Gesundheit

So isst Deutschland

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Mit der Ernährung ist es wie mit der Mode: Es gibt Klassiker, die sich über Jahrzehnte halten und lediglich ab und an mit frischen Zutaten etwas aufgepeppt werden. Und es gibt Trends, die plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde sind. Manche verschwinden genauso schnell, wie sie aufgetaucht sind. Andere haben das Zeug zu neuen Klassikern.

Ernährung als Lifestyle

In Deutschlands Kühl- und Vorratsschränken ist nichts mehr so, wie es einmal war: In den einen sucht man vergeblich nach Milchprodukten, in den anderen nach Fleisch und in wieder anderen fehlt von Nudeln, Reis und sonstigen Kohlenhydraten jede Spur. Manche Menschen müssen, manche wollen auf bestimmte Lebensmittel verzichten – sei es aus medizinischen, ethischen oder religiösen Gründen. Oder weil es einfach gerade angesagt ist. In den vergangenen Jahren hat sich Ernährung zu einem wahren Lifestyle-Thema entwickelt. Kochbücher sind unsere Bibel, Fernsehköche werden wie Stars verehrt, und das Wissen um die aktuellsten Entwicklungen auf dem Ernährungssektor ist das neue Statussymbol. Ein Umfeld, in dem regelmäßig neue Trends hochkochen und die Speisekarten immer wieder neu gemischt werden.

Geschmackvoll aufgetischt

Zwar sind Ernährungsmoden längst nicht so schnelllebig wie die auf dem Laufsteg. Dennoch halten jährlich neue Trends Einzug in unser Leben. Weil die Bandbreite an unterschiedlichen Kostformen nie größer war, ist Essen auch im übertragenen Sinne eine Geschmackssache geworden. Ob Trennkost, Makrobiotik, Low Carb, Grüne Smoothies, Veganismus, Rohkost oder, oder – Kulinarien hält für Anhänger unterschiedlichster Ernährungsstile vollmundige Varianten bereit. Die BARMER GEK serviert Ihnen fünf angesagte Trends – zum Kennenlernen.

alle öffnen

vegan

Ob aus Tierliebe, Umweltschutz oder der Gesundheit zuliebe – laut Vegetarierbund Deutschland streichen hierzulande inzwischen rund 900.000 Menschen nicht nur Fleisch, Wurst und Fisch, sondern alle Lebensmittel tierischen Ursprungs von ihrem Speiseplan. Das bedeutet auch den Verzicht auf Milch, Milchprodukte, Eier, Zutaten wie Gelatine und Honig. Wie gesund eine rein pflanzliche Ernährung ist, darüber streiten sich Experten. Kritiker raten vor allem Schwangeren und Kindern von dieser Kostform ab, da sie sonst zu wenige Nährstoffe aufnehmen würden. Befürworter halten dagegen, dass es nur auf die richtige Ausführung ankommt. Grundsätzlich sollten Einsteiger in das vegane Leben aber nicht einfach drauflosessen, sondern sich im Vorfeld gut informieren. Tierisches Junkfood gegen pflanzliches einzutauschen kann nicht die Lösung sein. Stattdessen gilt für Veganer, wie für Anhänger anderer Ernährungsformen auch, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, um möglichen Mangelerscheinungen vorzubeugen. Wer sich im Zuge der Ernährungsumstellung intensiv mit den unterschiedlichen Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffen beschäftigt, lernt schnell, dass fast alle Nährstoffe durch die richtige Menge und Zusammenstellung von Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und pflanzlichen Fetten aufgenommen werden können. Problematisch scheint allerdings das Vitamin B12 zu sein. Experten raten, dessen Status regelmäßig vom Arzt checken zu lassen und bei Bedarf ein entsprechendes Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Anregungen für eine ausgewogene und abwechslungsreiche vegane Ernährung liefern die zahlreichen Kochbücher rund um den angesagten Trend. Auch im Internet finden sich neben vielen Rezepten und Zubereitungsvideos wichtige Hintergrundinformationen sowie Foren, in denen sich Gleichgesinnte austauschen können. www.vebu.de (Suchbegriff vegan)

clean-eating

Vereinfacht ausgedrückt, greifen Anhänger des Clean Eating (reines Essen) nur zu natürlichen Lebensmitteln. Wer der Begründerin des aktuellen Trends, der Amerikanerin Tosca Reno, folgt, streicht Fertiggerichte, künstliche Konservierungs-, Farb- und Aroma- sowie künstliche Süßstoffe und verwendet ausschließlich gesunde Fette wie kalt gepresste Pflanzenöle. Klingt simpel, hat aber weitreichende Auswirkungen, vor allem auf das Einkaufsverhalten. Der Blick auf die Zutatenliste wird zu einem absoluten Muss. Lebensmittel mit mehr als fünf Inhaltsstoffen gelten nicht als „clean“ und kommen nicht in den Einkaufswagen. Genauso wichtig ist es, selbst zu kochen. Nur so können Clean Eater sicher sein, dass das Essen keinerlei Zusatzstoffe enthält. Befürworter dieser Ernährungsform sehen das nicht als Einschränkung, sondern als Chance, vermehrt Frisches auf den eigenen Esstisch zu bringen. Genauso wichtig wie Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel sind beim Clean Eating regelmäßige Mahlzeiten, von denen keine ausgelassen werden sollte. Neben Frühstück, Mittagessen und Abendessen gehören zwei bis drei gesunde Snacks auf den täglichen Speiseplan. So bleibt der Blutzuckerspiegel konstant und Heißhunger hat keine Chance. Wer sich beim Lesen jetzt verwundert die Augen reibt und denkt, dass das doch alles ein alter Hut sei, liegt gar nicht so verkehrt. Genau genommen ist Clean Eating die Wiederentdeckung einer Ernährungsform lange vor Schnell-Restaurants und Fertiggerichten. So erklärt sich auch die Kernbotschaft der Clean-Eating-Anhänger: „Iss nichts, was deine Oma nicht als Lebensmittel erkannt hätte!“
www.clean-eating.de

 

paleo

Bei Anhängern der Paleo-Diät (abgeleitet von Paläolithikum, das bedeutet Altsteinzeit) sucht man Milchprodukte, Zucker, Getreide und Hülsenfrüchte vergeblich auf dem Speiseplan. Stattdessen landet das auf den Tellern, was bis vor etwa 10.000 Jahren von unseren Vorfahren in die Höhle gebracht wurde: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Nüsse, Pilze, Samen, Gemüse und Kräuter. Die Philosophie hinter dieser Ernährungsform: Weil wir Menschen diese Lebensmittel bereits seit 2,5 Millionen Jahren verzehren, soll unser Organismus perfekt an sie angepasst sein. Alle Lebensmittel, die sich Menschen erst durch Ackerbau und Viehzucht erschlossen haben, gelten dagegen als zu modern und werden für Stoffwechsel- und Autoimmunkrankheiten verantwortlich gemacht. www.paleo360.de

flexitarier

Die Trendforscherin Hanni Rützler erstellt regelmäßig Food-reports und glaubt: „Die Zukunft könnte dem Flexitarier gehören. Er isst auch Fleisch, aber will das mit gutem Gewissen tun.“ Deshalb steht Qualität vor Quantität. Billig produziertes Fleisch aus der Massentierhaltung ist für flexible Vegetarier absolut tabu. Stattdessen greifen sie lieber zu einem Stück Bio-Fleisch, und das auch nur ab und an. Darüber hinaus stehen Vollkorn- und Sojaprodukte sowie viel Obst und Gemüse aus regionalem und saisonalem Anbau auf dem Speiseplan.

frutarier

Anhänger dieser Ernährungsform greifen ausschließlich zu pflanzlichen Produkten, achten dabei allerdings darauf, dass die Pflanzen nicht beschädigt werden. Gegessen werden kann also nur Pflückbares wie Obst, Samen und Nüsse. Durch die starke Einschränkung haben Frutarier ein hohes Risiko für Nährstoffmängel, was sie regelmäßig durch einen Mediziner checken lassen sollten. www.fruchtvegan.wordpress.com

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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Kommentar
  1. VEGAN zu leben ist eine Lebenseinstellung.
    Es hat Einfluss auf unsere Gesundheit,auf die Gesundheit des ganzen Planeten und allen Lebewesen.

    Es muß kein Tier sterben oder leiden für die Menschheit.