Täglich ausreichend trinken ist lebenswichtig, sonnenklar. Doch was von den Empfehlungen zum  gesundheitsförderlichen Trinken ist zutreffend, was eher Mythos? Eine kompakte Übersicht mit Tipps und Infos.

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Die Bundeszentrale für Ernährung (BZfE) empfiehlt: Im Schnitt sollte ein Erwachsener am Tag mindestens 1,3 bis 1,5 l trinken. Empfehlenswert sind alle Wassersorten, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees oder auch Saftschorlen im Verhältnis ein Teil Fruchtsaft und drei Teile Wasser. Bei Reduktionsdiäten, Erkrankungen wie Fieber, Erbrechen oder Durchfall, bei Sport oder großer Hitze kann die empfohlene Menge deutlich höher liegen. Denn in solchen Fällen verliert der Körper auch mehr Flüssigkeit.

Ein typischer Rat bei einer Blaseninfektion lautet: Viel trinken, am besten Wasser oder Kräutertee. Durch die hohe Flüssigkeitsmenge sollen die Erreger schneller aus dem Körper geschwemmt werden. US-Forscher haben herausgefunden, dass sich mit einer erhöhten Trinkmenge tatsächlich auch einer Blaseninfektion vorbeugen lässt. Demnach reichen bereits zusätzliche 1,5 l Wasser, um sich zu schützen. Mehr zum Thema „Blasenentzündung“ auch in diesem Beitrag und in diesem Tipp.

Eine akute Bronchitis wird wie andere Erkältungsformen durch Viren ausgelöst und verschwindet meist wieder von allein. „Abwarten und Tee trinken“ ist die Devise, bis sie von selbst wieder abklingt. Hilft „extra viel trinken“, damit sich der Schleim in den Bronchien besser löst? Bislang gibt es keine geeigneten Studien, mit denen geprüft wurde, ob „viel trinken“ besser hilft als „normal trinken“ oder möglicherweise eher schadet. Mehr dazu hier. 

 

So mancher Fluggast leidet während des Fluges unter unangenehmen Kopfschmerzen. Hauptursache dafür ist die geringe Luftfeuchtigkeit in der Flugzeugkabine. Dadurch kann es zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust kommen und die Schleimhäute trocknen aus. Auch der niedrige Luftdruck an Bord, der etwa dem Druck in 2.500 Metern Höhe entspricht, kann dazu beitragen. Das erschwert die ausreichende Sauerstoffversorgung des Gehirns. Durch mangelnde Bewegung an Bord kann zudem auch der Blutdruck sinken. Bei empfindlichen Personen können beide Faktoren die Beschwerden verstärken.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann jedoch vorbeugen, rät die Stiftung Kopfschmerz in Marburg. Sie empfiehlt, mindestens 150 ml Wasser, Fruchtsaft oder Kräutertee pro Stunde zu trinken. Alkohol ist jedoch wegen seiner gefäßerweiternden Wirkung zu vermeiden. Auch kleine Bewegungsübungen am Sitzplatz, Entspannungsübungen sowie im Akutfall Akupressur-Massagen oder etwas Pfefferminzöl können zur Linderung beitragen.

Besonders bei sommerlichen Temperaturen ist es wichtig, ausreichend und rechtzeitig zu trinken. Durst ist ein Hilferuf des Körpers, dass er bereits einen Flüssigkeitsmangel hat! Unser Gehirn besteht überwiegend aus Wasser und benötigt regelmäßig Flüssigkeit, um optimal funktionieren zu können. Wer zu wenig trinkt, wird schnell müde und nervös und kann sich schlecht konzentrieren. Bei einem Mangel wird dem Blut und dem Gewebe zunehmend Wasser entzogen, das Blut „dickt ein“. Kopfschmerzen, verringerte körperliche Leistungsfähigkeit und auch Verstopfung können die Folge sein. Ältere Menschen können zudem schnell an Verwirrtheit leiden, wenn sie zu wenig trinken.

Gichtanfälle können durch viele Ursachen ausgelöst werden, einer davon ist Flüssigkeitsmangel. Deshalb empfiehlt der Berufsverband Deutscher Rheumatologen Gichtpatienten, täglich bis zu drei Liter Flüssigkeit zu trinken. Wem Mineralwasser zu eintönig ist, der kann auch zu Saftschorlen oder Kräuter- und Früchtetees greifen. Patienten, die zusätzlich noch an einer Herzschwäche leiden oder Nierenprobleme haben, sollten die genaue Trinkmenge allerdings zuerst mit ihrem Arzt besprechen.

Was ist dran an dieser oft propagierten These? Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der BARMER, klärt auf: „Dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht, ist ein Mythos, der sich hartnäckig in unseren Köpfen hält. Tatsächlich tragen jedoch Kaffee und schwarzer Tee zur Flüssigkeitsbilanz des Körpers bei. Der Berufsverband deutscher Internisten hierzu: „Wer Kaffee trinkt, scheidet demnach bis zu 84 % der aufgenommenen Flüssigkeit innerhalb eines Tages wieder über den Urin aus. Wer reines Wasser trinkt, scheidet bis zu 81 % aus – ein vernachlässigbarer Unterschied. Kurzzeitig erhöht Koffein zwar die Filterfunktion der Nieren, so dass mehr Urin gebildet wird. Dieser Effekt lässt aber schnell wieder nach.“

Allerdings enthalten Kaffee sowie schwarzer und grüner Tee Koffein bzw. Theobromin. Das sind natürliche Inhaltsstoffe, die anregen und beleben. Bei Erwachsenen spricht nichts gegen den moderaten Genuss von drei bis vier Tassen pro Tag. Auch Energy Drinks enthalten Koffein und oft noch weitere aufmunternde Stoffe wie Taurin. Sie sind deshalb nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet.

Bewährt hat sich die gelbe Powerfrucht als Mittel gegen Kopfschmerzen. Dafür den Saft einer halben Zitrone in eine Tasse ungesüßten Espresso oder wirklich starken schwarzen Kaffee geben. Diese Mischung ist so wirkungsvoll wie eine Kopfschmerztablette: Die Zitrone unterstützt die körpereigene Schmerzhemmung, während das Koffein die Blutgefäße im Gehirn erweitert und dadurch schmerzlindernd wirkt.

Mit Beginn jeder Erkältungssaison machen viele Volksweisheiten die Runde, welche Tipps und Tricks angeblich gegen eine drohende Erkältung schützen sollen. Ganz oben auf der Liste steht die „heiße Zitrone“. Sie soll schließlich jede Menge Vitamin C enthalten. Doch die „heiße Zitrone“, die gern mit etwas Honig getrunken wird, wird ihrem Ruf als Vitamin-C-Bombe nur bedingt gerecht. Eine normal große Frucht enthält rund 50 ml Saft, darin sind nur circa 25 mg Vitamin C enthalten. Außerdem ist Vitamin C sehr hitzeempfindlich: Wird der Saft mit heißem Wasser aufgegossen, wird es schnell zerstört. Um wenigstens noch etwas Vitamin C zu sich zu nehmen, sollte man den Zitronensaft nur in lauwarm abgekühltes Wasser mit Honig geben.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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