Startseite Gesundheit Darmkrebs-Monat März 2020
Blick in das Innere eines Modells von einem menschlichen Darm

Darmkrebsmonat März 2020

Mit jährlich mehr als 60 000 Neuerkrankungen und etwa 26 000 Todesfällen zählt Darmkrebs zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Da ein Tumor anfangs meist keine Beschwerden verursacht, bleibt Darmkrebs häufig über einen langen Zeitraum unbemerkt. Eine wirkungsvolle Möglichkeit, den nur langsam wachsenden Darmkrebs oder seine Vorstufen früh zu erkennen, ist die regelmäßige Teilnahme an Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen.

  • Früherkennung kann Leben retten

    Die gute Nachricht zuerst: Darmkrebs lässt sich in der Regel sehr gut heilen, vorausgesetzt, er wird früh erkannt. Und die Chancen dafür stehen sehr gut, zumindest theoretisch. Denn einem bösartigen Tumor gehen in bis zu 90 Prozent Fälle gutartige Vorstufen wie Polypen oder Adenome voraus.

    Medizinische Vorsorge

    Ab einem Alter von etwa 50 Jahren steigt das Risiko für Darmkrebs. Aus diesem Grund sollten Menschen ab 50 Jahren die jährliche Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Menschen mit erhöhtem Risiko, beispielsweise durch eine erbliche Vorbelastung oder eine chronische Entzündung im Darm, sollten bereits früher mit der Vorsorge beginnen. Die Vorsorgeuntersuchung wird von der Krankenkasse bezahlt und kombiniert verschiedene Untersuchungsmethoden, um Polypen und Tumoren zu erkennen. Dazu gehört auch die Untersuchung des Stuhls auf verborgenes (okkultes) Blut. „Häufig blutet ein Tumor im Darm. Dieses Blut ist mit dem Auge meist nicht sichtbar, aber im Stuhl nachweisbar. Ist der Test positiv, wird also Blut im Stuhl gefunden, ist das nicht zwingend ein Hinweis auf einen Tumor, denn auch Entzündungen im Darm können eine Blutung auslösen. Allerdings ist in diesem Fall eine zusätzliche Abklärung mithilfe einer Darmspiegelung notwendig“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Die Darmspiegelung gehört standardmäßig auch zur Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 55 Jahren und wird ebenfalls von der Krankenkasse übernommen. „Nicht jeder Polyp führt auch wirklich zu Krebs, die meisten sind harmlos und wachsen nicht weiter. Allerdings kann man im Vorfeld nie genau sagen, aus welchem sich über die nächsten Jahre ein Tumor entwickeln könnte. Aus diesem Grund ist eine Entfernung des Polypen der sicherste Weg, einer möglichen Krebserkrankung vorzubeugen“, weiß Marschall. Nur mit einer Darmspiegelung können Ärzte den Darm genau ansehen, und gegebenenfalls auch kleine Gewebeproben entnehmen. Verdächtige Polypen können bereits während der Untersuchung entfernt werden.

  • Prävention ist machbar! Tipps der Deutschen Krebshilfe

    Jeder kann sein persönliches Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, reduzieren. Das Erfolgsrezept ist ein gesunder Lebensstil: Normalgewicht, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit wenig rotem und verarbeitetem Fleisch sowie Nichtrauchen und ein maßvoller Alkoholkonsum. „Auch wenn es keine Garantie gibt: Eine gesunde Lebensweise verringert nachweislich die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Zudem wirkt sie sich bereits kurzfristig positiv auf die Gesundheit und damit auch auf die Lebensqualität aus“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe anlässlich des Darmkrebs-Monats März.

    Eine zentrale Rolle spielen das Körpergewicht und regelmäßige Bewegung – zwei unabhängige Risikofaktoren, die sich aber gegenseitig bedingen: Wer sich viel bewegt, hält automatisch sein Körpergewicht in Schach. Experten raten dazu, sich täglich mindestens 30 Minuten moderat zu bewegen und dabei etwas ins Schwitzen zu kommen. „Seien Sie aktiv in Ihrer Freizeit: Suchen Sie sich ein Hobby mit Bewegung, dem Sie regelmäßig nachgehen“, rät Nettekoven. „Joggen oder Radfahren, Aerobic oder Zumba, Fußball oder Volleyball: Wichtig ist, dass Sie eine Sportart wählen, die Ihnen Freude macht und die Sie in Ihrem Alltag gut umsetzen können.“ Der nahende Frühling bietet zudem vielfältige Möglichkeiten, sich im Freien zu bewegen und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen mit Freunden bei Spaziergängen oder Radtouren zu genießen.

    Auch eine ausgewogene Ernährung trägt zu einem normalen Körpergewicht bei. Auf den Speiseplan gehören viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Fettreiche Speisen wie Currywurst und Pommes sollten eine Ausnahme sein, ebenso gezuckerte Getränke wie Soft- und Energydrinks. Zurückhaltung ist auch bei rotem Fleisch von Rind, Schwein oder Lamm sowie Wurstwaren geboten – denn ein hoher Konsum ist ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Darmkrebs.

    Auch wer nicht raucht und Alkohol nur in Maßen konsumiert, kann sein individuelles Darmkrebsrisiko verringern. Das heißt: Männer sollten nicht mehr als einen Viertelliter Wein oder einen halben Liter Bier pro Tag trinken – das entspricht einer Menge von 24 Gramm Reinalkohol. Frauen sollten die Hälfte davon nicht überschreiten – jeweils bei zwei bis drei alkoholfreien Tagen in der Woche. Aber: Einen sicheren Grenzwert gibt es nicht, denn Alkoholkonsum ist immer riskant. Der Europäische Kodex zur Krebsvermeidung rät deshalb: Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum. Der völlige Verzicht auf Alkohol ist noch besser für die Verringerung Ihres Krebsrisikos.

    Die Deutsche Krebshilfe bietet Interessierten umfassende Unterstützung im Bereich der Krebsprävention: Auf der Internetseite können Informationsmaterialien – unter anderem zu den Themen Bewegung, Ernährung und Alkohol – kostenfrei bestellt oder runtergeladen werden. Betroffene finden hier auch den blauen Ratgeber „Darmkrebs“, relevante Patientenleitlinien und weitere hilfreiche Informationen in allgemeinverständlicher Sprache. Für eine persönliche Beratung stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des INFONETZ KREBS montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr telefonisch sowie per E-Mail zur Verfügung (Rufnummer 0800 – 80 70 88 77; E Mail: krebshilfe@infonetz-krebs.de).

    Wer seinen Alltag bewegungsreicher gestalten möchte, erhält hilfreiche Informationen im Rahmen der Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Deutschen Sporthochschule Köln. Ein Fitness-Check, Trainingspläne, Motivationshilfen sowie Adressen zu wohnortnahen Sportvereinen bietet die Internetseite www.krebshilfe.de/bewegung-gegen-krebs.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

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