Der Wunsch nach einem gründlichen Reinemachen macht auch vor Menschen mit einer Allergie nicht halt. Beim Putzen sollten sie ein paar Dinge beachten.
Gesundheit

Das große Reinemachen

Wer unter einer Allergie leidet, ist beim Hausputz während der Frühjahrs- und Sommermonate doppelt gestraft. Heuschnupfen-auslösende Pollen von Bäumen, Gräsern oder Sträuchern oder auch Hausstaubmilben sorgen für eine ständig laufende Nase und juckende und tränende Augen. Zusätzlich zu den sowieso schon belastenden Allergenen wird bei der Putzaktion auch noch Staub aufgewirbelt, der Beschwerden auslösen kann. Doch es hilft nichts: Der Staub soll raus, und der Wunsch nach einem gründlichen Reinemachen macht auch vor Allergikern nicht halt. Vor allem Betroffene, die diese Putzaktion selbst erledigen müssen, sollten dabei ein paar Dinge beachten, rät Dr. Utta Petzold, Allergologin bei der BARMER.

Spezielle Staubsauger für Menschen mit Allergie

Ein Gramm Staub kann bis zu 10.000 Hausstaubmilben und ihre allergieauslösenden Exkremente enthalten. Der Frühjahrsputz ist für Hausstaubmilben-Allergiker daher eine besonders große Herausforderung. Vor allem beim Staubwischen und Saugen wird viel Staub aufgewirbelt, der in die Atemwege gelangen kann. „Am besten wäre es natürlich, wenn Menschen mit Allergie das Staubsaugen jemand anderem überlassen könnten. Gerade auch den Wechsel des Staubsaugerbeutels sollten Hausstauballergiker nicht selbst vornehmen“, meint Petzold.  Falls das nicht möglich sei, solle man beim Saugen eine Staubmaske tragen, die Mund und Nase bedeckt. Wichtig sei außerdem die Wahl des „richtigen“ Staubsaugers. „Bei Staubsaugern gibt es große Unterschiede. Sie sollten nicht nur gründlich saugen, sondern den aufgenommenen Feinstaub und die allergenen Partikel auch gut zurückhalten können“, so die Expertin. Neben Modellen mit Wasserfiltern oder Zentralstaubsaugern, bei denen die Abluft nach draußen geleitet wird, gibt es auch Sauger mit HEPA (High Efficiency Particulate Air)-Filtern. Je nach Klasse können sie einen sehr großen Anteil der feinen Staubpartikel zurückhalten.

Zitat

Der Wunsch nach einem gründlichen Reinemachen macht auch vor Menschen mit einer Allergie nicht halt. Beim Putzen sollten sie ein paar Dinge beachten.

Menschen mit einer Allergie sollten darauf achten, dass die bei ihnen oft ohnehin schon entzündeten Atemwege durch die verwendeten Reinigungsmittel nicht noch weiter gereizt werden.

Dr. Utta Petzold, Allergologin bei der BARMER

Für das Staubwischen empfiehlt die Expertin ein feuchtes Tuch, denn das nimmt beispielsweise Pollen gut auf, ohne sie aufzuwirbeln. Vor allem Fensterbänke, auf denen im Frühling oft viele Blütenpollen sind, sollten regelmäßig feucht abgewischt werden. Für das Wischen von Böden rät Petzold, an den Boden angepasste Putzmittel zu verwenden. Bei vielen Böden reicht schon Spiritus auf einem feuchten Mikrofaserwischbezug. Ebenfalls geeignet seien je nach Bodenmaterial die Zugabe von Essig und Natron zum Wischwasser und generell Mittel ohne Duftstoffe. Nach der Putzaktion ist Duschen und gründliches Waschen der Haare zum Abspülen des Staubs sinnvoll. Die Kleidung sollte man außerhalb des frisch geputzten Schlafzimmers ausziehen. Außerdem kann eine regelmäßige Nasendusche helfen, Staub, Milben und Pollen wieder von den Nasenschleimhäuten zu entfernen.

Putz-Tipps für Allergiker

Wer an einer Allergie leidet, sollte die Allergenbelastung in den eigenen vier Wänden besonders gering halten. Sinnvoll sind:
  • Bei Teppich einen kurzflorigen auswählen, der leicht zu reinigen ist.
  • Bei Hartfußboden zwei bis drei Mal wöchentlich feucht wischen.
  • Pollenallergiker sollten in der Stadt möglichst morgens, auf dem Land besser abends lüften und ein Pollenschutzgitter am Fenster anbringen.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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