Gesundheit

Große Hitze gut überstehen

3

Die Hitzewelle in diesem Jahr reißt nicht ab. Und der Sommer ist noch lang und kann uns noch viele heiße Tage bescheren. Wer während des Urlaubs in den Süden reist, wird womöglich auf noch größere Hitze treffen. Doch auch wenn viele sich über hochsommerliche Temperaturen freuen, setzt dieses Wetter unserem Körper ziemlich zu. Ein paar Tipps helfen dabei, cool zu bleiben und die Hitze besser zu überstehen.

alle öffnen

So schön Sommer auch ist, manchmal ist es einfach zuviel des Guten. Um heiße Tage leichter durchzustehen, sollte man Klimaanlagen aber dennoch nur maßvoll einsetzen. „Klimaanlagen können unseren körpereigenen Temperaturausgleich durcheinander bringen und Erkältungen oder andere Infekte begünstigen. Dabei kann man mit einigen einfachen Tipps auch so einen kühlen Kopf bewahren“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER.

Draußen heiß, innen kühl – eine Herausforderung für den Körper
Um die Körpertemperatur konstant bei 37 Grad zu halten, weiten sich die Blutgefäße bei Hitze. Durch Schwitzen entsteht Verdunstungskälte, die den Körper abkühlt. Bei Kälte hingegen ziehen sich die Gefäße zusammen, um einen Wärmeverlust zu verhindern. Marschall: „Bei abrupten Temperaturwechseln kommt unser Körper schnell durcheinander und reagiert mit Beschwerden wie Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen und vermehrter Infektanfälligkeit.“ Der Unterschied zwischen drinnen und draußen sollte also nur so groß sein, dass der Körper Schwankungen gut ausgleichen kann. Die ideale Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad, an sehr heißen Tagen auch 26 Grad, erreicht man auch ganz ohne Klimaanlage. „Tagsüber Fenster und Vorhänge geschlossen halten und abends lüften, um die Tageshitze aus den Räumen zu vertreiben.“ Nachts bringt ein feuchtes Handtuch vor dem geöffneten Fenster Abkühlung. Gegen Verkühlung durch Nachtschweiß helfen eine dünne Decke oder ein Baumwolllaken und ein Handtuch auf dem Kissen.

Cool bleiben kann man trainieren
Um bei hohen Temperaturen cool zu bleiben, sollte man das ganze Jahr über das Immunsystem trainieren. Ein Körper ist gut auf Temperaturschwankungen eingestellt, wenn man generell viel an der frischen Luft ist. Auch Ausdauersport und eine ausgewogene Ernährung unterstützen den Körper. Zusätzlich helfen ausreichend Schlaf und zusätzliches Abhärten durch Wechselduschen, Kneippen oder Saunagänge.

Viele Menschen trinken zu wenig – trotz der großen Sommerhitze. An heißen Tagen schwitzt der Körper viel und verliert entsprechend Flüssigkeit, um den Temperaturanstieg auszugleichen. „Wer aber erst trinkt, wenn sich der Durst meldet, leidet bereits unter Flüssigkeitsmangel“, stellt Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der BARMER, klar. Besser ist es, regelmäßig über den Tag verteilt immer wieder kleinere Portionen zu trinken. Normalerweise benötigt ein Erwachsener täglich zwischen eineinhalb und zwei Litern Flüssigkeit aus Nahrung und Getränken. Bei hohen Temperaturen und körperlicher Anstrengung kann der Bedarf sogar auf bis zu fünf Liter ansteigen.

Erinnerungshilfe für Senioren und Kinder
Ein ausgewachsener Mensch besteht zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser, unser Gehirn sogar zu 90 Prozent. „Schon der Verlust von wenigen Prozent Körperflüssigkeit kann die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit schmälern“, so die Expertin. Besonders ältere Menschen trinken oft zu wenig, weil das Durstgefühl mit den Jahren nachlässt. Petzold rät ihnen, einen festen Trinkplan einzuhalten. Auch gut sichtbar aufgestellte Getränke sind eine hilfreiche Erinnerung. Ebenso vergessen Kinder beim Spielen häufig das Trinken. Eltern sollten sie regelmäßig daran erinnern und gleichzeitig darauf achten, dass sie nicht aus offenen Flaschen oder Dosen trinken. Es besteht die Gefahr, dass hineingefallene Bienen oder Wespen sie in den Mund oder Rachen stechen.

Das richtige Sommergetränk
Wichtig ist nicht nur die Menge, sondern auch, was wir trinken. Der beste Durstlöscher ist Wasser – auch Leitungswasser. Erfrischende Zugabe sind ein paar Spritzer Zitronen- oder Limettensaft. Als Sommergetränke eignen sich auch ungesüßte Tees oder Saftschorlen (viel Wasser, wenig Fruchtsaft). Außerdem lässt sich der Wasserhaushalt mit Obst und Gemüse ausgleichen. Besonders wasserreich sind Melonen, Gurken und Tomaten.

Für ältere Menschen stellt extreme Hitze eine ernstzunehmende Gefahr dar. „Flüssigkeitsmangel und Hitzschlag sind besonders für Senioren lebensbedrohlich. Regelmäßiges Trinken ist wichtig, da das Durstgefühl mit dem Alter abnimmt“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER.

Flüssigkeitsverlust vorbeugen
Ältere Menschen empfinden oft weniger Durst. Eine Versorgung mit ausreichend Flüssigkeit ist aber besonders an heißen Tagen unerlässlich. Marschall: „Mit dem Schweiß verliert der Mensch auch wichtige Mineralien. Natriumreiche Mineralwasser gleichen diese Verluste wieder aus.“ Um die Trinkmenge zu erhöhen, können ungesüßte Früchte- oder Kräutertees für mehr Abwechslung sorgen. Hilfreich ist es, die Tagesmenge an Flüssigkeit sichtbar bereit zu stellen oder einen Trinkplan zu führen. Getränke sollten aber nicht zu kalt sein, da Kälte das Durstgefühl mindert.
Um darüber hinaus übermäßiges Schwitzen zu vermindern, sollte die Zimmertemperatur 26 bis 28 Grad nicht überschreiten. Als Bettwäsche reicht ein leichtes Laken, das wegen des Schwitzens häufiger gewechselt werden muss. „Bettlägerige Menschen sollten bei starker Hitze regelmäßig mit einem kühlen Waschlappen abgerieben werden“, rät Marschall. Auch in der täglichen Pflege sorgen eine kühlende Körperlotion oder ein frisches Fußbad für Abkühlung.

Hitzschlaganzeichen erkennen und handeln
Anzeichen für akute Überhitzung können eine erhöhte Körpertemperatur, ungewohnte Unruhe, plötzliche Verwirrtheit und Übelkeit sein. In diesem Fall ist sofort ein Arzt zu rufen. Marschall: „Luftzug, das Lockern der Kleidung, etwas zu trinken und kühle Umschläge sind lebensrettende Erstmaßnahmen bei einem drohenden Hitzschlag.“

Bei sommerlicher Hitze ist die Versuchung groß, sich mit einem eisgekühlten Getränk zu erfrischen. Hiervon rät die BARMER-Ernährungsexpertin Micaela Schmidt allerdings ab: „Kalte Getränke müssen von unserem Organismus erst auf Körpertemperatur erwärmt werden. Das bedeutet für den Körper eine zusätzliche Anstrengung, die zu verstärktem Schwitzen führt.“ Deshalb sollte man es den Menschen in sehr heißen Regionen gleichtun und auch bei Hitze lauwarme Getränke in kleinen Schlucken trinken. Warme Getränke schonen den Kreislauf, erfrischen sofort und lang anhaltend.

Auf die Menge kommt es an
Damit erst gar kein Durst entsteht, sollte man regelmäßig über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Normalerweise benötigt ein Erwachsener täglich zwischen eineinhalb und zwei Litern Flüssigkeit aus Nahrung und Getränken. „Älteren Menschen, die häufig zu wenig trinken, hilft ein fester Trinkplan“, rät Schmidt. Auch gut sichtbar aufgestellte Getränke sind eine hilfreiche Erinnerung.

Wasser der beste Durstlöscher
Wichtig ist nicht nur die Menge, sondern auch, was wir trinken. Wasser ist und bleibt der beste Durstlöscher. Aber auch ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen, etwa im Verhältnis ein Teil Saft auf drei bis fünf Teile Wasser, eignen sich als Sommergetränke. Auf Limonaden, Erfrischungsgetränke oder Eistees sollte man hingegen wegen des hohen Zuckergehaltes ebenso wie auf alkoholische Getränke verzichten.

Tabletten, Kapseln, Säfte, Salben oder Tropfen – Arzneimittel haben verschiedene Formen und Farben. Unterschiede gibt es aber auch bei der Aufbewahrung. „Eine falsche Lagerung kann die Wirkung beeinträchtigen“, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER. Das gilt besonders im Sommer, wenn die Temperaturen über die auf der Packung angegebenen Grenzwerte steigen. Sie rät daher, Arzneimittel daheim in den kühlsten Räumen aufbewahren. Das sind oft das Schlafzimmer und der Flur. Für manche Medikamente bietet sich die Aufbewahrung im Kühlschrank an. „Ungeeignet dagegen ist das Badezimmer. Die hohe Feuchtigkeit und Wärme können Wirkstoffe zersetzen. Wer sich nicht ganz sicher ist, wie viel Hitze oder Kälte die Tabletten & Co. im Einzelfall vertragen, sollte vorsichtshalber in der Apotheke nachfragen“, so Günther.

Für „Kühltransport“ sorgen
Auch im Sommerurlaub braucht man einen geeigneten Platz zur richtigen Lagerung. Der Tipp der Expertin: Während der Autoreise die Arzneimittel in einer Kühltasche transportieren. Viele Apotheken bieten kleinere Styroporboxen an, in denen sich die Temperatur ohne extra Kühlung für einige Zeit hält. Mit einem Kühlelement sind sie gut geeignet für längere Bahnfahrten und Flugreisen. Medikamente sollten zudem in der Original-Verpackung bleiben, da diese isolierend wirkt. Und noch einen Ratschlag hat die Expertin für die Aufbewahrung am Urlaubsort: „Im Hotel kann man sie in die Minibar legen, wenn die Temperatur den Lagerungshinweisen entspricht.“

 

Sport ja oder nein, das hängt im Hochsommer vor allem von der Dosierung und vom Trainingszustand ab. „Wer vorher nicht regelmäßig Sport getrieben hat und jetzt durchstartet, riskiert Kreislaufprobleme“ so Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der BARMER.. Aber auch durchtrainierten Sportkanonen können sowohl die Hitze als auch die UV-Strahlung zu schaffen machen. Deshalb lauten die wichtigsten Tipps des Sport-Experten:

Die richtige Trainingszeit wählen
Die beste Zeit ist der frühe Morgen, wenn die Luft noch frisch und klar ist. Auch die Ozonbelastung ist dann noch am geringsten. Allerdings ist der Pollenflug frühmorgens besonders heftig. Allergiker und Spätaufsteher sollten deshalb auf den Sonnenuntergang warten.

Trainingsstrecke anpassen
Läufer und Radfahrer sollten lange sonnige Streckenabschnitte meiden und stattdessen in den Schatten ausweichen.

Auf genügend Flüssigkeit achten
Vor dem Training gilt: ausreichend Wasser oder Saftschorle trinken. Das reicht für ein einstündiges Training. Wer länger trainiert, sollte alle 30 Minuten etwa 0,2 Liter Wasser zu sich nehmen.

UV-Schutz richtig einsetzen
Schweißnasse Haut ist besonders sonnenbrandgefährdet. Denn durch das Schwitzen werden UV-Schutzmittel schnell verdünnt und wirken dann nicht mehr gut. Deshalb sollte man eine möglichst fettarme Creme verwenden, diese vor Trainingsbeginn auftragen und gut einziehen lassen. Fetthaltige Mittel können die Poren verstopfen und so das Schwitzen beeinträchtigen.

Weniger ist mehr
Bei großer Hitze ist die Leistungsfähigkeit vermindert und man kann sich leicht überanstrengen. Also lieber das Trainingspensum von vornherein stark reduzieren.

Luftige Kleidung ist das A und O
Also keine langen Hosen tragen, sondern luftige Shorts. Und bei den Shirts lieber auf leichte Funktionskleidung als auf das gute alte Baumwoll-T-Shirt setzen. Auch die Kopfbedeckung, etwa eine Kappe, sollte unbedingt luftdurchlässig sein.

Augen nicht vergessen
Leichte Sportsonnenbrillen mindern insbesondere bei lichtempfindlichen Menschen die Verkrampfung der Stirnpartie und so die Kopfschmerzgefahr.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Netiquette:
Wir freuen uns auf einen regen und fairen Austausch mit Ihnen und bitten Sie um die Beachtung folgender Punkte:
  • Eingehende Kommentare werden werktäglich bearbeitet und so veröffentlicht, wie sie eingereicht werden. Beiträge vom Wochenende werden montags publiziert.
  • Wir behalten uns vor, Kommentare abzulehnen, die anstößig, gesetzeswidrig, beleidigend, diskriminierend oder diffamierend sind.
  • Bitte verzichten Sie auf Beiträge und Links mit Werbung und anderen kommerziellen Inhalten.
  • Wir bitten um Verständnis, dass die Redaktion keine individuellen Leistungsanfragen beantwortet. Bitte nutzen Sie dafür den kostenlosen Telefonservice der BARMER unter der Rufnummer 0800 333 1010 oder den Service-Bereich bei barmer.de
Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzbestimmungen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten.

Kommentar
  1. Hallo liebe Barmerfreunde,bei diesem Wetter geht es uns Senioren nicht besonders gut wir müssen unsere Aktivitäten Inden Morgenstunden v erlegen. Das heißt früher aufstehen so um 7 Uhr um halb 8 aus dem Haus gehen und bis 9Uhr wieder zuhause sein. Das ist so am besten für mich.

  2. ich treibe ansonsten viel Sport, aber zur Zeit leide ich unter unsagbaren Schmerzen im LWS-Bereich, habe schon MRT hinter mir und warte auf den Befund, es dauert alles entsetzlich lange bei so viel Schmerzen, nehme zur Zeit IBUflam 800 dagegen und gehe heute privat zum Physiotherapeuten Herrn Richter, Uwe, was kann die BARMER mir raten????????

    1. Hallo Frau Sütam,
      in diesem Fall ist es sicherlich am besten, wenn Sie sich direkt an den BARMER-Teledoktor wenden. In dem Telefonat können Sie sich individuell beraten lassen. Sie erreichen den BARMER-Teledoktor unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 8484111.
      Mit freundlichen Grüßen
      Claudia Rembecki