Frisch schmecken Beeren am besten
Gesundheit

Beeren: klein, aber oho!

Noch gibt es sie frisch in Supermarktregalen, auf Wochenmärkten oder aber aus dem eigenen, heimischen Garten, von Wiesen, Wäldern und Feldern: Beeren in leuchtenden Farben und schmackhaften Sorten. Heidel-, Stachel- oder Preiselbeeren. Weintrauben, Sanddorn und Hagebutte. Gerade an warmen Sommertagen sind die weichen, kleinen und runden Früchte eine herrlich erfrischende und kalorienarme (!) Alternative zu Softeis und -drinks. So enthalten zum Beispiel 100 Gramm der meisten Beerensorten weniger als 40 Kilokalorien (kcal). Zum Vergleich: In einer Tafel Schokolade (100 Gramm) steckt locker mal mehr als das Zehnfache an Energie bzw. Kalorien. Nämlich rund 550 kcal. Doch Beerenobst gibt es nicht nur im Sommer, die Ernte-Zeit reicht bis in den Herbst hinein. Preiselbeeren etwa sind frisch noch im September und Oktober zu haben. Hagebutte, Eberesche und Sanddorn dagegen gelten als klassische Herbstsorten.

Warum Beeren so gesund sind

Seit jeher gelten Beeren in allen Landstrichen und Kulturen als wertvolle Nahrungsmittel und Heilpflanzen. Sie haben meist einen hohen Vitamingehalt, sind reich an Mineralien sowie Ballaststoffen. Außerdem enthalten die kleinen aromatischen Früchte sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die ihnen unter anderem auch ihre typische Farbe verleihen: rot, violett, blau…

Beeren sind wahre Vitamin-C-Bomben. Dieser (lebensnotwendige) Wirkstoff ist im Körper wichtig für den Zellschutz, gibt Power und hilft gegen Müdigkeit. Außerdem wird durch Vitamin C die Eisenaufnahme erhöht, wodurch wiederum die Blutbildung gepusht wird. Schwarze Johannisbeeren oder auch Sanddorn zum Beispiel enthalten ein Vielfaches mehr an Vitamin C als etwa eine vergleichbare Menge von Zitrusfrüchten. Aber auch andere Vitamine sind satt in Beerenobst enthalten. Vitamin A etwa, das gehäuft in Preiselbeeren vorkommt oder aber Vitamin E, das vor allem reichlich in der Heidelbeere steckt. Vitamine sind im Körper für die Steuerung des Stoffwechsels notwendig. Im Zusammenspiel mit anderen Substanzen kann dadurch etwa das Immunsystem gestärkt und der Knochenaufbau gefördert werden. Heidelbeeren sollen außerdem besonders gut sein für Menschen, die unter Nachtblindheit leiden.

Auch die Kombi aus vielen Ballaststoffen, welche den Darm auf Trab halten, sowie ein hoher Anteil an Mineralien – Phosphor, Calcium, Kalium oder Magnesium beispielsweise – macht den besonderen Gesundheitswert von Beerenobst aus. Nicht selten wird Himbeeren & Co deshalb eine verdauungs- und gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Das stark quellfähige Pektin zum Beispiel, ein Ballaststoff, der in vielen Beerensorten vorkommt, ist vor allem heilsam und wohltuend für Magen und Darm. Pektinreiche Nahrung erhöht das Sättigungsgefühl und senkt den Cholesterinspiegel. Im Darm sorgt dieser unverdauliche und wasserlösliche Ballaststoff für einen gesunden, sprich niedrigen pH-Wert und bindet Schwermetalle bzw. fördert deren Ausscheidung. Und wer auf die Schönheit seiner Haare und Nägel bedacht ist, der sollte insbesondere Stachelbeeren essen. Denn diese roten oder grünen und manchmal auch haarigen Beeren enthalten viel Silicium, aber auch Calcium, Kalium und Magnesium.

Rot, violett oder blau. Die leuchtenden Farben der meisten Beerensorten gehen auf ihr Konto. Doch die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die in Beeren ebenfalls stattlich vertreten sind, haben noch mehr gesundheitsförderliche Effekte zu bieten. Flavonoide und Anthocyane etwa wirken blutdruckregulierend und entzündungshemmend. Außerdem haben sie die Fähigkeit sogenannte freie Radikale im Körper zu binden. Diese entstehen bei verschiedenen Stoffwechselfunktionen oder aber durch giftige Umwelteinflüsse. Freie Radikale greifen die Körperzellen an und können neben dem natürlichen Alterungsprozess auch Krankheiten verursachen.

Was man aus Beeren zaubern kann

Säfte und Smoothies, Müsli und rote Grütze, Sirup, Likör oder Gebäck. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, aus Beeren Leckeres zum Naschen zu kreieren. Ganz schnell lassen sich auch köstliche Getränke herstellen. Frische Beeren machen sich zum Beispiel gut als Smoothie, Shake oder Teeaufguss:
Für einen Smoothie, das IN-Getränk der vergangenen Jahre, wird lediglich ein Pürierstab oder Mixer benötigt. Miteinander kombinieren kann man grundsätzlich jede Beeren- und / oder jede andere Obstsorte (Bananen, Äpfel, Kiwi). Damit es jedoch nicht zu sauer schmeckt, sollte man darauf achten, dass der Anteil an süßen Früchten überwiegt. Wird die Konsistenz zu dickflüssig, können Wasser oder Saft hinzugegeben werden. Und gekühlt schmeckt dieser Beeren-Drink gleich nochmals so gut.
Eine weitere leckere und erfrischende Variante ist der Milch-Shake, der statt mit Voll- auch mit Buttermilch oder Frozen-Joghurt bzw. Eis zubereitet werden kann. Auch hier werden die Beeren zu einer Art Püree zerkleinert, jedoch erst in einem zweiten Schritt zu der Milch hinzugefügt und dann in einem großen geschlossenen Behälter (Shaker) so lange geschüttelt bis eine gleichförmige Masse entsteht. Wer sich die Mühe sparen will, kann auch den elektrischen Mixer diese Arbeit erledigen lassen. Dann ist es im Grunde genommen egal, wann welche Zutat hinzugefügt wird. Experten schwören jedoch auf die die „handmade“ Variante.
Und last, but not least reichen schon ein paar Beeren in gekühltem Wasser, um den Geschmack aufzupeppen. Solch aromatisiertes Wasser schmeckt als Teeaufguss noch intensiver. Dann am besten getrocknete Früchte (Holunder, Cranberry, Goji oder Acai) verwenden und mit kochend heißem Wasser übergießen

Leckeres aus Beeren

Egal ob zum Trinken oder Essen: Aus Beeren lässt sich allerhand Köstliches zubereiten.
Die Redaktion empfiehlt jedoch bewusst keine Klassiker. Kein Kuchen, kein Kompott,
kein Mus und keine Marmelade. Wie wäre es mal mit etwas Herzhaftem?
Grillspießchen auf Rucola-Beeren-Salat

Wir haben das Rezept im Internet
bei eatsmarter.de gefunden.

GUTEN APPETIT!

Beeren über die Zeit retten

Frisch schmecken sie zwar am besten, dennoch sollte man mit Beeren bei der Verarbeitung vorsichtig umgehen und mit ein paar Tricks kann ihr Aroma sowie die vielen wertvollen Nährstoffe auch länger und sogar über die Saison hinaus bewahrt werden:

  • Gerade die weichen Himbeeren und Brombeeren sind sehr empfindlich und verderben schnell. Beim Kauf sollte man deshalb auf die pralle Frucht achten und Beeren grundsätzlich sehr vorsichtig reinigen. Zum Beispiel unter einem sehr schwachem Brausestrahl säubern oder sogar nur in stehendes Wasser tauchen! Die Früchte dann sofort zum Abtropfen auf Küchenpapier legen und – falls es zeitlich erforderlich ist – nur sehr behutsam abtrocknen bzw. abtupfen. Im Kühlschrank können frische Beeren ein bis zwei Tage im Gemüsefach gelagert werden. Zum Verpacken entweder perforierte Beutel bzw. Kunststoffbehälter benutzen oder in einer abgedeckten Schüssel aufbewahren. Der Saft von Zitronen – zum Beispiel in Scheiben geschnitten – hält Getränke aus Beeren länger frisch. Die Oxidation des Fruchtfleisches wird gebremst, und die typische Farbe und der typische Geschmack von Beeren geht nicht so schnell verloren.
  • Wer Beerenobst auch außerhalb der Saison genießen möchte, sollte die Früchte am besten einfrieren. Im Vergleich zum Einkochen werden dadurch weniger Vitamine und andere wertvolle Nährstoffe zerstört. Nach dem Auftauen besteht jedoch die Gefahr, dass Beeren wegen ihres hohen Wassergehaltes matschig werden und aneinander kleben. Das kann schon beim Einfrieren weitgehend verhindert werden, indem man schrittweise vorgeht: Die Beeren zuerst einzeln auf einem Blech oder einer Folie ausbreiten und einige Stunden von außen frosten lassen. Erst danach in einen Beutel geben und in der Tiefkühltruhe verstauen.
  • Die älteste Methode der Konservierung von Lebensmitteln ist das Dörren oder Trocknen. Dabei wird vor allem Obst bei einer geringen Wärmezufuhr von bis zu 70 Grad Celcius in speziellen Dörrgeräten, im Backofen oder in heißen Ländern auch draußen an der frischen Luft getrocknet. Durch diesen Prozess wird den Früchten Wasser entzogen und es bildet sich vermehrt Zucker. Neben Erdbeeren eignen sich vor allem folgende rote Beeren zum Trocknen: Berberitze, Hagebutte und die aus Amerika stammende Cranberry. Zunehmend beliebter wird hierzulande auch die als Superfood bekannte Goji-Beere, die in China schon sehr lange vor allem als Heilpflanze geschätzt wird.

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