Startseite Gesundheit Corona und UV-C-Strahlung
Desinfektion von medizinischen Schutzmasken mit UVC-Licht

Corona und UV-C-Strahlung

„UV-C-Systeme reduzieren Corona-Viren bis zu 99,9 Prozent!” Oder „Neue Luftreiniger beseitigen Aerosole und Corona-Viren!” –  Glaubt man den gängigen Werbeversprechen, ist die Sache einfach. UV-C-Licht kann Viren, Bakterien und Pilze zuverlässig abtöten und ist damit ideal, um uns auch vor dem Corona-Virus zu schützen. Im Internet findet man inzwischen auch jede Menge Angebote für Handlampen oder Standgeräte, die zuhause die fiesen Krankheitserreger in Schach halten sollen.

Einmal virenfrei, bitte

Doch so einfach ist die Sache offenbar nicht. Erste Zweifel bekommt schon, wer sich an den Physikunterricht in der Schule erinnert. Da haben wir gelernt, dass UV-C-Strahlung, wie UV-A- und UV-B ein Gruß unserer Sonne, dank der Ozonschicht der Erdatmosphäre gar nicht zu uns durchdringen kann. Käme das UV-C durch, gäbe es auf der Erde kein Leben. „UV-C-Strahlung ist sehr aggressiv und nicht nur für Krankheitskeime schädlich. Es tötet zwar einerseits Viren und Bakterien zuverlässig ab. Andererseits heißt das aber auch, dass es uns Menschen genauso gefährlich werden kann“, lautet der eindringliche Hinweis von Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER. Denn auch künstliche UV-C-Strahlung kann, wie UV-Strahlung generell, Erbgut, Haut oder Augen des Menschen schädigen oder Krebs verursachen. Ähnlich hat sich auch das Bundesamt für Strahlenschutz geäußert und vor UV-C-Geräten für den Hausgebrauch gewarnt.

Wirksam, aber…

Die Empfehlung ist daher eindeutig. Auch künstlich erzeugte UV-C-Strahlung sollte nur von Profis genutzt werden, die durch ihre Ausbildung sicher mit diesem ebenso nützlichen wie gefährlichen Instrument umgehen können. Seit Jahren wird UV-C zum Beispiel zur Sterilisation von medizinischen Instrumenten genutzt. Auch die Luftreiniger, die im Zuge der Corona-Pandemie jetzt zum Beispiel in vielen Innenräumen Einzug halten, nutzen für die Entkeimung der Luft UV-C-Strahlen. Wichtiger Unterschied dabei ist, dass immer Luft, Wasser oder Oberflächen desinfiziert werden, nie aber menschliches Gewebe. Bei der Überlegung, ob man sich ein entsprechendes Produkt für den privaten Gebrauch anschaffen soll,  heißt es laut Verbraucherzentrale: die eigenen Bedürfnisse kennen und bei der Auswahl eines Geräts ganz genau hinschauen!

Sicher ist sicher

Wenn in Privathaushalten ein UV-C-Produkt nicht das Mittel der Wahl ist, wie sieht es dann mit dem Schutz gegen das Corona-Virus aus? Hier empfiehlt Petzold, die inzwischen gut bekannten AHA+L-Regeln. „Solange eine Impfung gegen Corona für die gesamte Bevölkerung noch nicht möglich ist, bieten die AHA+L-Regeln den besten Schutz. Wer Abstand hält, auf gute Hygiene achtet und eine Alltagsmaske trägt, macht es dem Virus schwerer.“ Ergänzend dazu sollte auch das Zuhause regelmäßig stoßgelüftet werden, um die feinen virenbeladenen Schwebetröpfchen, die vielzitierten Aerosole, die unweigerlich beim Sprechen oder Niesen entstehen, zu vertreiben – und mit ihnen das Corona-Virus!

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | eMagazin

Bildnachweis

  • UVC-Licht; © NorGal/Adobe Stock
  • UVC-Licht; © NorGal/Adobe Stock

Zusatzinhalte: