Kinder sind oft häufiger erkältet als Erwachsene, das ist nicht ungewöhnlich. Ihr Immunsystem entwickelt sich noch und lernt erst, Virenattacken abzuwehren. Im direkten Kontakt mit anderen Kindern in Kindergarten und Vorschule sind sie zudem anfälliger für Ansteckung. Nach sechs bis zehn Tagen ist die Hälfte jedoch oft schon wieder gesund, spätestens nach zwei Wochen haben nahezu alle die Erkältung in der Regel ausgestanden. Besonders die Kleinsten brauchen an solchen Tagen mehr Zuwendung. Was Kleinkindern bei einer Erkältung hilft, haben wir für Sie zusammengefasst.

Erkältung bei Kleinkindern: Kind mit Regenmantel

Die Anzeichen einer Erkältung erkennen

Husten, Schnupfen, Niesen und Halsschmerzen sind offensichtliche Anzeichen eines grippalen Infektes: unangenehm, im Gegensatz zur echten Grippe jedoch harmlos. Weniger offensichtlich sind Kopf-, Ohren- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber und Mattigkeit. Während ein Kindergarten- und Vorschulkind annähernd beschreiben kann, was ihm gerade Beschwerden bereitet, hilft beim Säugling oder Kleinkind nur, sein Verhalten zu beobachten: Ist es auffällig ruhig, müde oder anhänglich? Weint es mehr als sonst? Greift es oft an den Kopf? Ist die Zunge weiß belegt und will es nicht schlucken? Dies können Hinweise auf einen Infekt sein.

Erkältung bei Kleinkindern kleiner Junge schläft

Ruhe und Erholung ermöglichen

Bei einer fiebrigen Erkältung aktiviert der Körper über die steigende Körpertemperatur und den erhöhten Stoffwechsel seine Immunabwehr. Kinder haben oft einmal Fieber, das auch schnell wieder vorbeigeht. Eine heiße Stirn, ein gerötetes Gesicht, müde oder glasige Augen oder blasse Haut sind typische Vorzeichen. Fieber ist ein notwendiger, jedoch Energie raubender Prozess. Sinnvoll sind jetzt viel Bettruhe und Schonung. Ein leicht abgedunkelter, gut gelüfteter Raum hilft beim erholsamen Tagesschlaf. Den Schwitzprozess erleichtern nicht zu warme und zu enge Kleidung sowie frische Bettwäsche.

Erkältung bei Kleinkindern: Mädchen mit Fieberthermometer im Ohr

Temperatur messen

Temperatur messen bringt Gewissheit, ob eine Erkältung bei Kleinkindern auch fiebrig verläuft. Genaueste Ergebnisse verspricht die Messung im Po mit einem digitalen Stabthermometer oder im Ohr mit einem Infrarotlicht-Thermometer. Nicht geeignet ist diese Messung nahe am Trommelfell bei einer Mittelohrentzündung oder für Neugeborene. Messungen unter der Zunge oder unter der Achsel sind dagegen eher fehleranfällig. Hat ein Kind Fieber, sollte der Verlauf über den Tag hinweg mehrfach kontrolliert und gegebenenfalls mit dem Haus- beziehungsweise dem Kinderarzt abgeklärt werden.

Erkältung bei Kleinkindern: Honig

Ausreichend trinken

Erkältete Kinder sollten genug trinken, das unterstützt den Stoffwechsel und damit die Genesung. Tee, Wasser und milde Säfte beziehungsweise die Muttermilch für Stillbabys tragen dazu bei, den in den Atemwegen festsitzenden Schleim besser zu lösen und einen Flüssigkeits- und Mineralienverlust durch fieberbedingtes Schwitzen auszubalancieren. Ein wärmender Kräutertee aus Salbei oder Kamille und heiße Honigmilch wirken lindernd bei Heiserkeit und Halsschmerzen.

Erkältung bei Kleinkindern: Nasenreinigung bei einem Baby

Auf Hausmittel zurückgreifen

Wadenwickel können Fieber um ein bis zwei Grad absenken – allerdings nur, wenn Hände und Füße des Kindes gut durchblutet sind. Kalte Extremitäten sind ein Zeichen dafür, dass der Körper die Blutversorgung nach innen konzentriert. Kälte von außen belastet den Kreislauf dann gefährlich, drum sollten die Wickel auch nur in handwarmes Wasser getaucht werden. Für Babys sind Wadenwickel nicht geeignet, sie können eher kurz abgewaschen werden. Hat ein Baby Schnupfen, befreit ein spezieller Nasensauger aus der Apotheke sanft vom Schleim. Bei Atembeschwerden empfehlen sich Inhalationen mit nicht zu heißem Wasserdampf, Kamillenaufguss und Kochsalzlösungen sowie erhöhte Luftfeuchtigkeit im Raum.

Erkältung bei Kleinkindern: Kräuter

Vorsicht bei ätherischen Ölen

Bei Erwachsenen können ätherische Öle aus Minze, Eukalyptus, Thymian oder Kampfer in Erkältungsbädern, in Inhalationen oder im Brustbalsam durchaus wohltuend wirken. Für Kinder können sie jedoch gefährlich werden. Wenige Tropfen eines unverdünnten Öls in Mund oder Nase können eine Verkrampfung des Kehlkopfes und Atemstillstand auslösen. Auch Haut- und Schleimhautreizungen, Erbrechen und Bewegungsstörungen sind möglich. Häufig werden Öle zur Inhalation auch mit Tropfen zum Einnehmen verwechselt. Im Zweifel sollten Eltern mit einem Arzt oder Apotheker prüfen, was für ihr Kind geeignet ist. Im Notfall sollten sie bei Atemnot, Krämpfen oder Bewusstseinsveränderungen sofort den Rettungsdienst rufen. Als Erstmaßnahme hilft bei Hautkontakt Abspülen, beim Verschlucken stark wirksamer Öle viel Tee, Wasser oder Saft trinken sowie die weitere Abklärung mit einer Kinderklinik oder dem Giftnotruf.

Erkältung bei Kleinkindern: kleiner Junge beim Arzt

Wann zum Arzt?

Zum Arzt sollten Eltern mit ihrem Kind gehen, wenn Fieber länger anhält und über 39 °C steigt oder ein Infekt sich über Bakterien auch in die tieferen Atemwege ausbreitet. Anzeichen dafür können starke Schluck- und Atembeschwerden sein, grünlich-gelb oder rötlich verfärbter Nasenschleim oder Auswurf, Husten über mehr als eine Woche oder anhaltende Brust-, Kopf- oder Ohrenschmerzen. Bei sehr plötzlich auftretendem, hohem Fieber muss abgeklärt werden, ob es sich um eine Grippe handelt, die medizinisch begleitet werden sollte. Für Säuglinge kann ein Fieberkrampf oder auch Dehydration gefährlich werden, wenn sie zu schwach zum Trinken sind.

Erkältung bei Kleinkindern: Junge mit Husten

Hygieneroutinen entwickeln

Bei einer Erkältung erfolgt die Ansteckung mit Viren entweder per Tröpfcheninfektion aus der Luft, über Hände und Türgriffe oder über mit Freunden geteiltes Spielzeug und Geschirr. Ab einem gewissen Alter können Kleinkinder verstehen, wo und wie sie sich und andere anstecken können. Am Beispiel in der eigenen Familie können sie nun von Anfang an lernen, wie man richtig in die Armbeuge hustet und niest, dass man Einwegtaschentücher sofort hygienisch entsorgt und regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife wäscht. Damit sind einer Ansteckung schon einmal wirksame Hürden gebaut.

Tipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Erkältungbei Kleinkindern: Mädchen im Herbstlaub

Die Immunabwehr stärken

Ein starkes Immunsystem schützt Kleinkinder immer noch am besten vor einer Erkältung. Dazu gehören viel Bewegung an der frischen Luft, genug Tageslicht sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Vermeiden lassen sich Erkältungen zwar nicht zu hundert Prozent, aber der Körper kann mit Bewegung und Abhärtung so gestärkt werden, dass er im Falle eines Infektes besser und schneller damit umgehen kann.

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