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Mutter und Tochter trainieren gemeinsam Online-Yoga
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Bewegung trotz Lockdown

Vor Corona hatten wir zwei kleine Sportler zu Hause. Jonas verbrachte fast jeden Nachmittag in seinen Sportvereinen: Er schwamm und spielte Basketball. Selbst unsere Fünfjährige ging zwei Mal die Woche zur Rhythmischen Sportgymnastik. Sport ist für unsere Kinder mehr als Bewegung: Es ist ihr Ausgleich für anstrengende Schul- und Kitatage – und vor allem ist es „ihr eigenes Ding“. Sport bedeutet für sie: Zeit ohne Eltern. Sie stellen sich auf andere Menschen ein, müssen im Team arbeiten und haben weder Mama und Papa als schützende Schiedsrichter bei sich, die die Dinge schon für sie regeln. Eine tolle Übung in Sachen Selbstständigkeit! All das ist gerade vorbei. Doch die Vereine kümmern sich um ihre kleinen Mitglieder – und zwar auf die rührendste Weise: Mehrmals die Woche finden Online-Trainings statt. Die Kinder sehen ihre Trainer, bleiben in Verbindung – und kommen ganz nebenbei ins Schwitzen. Wir Eltern sind dafür sehr dankbar! Denn so ein Glück wie wir haben längst nicht alle Familien in Deutschland. Eine Studie am Universitätsklinikum Münster hat ergeben, dass es im Regierungsbezirk Münster einen dramatischen Bewegungseinbruch von Kindern und Jugendlichen in Deutschland gibt. Dafür stieg der Medienkonsum drastisch an: Etwa 45 Prozent der Jugendlichen hatten im Untersuchungszeitraum der Studie eine tägliche Bildschirmzeit von mehr als acht Stunden. Vor der Pandemie waren es immerhin nur 20 Prozent. Warum das schlecht und besorgniserregend ist, liegt auf der Hand: Bewegung verbessert die Stimmung und baut Stress ab, unser Immunsystem profitiert davon. Sport gilt sogar als „Medikament“ gegen Depressionen.

Kinder für Sport begeistern? Mit diesen Tipps klappt es auch Zuhause!

Wie schaffen wir Eltern es, unsere Kinder fit durch die Pandemie zu bringen? Vielleicht helfen die folgenden Tipps:

• Sport muss nicht „Sport“ sein – manchmal reicht ein kleiner Trick

Das Wort Sport sorgt nicht bei allen Kindern für Begeisterungsstürme. Einfacher kann es sein, Kindern den Sport heimlich „unterzujubeln“. Das geht zum Beispiel, wenn man gemeinsam einen ausgedehnten Spielplatz-Ausflug unternimmt oder die Inlineskates anzieht und ein Wettrennen durch den Park veranstaltet. Denn Sport bedeutet nicht, 20 Liegestütze zu schaffen. Jede Form der Bewegung tut gut – und wer spielerisch rangeht, hat meistens mehr Erfolg.

• Feste Zeiten einplanen

Kinder lieben Strukturen und feste Abläufe. Vielen fällt es leichter, sich auf Aktivitäten einzulassen, wenn sie bereits morgens wissen, was um wie viel Uhr auf dem Programm steht. Häufig kommt es dadurch zu weniger Diskussionen und die Kinder freuen sich über eine vertraute Routine. Ein Beispiel: Nach der ersten Homeschooling-Session geht es jeden Tag ab an die frische Luft! Ein Tipp der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Damit vor allem kleine Kinder die Abläufe auch verstehen, kann es sinnvoll sein, einen „Bewegungskalender“ zu basteln. Er kann aussehen wie ein Stundenplan für die Schule – bunt bemalt oder beklebt kann er zum richtigen Hingucker werden. Und jeder weiß Bescheid, wann Zeit für Bewegung ist.

• An alle Eltern: Bitte nicht unter Druck setzen!

Gemeinsam auf den Spielplatz gehen – das kann gut klingen, viele Eltern aber auch stressen. Immerhin sitzen die meisten im Homeoffice und haben schlicht keine Zeit für solche Ausflüge. Hier gilt vor allem eins: Die eigenen Ansprüche herunterschrauben und Hilfe annehmen. Online lassen sich viele tolle Sportangebote für Kinder finden, die auch ohne Eltern-Hilfe auskommen.

 

Einige digitale Sport-Angebote im Überblick

Alle öffnen
  • ALBAs Tägliche Sportstunde (albaberlin.de)

    Der Berliner Basketballverein ALBA Berlin bietet Sporteinheiten an, die individuell auf Kitakinder, Grundschüler und Oberstufenschüler abgestimmt sind. Basketball-Kenntnisse braucht man dafür nicht. Die Sporteinheiten sind allgemein gehalten. Alle Infos unter albaberlin.de

  • Die digitale Sportstunde „Mach mit, bleib fit!“

    Das Kultusministerium Baden-Württemberg bietet ein digitales Sportangebot für Schüler an. Die digitalen Sportstunden finden unter Anleitung von Sportlehrkräften und prominenten Sportlern statt. Ausführliche Informationen unter km-bw.de

  • Mitmach-Initiative „Kinder stark machen“

    Hier finden Kinder zahlreiche Sportvideos, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Verfügung gestellt werden. Am besten einfach mal auf YouTube reinschauen.

  • Sportprogramm der Telekom Baskets

    Hier geht es zum Online-Sport der Telekom Baskets Bonn. Sie bieten Kindern und Jugendlichen abwechslungsreiche Trainings mit den Profis an. Einfach mal bei YouTube anklicken.

Sandra Arens

freie Journalistin; Gastautorin

Bildnachweis

  • Bewegung; © Angelov/stock.adobe.com
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