin empfiehlt sich im Alter (über 60 Jahre) oder bei einem erhöhten Risiko regelmäßig jedes Jahr impfen zu lassen. Während der Pandemie soll so insbesondere eine Doppelinfektion sowohl mit dem Corona-Virus als auch mit dem Erreger der echten Grippe (Influenza) möglichst verhindert werden. Neben Senioren haben Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Multiple Sklerose ein erhöhtes Risiko schneller und oft auch schwerer an Influenza zu erkranken. Ursache hierfür ist meist ein geschwächtes Immunsystem. Aber auch Gesunde wie etwa Busfahrer, Lehrerinnen oder Ärzte und Pflegepersonal, die beruflich viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen, laufen Gefahr sich schneller mit dem Virus anzustecken. Durch eine Impfung schützen sie dann folglich nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
Husten, Fieber Kopfschmerzen. Die Symptome sowohl einer harmlosen Erkältung als auch einer Influenza- oder Corona-Infektion ähneln sich. Deshalb muss für eine endgültige, abschließende Diagnose immer auch ein Nasen- oder Rachen-Abstrich bzw. Test gemacht werden. Wer sich also impfen lässt und deshalb nicht erkrankt, schont damit nicht nur die Ressourcen in Arztpraxen und Kliniken sondern auch die Laborkapazitäten des Landes.

Porträtfoto von Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER

„Eltern, die eine erhöhte Gefahr sehen, weil die Familie beispielsweise mit Risikopatienten zusammen in einem Haushalt lebt oder Oma und Opa fest in die Kinderbetreuung eingebunden sind, werden von der BARMER unterstützt. Für solche Versicherte und deren Nachwuchs wird die Grippeschutzimpfung als Satzungsleistung übernommen.“

Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER

Kinder und Grippeschutzimpfung: ein Muss?

Auch Kinder mit chronischen Erkrankungen wie etwa Asthma, Neurodermitis oder Morbus Crohn werden vom RKI als Risikopatienten eingestuft, denen bzw. deren Eltern die Experten eine Grippeschutzimpfung ans Herz legen. Darüber hinaus ist aktuell eine Diskussion entbrannt, ob in Zeiten von Corona nicht auch gesunde Kinder gegen Grippe geimpft werden sollten. Im Gegensatz zum RKI, für das die wissenschaftliche Evidenz noch nicht ausreichend belegt ist, schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Beispiel vor, alle Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren gegen Grippe zu impfen. Auch in vielen europäischen Ländern ist eine jährliche Grippeschutz-Impfung für bestimmte Altersklassen bereits gängige Praxis. Ebenso raten oft auch Kinderärzte Eltern dazu, ihren Nachwuchs impfen zu lassen. Denn Kinder gelten als maßgebliche Überträger von Grippeviren.
Die Gefahr ist deshalb so heimtückisch, weil die Grippe bei Kindern meist harmlos verläuft, im Haus lebende Großeltern sich aber beispielsweise infizieren und schwer erkranken können. „Selbst wenn Oma und Opa schon gegen Grippe geimpft sind, kann es vorkommen, dass sie dennoch erkranken“, unterstreicht BARMER-Expertin und Apothekerin Heidi Günther. „Es kommt nämlich nicht selten vor, dass der Körper von älteren oder immunschwachen Menschen auf eine Impfung nicht genügend reagiert und zu wenig Antikörper gebildet werden. Die Impfung der Familienangehörigen bietet dann einen zusätzlichen Schutz.“  Zudem sei bei Kindern die Wirkung einer Impfung am höchsten und werde in der Regel auch sehr gut vertragen. Außerdem fallen Abstands- und Hygieneregeln, wie sie während der Pandemie propagiert werden und logischerweise auch vor einer Ansteckung mit Influenza-Viren schützen, gerade den Kleinsten der Kleinen besonders schwer.  „Denn Kinder sind halt Kinder”, so Günther. „Beim Spielen werden gerne die Köpfe zusammengesteckt und gemeinsam Pläne ausgeheckt.”
Wenn nun aber auch gesunde Kinder gegen Grippe geimpft würden, könnte die Infektionskette wirksam durchbrochen werden, unterstreichen Befürworter einer Grippeschutz-Impfung bei Kids, während die Gegner befürchten, dass der Impfstoff, insbesondere für Risikopatienten, nicht ausreichen könnte. Für die Saison 2020/21 sind insgesamt 25 Millionen Impfdosen geordert, vier Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Wann ist eine Grippeschutzimpfung sinnvoll und wer zahlt?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Finanzierung grundsätzlich immer dann, wenn eine Impfung von der STIKO empfohlen und im Anschluss in den gesetzlichen Leistungskatalog aufgenommen wird. Das gilt auch für die Grippeschutzimpfung. Wer zu den Risikogruppen zählt, für die eine Impfung empfohlen wird, ist im Netz auf den entsprechenden Webseiten des RKI genau aufgeführt. Auch Gesunde wie zum Beispiel Schwangere ab dem vierten Monat gehören hierzu, weil in diesem Fall zum einen die Wahrscheinlichkeit höher ist, schwer an einer Influenza zu erkranken und sich zum anderen aber auch der Schutz einer Impfung auf das Ungeborene überträgt. Losgelöst von den RKI-Empfehlungen übernimmt die BARMER aber auch als Satzungsleistung die Kosten für eine Grippeschutzimpfung, wenn Ärzte dazu raten oder Versicherte ihr Ansteckungs-Risiko als hoch einschätzen. Eine 100-prozentige Sicherheit, nicht an der „echten“ Grippe (Influenza) zu erkranken, gibt es aber auch nach einer Impfung nicht. Geimpfte können jedoch darauf bauen, dass eine dennoch erworbene  Influenza in jedem Fall milder verläuft. Generell dauert es etwa zwei Wochen, bis sich nach dem Pieks ein kompletter Schutz aufgebaut hat.
Auf der nördlichen Halbkugel beginnt die Grippesaison im Oktober und endet im Mai des darauffolgenden Jahres. Die Schutzimpfung wird aus diesem Grund zum Herbstbeginn bzw. Ende Oktober, Anfang November empfohlen, kann aber auch noch Anfang des Jahres sinnvoll sein, weil Grippewellen oftmals erst dann ihren Höhepunkt erreichen. Die Schutzwirkung der Impfung lässt nach etwa drei Monaten sukzessive nach und muss jedes Jahr erneuert werden, weil sich die zirkulierenden Virusstämme immer wieder neu zusammensetzen.

Mehr Informationen zum gesamten Themenkomplex „Impfen“ finden Interessierte in einem Special auf der BARMER-Homepage. Dort liefert unter anderem auch ein umfassender Artikel viele interessante Details über den Zusammenhang von Coronavirus und Grippeschutzimpfung.

Michaela Del Savio

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

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